Merz nennt Russland größte Gefahr für Deutschland
Politik

Merz nennt Russland größte Gefahr für Deutschland

Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Berlin Global Dialogue am 21. Oktober 2026 laut AFP Russland als größte Gefahr für Deutschland bezeichnet und eine Kapitulation der Ukraine ausgeschlossen. In seiner veröffentlichten Rede warnte er vor hybriden Angriffen durch Sabotage, Cyberangriffe, Drohnen und Desinformation.

Quellen (12)
  1. Bundeskanzler beim Berlin Global Dialogue | Bundesregierungbundeskanzler.de
  2. Merz beim Berlin Global Dialogue: „Wir suchen keinen Konflikt“ mit Chinaberliner-zeitung.de
  3. Selenskyj offen für Einfrieren der Frontlinie: „Das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden“tagesspiegel.de
  4. Kanzler Merz: Von Russland geht klar die größte Gefahr für Deutschland ausschwaebische.de
  5. Rede von Bundeskanzler Merz anlässlich des Berlin Global Dialogues am 21. Oktober 2026 in Berlinbundeskanzler.de
  6. Der Generalbundesanwalt - Homepage - Übernahme der Ermittlungen nach Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Hallegeneralbundesanwalt.de
  7. In China und ohne Selenskyj: Putin soll Trump und Xi Ukraine-Gipfel vorgeschlagen habentagesspiegel.de
  8. BGD 2026: Advancing Alliances for the New Eraberlinglobaldialogue.org
  9. Friedrich Merz: „Wir haben keinen Handelskrieg mit China, und wir wollen keinen“handelsblatt.com
  10. Ukraine-Krieg | Offenbar mehr Suizide bei russischen Soldatent-online.de
  11. BPOLI L: Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle - Bundespolizei im Einsatz | Presseportalpresseportal.de
  12. Russland verschärft Propaganda: Lawrow unterstellt Friedrich Merz eine „Nazi-DNA“tagesspiegel.de
22. Oktober 2026, 2:02 Uhr519 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Merz nahm an der Berlin Global Dialogue-Konferenz im ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR am Schloßplatz in Berlin teil. Seine größte Sorge seien derzeit nicht Wirtschaft, Europäische Union, Amerika oder China, sondern die Auswirkungen Russlands auf die deutsche Gesellschaft und die Art, wie es gelinge, sie zu destabilisieren, sagte Merz laut Tagesspiegel-Bericht über Reuters.

Merz: Tägliche Angriffe, die unterschätzt würden

Merz verwies laut AFP auf Sabotageakte, hybride Angriffe auf Kommunikationssysteme und Bemühungen, Deutschland zu destabilisieren. Diese Angriffe fänden jeden Tag statt, ihre Bedeutung werde in Deutschland immer noch unterschätzt, sagte Merz laut AFP und bezeichnete sie als „fundamentale Angriffe“. Als Beispiel nannte er erneut den nach seinen Worten offensichtlich gescheiterten russischen Angriff auf ukrainische Frachtmaschinen auf dem Leipziger Flughafen im August. Man erlebe permanent Angriffe Russlands und müsse widerstandsfähig werden, sagte Merz laut Tagesspiegel.

In der von der Bundesregierung veröffentlichten Rede sprach Merz von hybriden Angriffen auf Sicherheit und Wohlstand, die durch Sabotage, Cyberangriffe, Drohnen und Desinformation verübt würden und die Spaltung der Gesellschaften weiter schürten. Russland führe seit fast fünf Jahren einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine und gefährde damit deren territoriale Integrität und die Freiheit und Sicherheit des gesamten europäischen Kontinents, sagte Merz laut dem Redetext. Der Versuch, „uns“ durch die Unterbrechung von Energielieferungen zu erpressen, sei gescheitert, erklärte er. Laut einer Zusammenfassung der Mitteilung der Bundesregierung betonte Merz, die multiplen Krisen und die weltpolitischen und technologischen Umwälzungen erforderten geschlossenes europäisches Handeln, neue Strategien und neue Partnerschaften.

Merz: Keine Kapitulation der Ukraine

Mit Blick auf neue Russland-Avancen von US-Präsident Donald Trump stellte Merz laut Tagesspiegel und AFP klar, eine Kapitulation oder eine bedingungslose Kapitulation der Ukraine komme nicht infrage, weil dies eine Kapitulation aller wäre. Deutschland und die Europäer unterstützten die Ukraine im eigenen Interesse, sagte er. Der Krieg sei nicht nur ein Krieg in der Ukraine, sondern ein grundlegender Angriff auf die gesamte politische Ordnung, die seit 1990 erreicht worden sei, begründete Merz die fortgesetzte Unterstützung. Die fortwährenden Desinformationen aus Moskau würden auch von einer Partei geschürt, sagte Merz laut Tagesspiegel in einer vom Blatt als Anspielung auf die AfD gewerteten Aussage.

Der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle

Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen zum Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle am 6. August 2026 wegen der besonderen Bedeutung des Falles von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Nach ihren Angaben gebe es zureichende tatsächliche Anhaltspunkte, dass am Abend des 4. August mittels einer mit professionellem Sprengstoff und einem Zünder versehenen Drohne eine Explosion verursacht werden sollte; eine Frachtmaschine musste durchstarten und kollidierte in der Luft mit einem Gegenstand, mutmaßlich einer weiteren Drohne.

Ein vorgeschlagener Gipfel ohne die Ukraine

Laut einem Bericht des Wall Street Journal, über den der Tagesspiegel am 19. Oktober 2026 berichtete, hat Präsident Wladimir Putin offenbar ein Gipfeltreffen mit Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen, um ein Ende des Ukrainekriegs zugunsten Moskaus auszuhandeln. Der Kreml habe vorgeschlagen, die Gespräche am Rande des Apec-Gipfels am 18. und 19. November im chinesischen Shenzhen abzuhalten; die Ukraine selbst solle nicht mit am Tisch sitzen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte der Zeitung, dass über eine mögliche Zusammenkunft diskutiert werde, es aber noch keine klaren Vorstellungen über das Treffen oder dessen Tagesordnung gebe.

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