Zwei Hilsa nach Jahrzehnten im oberen Ganges
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Zwei Hilsa nach Jahrzehnten im oberen Ganges

Nach fast drei Jahrzehnten meldet ICAR zwei Hilsa-Fische mit zusammen 740 Gramm aus dem oberen Ganges bei Chandauli in Uttar Pradesh. ICAR wertet den Fund als ermutigenden Hinweis auf eine allmähliche Wiederansiedlung der Wanderfischart, die dort jahrzehntelang praktisch abwesend war; Fachleute mahnten bereits im August 2026 anlässlich der Sichtung bei Ghazipur zur Vorsicht.

Quellen (8)
  1. After Decades, Hilsa Returns to the Upper Ganga: A Remarkable Story of River Restoration and Ecological Resilience | ICARicar.org.in
  2. ICAR-CIFRI, Barrackpore Strengthens Hilsa Conservation Efforts through Ranching Programme in River Ganga at Farakka | ICARicar.org.in
  3. ICAR-CIFRI, Barrackpore Strengthens Hilsa Conservation Efforts through Ranching Programme in River Ganga at Farakka | ICARicar.org.in
  4. Carp Seed ranching and Hilsa tagging in River Ganga for conservation and restoration of Fish | ICARicar.gov.in
  5. Hilsa returns to upper Ganga after years, signals revival of river ecosystemnationalheraldindia.com
  6. Hilsa spotted in Ganga near Ghazipur in UP, decades after barrage cut off migration route | India Newshindustantimes.com
  7. GOVERNMENT OF INDIA MINISTRY OF FISHERIES, ANIMAL HUSBANDRY AND DAIRYING DEPARTMENT OF FISHERIESsansad.in
  8. Hilsa Makes a Comeback in Upper Ganga After Decades, Raising Hopes for Ecological Recovery - Hindusthan Samachar Englishenglish.hindusthansamachar.in
1. November 2026, 6:44 Uhr639 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Die Tiere wurden nahe dem Markandey-Mahadev-Tempel im Dorf Tanda Khurd im Distrikt Chandauli in Uttar Pradesh entdeckt.

Eine Wanderroute, die seit 1975 gestört ist

Historisch wanderte Hilsa vom Golf von Bengalen durch den Ganges bis nach Varanasi, Prayagraj und darüber hinaus, bevor die Farakka-Staustufe 1975 den Wanderweg stark störte und zum drastischen Rückgang der Bestände im mittleren und oberen Ganges beitrug. Die ökologischen Folgen trafen laut ICAR auch die wirtschaftliche Lage von Fischereigemeinschaften am Fluss, deren Lebensunterhalt eng mit Hilsa verbunden war. Deshalb startete das ICAR-Central Inland Fisheries Research Institute in Barrackpore gemeinsam mit der National Mission for Clean Ganga ein langfristiges Programm, das Besatzmaßnahmen, künstliche Vermehrung, das Aussetzen befruchteter Eier und Fischbrut sowie Markierung und Überwachung nach dem Aussetzen kombiniert. Zwischen 2019 und Juni 2026 wurden auf diese Weise mehr als 3.85 lakh junge und erwachsene Hilsa ausgesetzt, während oberhalb der Farakka-Staustufe über 40 lakh befruchtete Eier und rund 9.4 lakh in Brutanstalten erzeugte Fischbrut freigesetzt wurden. Im Juni 2026 setzte das Institut zudem 110 in Rundkäfigen im Ganges aufgezogene Jungfische aus, wie ICAR-CIFRI mitteilte. Laut einem ICAR-Bericht zum Fischbesatz wurden 2019/20 mehr als 3.000 erwachsene Hilsa oberhalb der Farakka-Staustufe ausgesetzt und zwei markierte Tiere bei Ballia in Uttar Pradesh wieder gefangen. Eine Überwachung zwischen 2023 und 2025 hatte zuvor bereits flussaufwärts gerichtete Bewegungen ausgesetzter Hilsa bis nach Mirzapur erfasst.

artenschutz

Eine vorsichtige Lesart

Schon im August hatten Wissenschaftler zwei Hilsa im Ganges bei Ghazipur in Uttar Pradesh gesichtet, wie die Hindustan Times berichtete; auch Beamte des Central Inland Fisheries Research Institute bestätigten den Fund. Die beiden Fische wogen nach Behördenangaben zusammen ebenfalls 740 Gramm. Behördenvertreter erklärten, die Bedeutung liege nicht darin, dass zwei Fische allein einen Bestand begründen könnten, sondern darin, dass Ghazipur weit oberhalb der Farakka-Staustufe liegt, die seit den 1970er Jahren die Wanderung der Art beeinträchtigt. Ein Beamter, der ungenannt bleiben wollte, berichtete zudem von weiteren Hilsa-Sichtungen durch Ortsansässige in zwei weiteren Flussdörfern, deren Einzelheiten der Distriktverwaltung zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorlagen. Himanshu Thakkar, Koordinator beim South Asia Network on Dams, Rivers & People, hielt im Bericht vom 9. August 2026 zur Sichtung bei Ghazipur ein anderes Signal für aussagekräftiger: Für ihn wäre ein positiverer Indikator, wenn sich die Fische fortpflanzten und einen oder zwei Lebenszyklen durchliefen. Er verwies damals zugleich auf andere Belege, darunter staatliche Daten zur Wasserqualität, die seiner Einschätzung nach eine zunehmende Verschlechterung des Gewässerzustands zeigten.

ganges

Das Vorkommen von Hilsa als empfindlicher Wanderfischart gilt laut einem Bericht der National Herald als wichtiger ökologischer Indikator für die Durchgängigkeit des Flusses und die Eignung des Lebensraums. Daneben setzt ICAR-CIFRI laut der Antwort des indischen Fischereiministeriums vom 30. März 2026 mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Jal Shakti im Rahmen der National Mission for Clean Ganga das Projekt zur Erhaltung und Bestandsaufstockung heimischer Arten wie Rohu, Catla, Mrigal und Mahseer im Gangesbecken um. Durch 173 Besatzprogramme wurden dabei insgesamt 205 lakh Jungtiere ausgesetzt. Für indische Großkarpfen meldet das Ministerium bereits einen messbaren Effekt: Die Anlandungen stiegen in Prayagraj um 24,70 Prozent, in Varanasi von 2,90 Tonnen in den Jahren 1959/60 auf 4,09 Tonnen im Jahr 2023, ein Plus von 41,03 Prozent. Für Hilsa nennt das Ministerium bislang Besatzzahlen oberhalb von Farakka: Stand 30. März 2026 waren 1.22 lakh erwachsene Fische, 39.5 lakh befruchtete Eier und 0.57 lakh Fischlarven freigesetzt worden.

Nach Einschätzung von ICAR kann Fischbesatz allein keine nachhaltige Bestandserholung garantieren: Er müsse durch Verbesserung des Lebensraums, durchgängige Wanderwege, wissenschaftliche Überwachung, verantwortungsvolle Fischerei und gemeinschaftliche Verantwortung ergänzt werden. Neeta Sehgal, Professorin für Fischbiologie an der Delhi University, verlangt zusätzlich Belege für natürliche Wanderung, Laichen, Überleben und erfolgreiche Fortpflanzung, denn erst solche Nachweise würden zeigen, ob Hilsa seine historische Wanderroute tatsächlich zurückerobert. Sollte sich das bestätigen, könnte die Rückkehr nach Einschätzung von Hindusthan Samachar die Verfügbarkeit von Fisch verbessern, die Lebensgrundlage der Flussgemeinden stärken und als Vorbild für die Wiederansiedlung anderer heimischer Arten im Ganges dienen.

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