Nordkorea feuert laut Seoul rund zehn Raketen ins Ostmeer
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Nordkorea feuert laut Seoul rund zehn Raketen ins Ostmeer

Nordkorea hat am 29. Oktober nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs rund zehn ballistische Kurzstreckenraketen aus dem Gebiet Wonsan Richtung Ostmeer abgefeuert, die etwa 250 Kilometer flogen. Auch Japan meldete einen möglichen ballistischen Flugkörper. Der Start folgt auf ein zuvor unbeantwortetes südkoreanisches Gesprächsangebot.

Quellen (7)
  1. 남북 군사회담 제안 엿새만에…北, 탄도미사일 10여발 무력시위(종합2보) | 연합뉴스yna.co.kr
  2. (3rd LD) N. Korea fires nearly dozen ballistic missiles after S. Korea's dialogue offer | Yonhap News Agencyen.yna.co.kr
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  4. Korea-Konflikt: Südkorea: Nordkorea testet rund zehn Kurzstreckenraketentagesspiegel.de
  5. North Korea fires over 10 SRBMs amid rising Korea tensions - CHOSUNBIZbiz.chosun.com
  6. Department Director of C.C., WPK Kim Yo Jong Sends Warning Repeatedly to ROK Sideoananews.org
  7. High tensions along inter-Korean border prompt fears of return to tit-for-tat of 2024english.hani.co.kr
29. Oktober 2026, 12:47 Uhr530 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Der südkoreanische Generalstab erfasste am Donnerstag gegen 12:30 Uhr ballistische Kurzstreckenraketen, die an Nordkoreas Ostküste starteten. Das japanische Verteidigungsministerium schätzte, dass der gemeldete Flugkörper nahe der Ostküste der koreanischen Halbinsel niederging; ein Einflug in japanisches Hoheitsgebiet oder die ausschließliche Wirtschaftszone wurde nicht bestätigt. Es war laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap der 17. nordkoreanische Start ballistischer Raketen in diesem Jahr und kam 17 Tage nach dem vorherigen Test.

Gesprächsangebot blieb unbeantwortet

Südkoreas Verteidigungsministerium hatte am 23. Oktober offiziell Militärgespräche mit Nordkorea vorgeschlagen, um den Verlauf der militärischen Demarkationslinie gegenseitig zu bestätigen, Kommunikationsleitungen wiederherzustellen und unbeabsichtigte Zusammenstöße zu verhindern. Laut Yonhap war es das zweite offizielle Gesprächsgesuch der amtierenden Regierung. Vorausgegangen war am 21. September eine Landminenexplosion, bei der drei südkoreanische Soldaten verletzt wurden; sie ereignete sich, während Südkoreas Militär mögliche nordkoreanische Verletzungen der Demarkationslinie durch den Ausbau von Zäunen und Minen untersuchte. Pjöngjang bestritt laut Yonhap die Verantwortung für die Explosion und drohte stattdessen mit der Stationierung von Waffen sowie der Wiederaufnahme von Lautsprecherpropaganda an der Grenze.

Seoul spricht von Verstoß gegen UN-Resolutionen

Südkoreas Präsidialamt forderte Nordkorea nach einer Dringlichkeitssitzung seines Büros für nationale Sicherheit auf, die Provokationen einzustellen und bezeichnete die Tests als unmittelbaren Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa untersagen UN-Beschlüsse Nordkorea grundsätzlich den Start ballistischer Raketen jeglicher Reichweite; abhängig von der Bauart ließen sich solche Flugkörper auch mit einem Atomsprengkopf ausrüsten. Ein Militärvertreter vermutete laut Yonhap den Einsatz des KN-25-Mehrfachraketenwerfers mit 600-Millimeter-Kaliber, den Pjöngjang nach eigener Darstellung mit taktischen Hwasan-31-Sprengköpfen bestücken könne; auch ein gemischter Übungseinsatz mit Marschflugkörpern, Drohnen oder kleineren Raketenartilleriesystemen gilt als möglich. Nordkorea habe zugleich 122-Millimeter-Selbstfahrgeschütze an vorderste Stellungen der Westfront verlegt, berichtete Chosunbiz; Südkoreas Generalstab wertete eine zuvor gesichtete Panzerhaubitze als älteres System, das vor allem der Demonstration diene.

In einer am 22. Oktober verbreiteten Warnung kündigte Kim Yo Jong, Abteilungsleiterin im Zentralkomitee der Partei der Arbeit Koreas, an, neue Reaktionsmittel entlang der gesamten südlichen Grenze in Alarmbereitschaft zu versetzen und gegen Südkorea gerichtete Lautsprecher binnen Tagen bereitzuhalten. Sie bezeichnete das nordkoreanische Grenzvorgehen als gerechtfertigte Reaktion statt als Provokation und drohte den amtierenden südkoreanischen Verantwortlichen eine äußerst schreckliche und bedrückende Situation an, sollten sie ihre Äußerungen fortsetzen. Zum Raketenstart vom 29. Oktober selbst liegt in den ausgewerteten Quellen keine nordkoreanische Erklärung vor; die überlieferte Begründung Pjöngjangs für einen Test taktischer ballistischer Raketen bezieht sich auf den vorherigen Start am 12. Oktober, den die Führung mit der Bestätigung technischer Erneuerungen wichtiger Kernelemente begründete. Die Lage ähnelt laut der südkoreanischen Zeitung Hankyoreh dem Muster von 2024: Damals reagierte Nordkorea auf Propagandaflugblätter mit Abfallballons, Südkorea nahm daraufhin Lautsprecherdurchsagen wieder auf, die Regierung Lee nach ihrem Amtsantritt im Juni 2025 zu stoppen begann.

Auswertung der Flugdaten läuft bei Seoul und Washington

US-amerikanische und südkoreanische Nachrichtendienste analysierten nach Angaben von Chosunbiz die genauen Flugdaten wie Flugweite und Flughöhe. Der Generalstab erklärte, die Überwachung verstärkt zu haben und gemeinsam mit den USA und Japan eng Informationen auszutauschen, während er die Fähigkeit zu einer nach eigenen Worten überwältigenden Reaktion auf jede weitere Provokation betonte. Offen bleibt, welche weiteren Ergebnisse zu Typ und Flugverlauf der Flugkörper noch vorgelegt werden und ob Nordkorea die von Kim für Oktober angekündigte Wiederaufnahme der Lautsprecherpropaganda gegenüber Südkorea tatsächlich umsetzt.

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