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International

Ukrainekrieg

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine: Frontentwicklung, Diplomatie, Waffenlieferungen und internationale Reaktionen.

13 Einträge · Zuletzt aktualisiert 16. April, 14:38 Uhr

Hintergrund

Seit Februar 2022 führt Russland einen umfassenden Angriffskrieg gegen die Ukraine. Nach mehr als vier Jahren Krieg ist die Frontlinie weitgehend erstarrt, die Kämpfe konzentrieren sich auf den Donbass und die Schwarzmeerküste. Neue Entwicklungen prägen den Krieg 2026: erstmalige Roboter-Einsätze an der Front, massive Drohnenangriffe auf beiden Seiten, europäische Waffenpakete in Milliardenhöhe. Selenskyj kämpft diplomatisch um westliche Unterstützung, Russland versucht seine Kriegswirtschaft gegen Sanktionen zu stabilisieren. Dieser Ticker sammelt die wichtigsten Entwicklungen: Frontverschiebungen, Waffenlieferungen, diplomatische Initiativen und die internationalen Reaktionen.

Chronologie

16. April, 14:38 Uhr

Russische Streitkräfte haben am Donnerstag massive Luftangriffe auf ukrainische Städte geflogen. Mindestens 18 Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Russland bezeichnete die Angriffe als Reaktion auf die europäischen Rüstungszusagen an Kiew. Selenskyj hielt sich in der Hauptstadt auf, als Wohnhäuser und ein Hotel getroffen wurden. Gleichzeitig meldete die Ukraine die Zerstörung eines seltenen russischen Spezialfahrzeugs durch einen gezielten Drohnentreffer, der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

16. April, 10:40 Uhr

Ein ukrainischer Leopard 1A5 der 5. Schweren Mechanisierten Brigade hat an einem einzigen Tag 52 Treffer durch russische FPV-Drohnen und Molnija-Kampfdrohnen überstanden, ohne zerstört zu werden. Möglich machte das ein mehrschichtiges Schutzsystem aus Anti-Drohnenkäfig auf dem Turm, seitlichen Maschendrahtnetzen, reaktiver Panzerung und Stahlkabeln zum Brechen von Drohnenpropellern. Die Besatzung rüstete zusätzliche Kameras nach, um das durch die Käfige eingeschränkte Sichtfeld zu kompensieren. Der Bericht des ukrainischen Militärs führt das Überleben auf die kombinierte Wirkung der Schutzschichten zurück, nicht auf eine einzelne Komponente.

16. April, 06:37 Uhr

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Selenskyj erstmals in der Geschichte eine feindliche Stellung ohne einen einzigen Soldaten eingenommen. Drohnen übernahmen Aufklärung und Angriff, Bodenroboter marschierten in die russische Position ein. Die Einnahme verlief verlustfrei, einige russische Soldaten ergaben sich dem Bodenroboter. Die Zahl ukrainischer Militäreinheiten mit Bodenrobotern ist binnen vier Monaten von 67 auf 167 gestiegen, Drohnen sind laut Selenskyj für rund 90 Prozent der russischen Verluste an der Front verantwortlich.

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16. April, 00:36 Uhr

Das in Berlin vereinbarte Verteidigungspaket hat ein Gesamtvolumen von vier Milliarden Euro. Deutschland finanziert mehrere hundert Patriot-Raketen des US-Konzerns Raytheon sowie 36 zusätzliche Startsysteme für das Luftabwehrsystem IRIS-T von Diehl Defence. Für weitreichende Waffen sind 300 Millionen Euro vorgesehen. Ein gemeinsames Joint Venture soll in einer ersten Phase 5.000 KI-gestützte Mittel- und Langstreckendrohnen an die ukrainischen Streitkräfte liefern. Merz bezeichnete Deutschland als wichtigsten bilateralen Partner der Ukraine im Jahr 2026.

14. April, 12:21 Uhr

Bei den ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen seit mehr als zwanzig Jahren haben Bundeskanzler Merz und Präsident Selenskyj eine strategische Partnerschaft vereinbart. Unterzeichnet wurden eine Verteidigungskooperationsvereinbarung und eine Absichtserklärung zum industriellen Wiederaufbau. Kern ist eine gemeinsame Drohnenproduktion: Die Ukraine baut bereits doppelt so viele Drohnen wie sie selbst verbraucht und soll künftig auch europäische Streitkräfte ausrüsten. Parallel drängt Merz auf die Freigabe des von Ungarn blockierten EU-Kredits über 90 Milliarden Euro für Kiew, dessen Aussichten sich nach Orbáns Wahlniederlage am 9. April deutlich verbessert haben.

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13. April, 20:24 Uhr

Die 32-stündige Osterwaffenruhe ist um Mitternacht regulär ausgelaufen. Der ukrainische Generalstab dokumentierte 2.299 russische Verstöße, darunter 747 Kamikaze-Drohnenangriffe, 1.045 weitere Drohnenattacken, 479 Artilleriebeschüsse und 28 Sturmangriffe. Das russische Verteidigungsministerium zählte seinerseits 1.971 ukrainische Brüche. Trotz der hohen Zahl an Einzelverstößen blieb die Nacht vergleichsweise ruhig: Weder Raketenschläge noch Gleitbomben kamen zum Einsatz, was Zerstörung und Opferzahlen deutlich unter dem üblichen Kriegsniveau hielt. Überschattet wird die Bilanz vom Vorwurf, russische Soldaten hätten vier ukrainische Kriegsgefangene in der Oblast Charkiw erschossen.

12. April, 12:22 Uhr

Die Osterwaffenruhe war am Sonntagmittag formal noch in Kraft, doch die gegenseitigen Vorwürfe häuften sich. Russland beschuldigte die Ukraine, die Stadt Nowa Kachowka angegriffen und einen Zivilisten verletzt zu haben. Der ukrainische Generalstab hatte in den ersten Stunden bereits 469 russische Verstöße registriert, mehrere Medien berichteten bis zum Mittag von hunderten weiteren Brüchen. Selenskyj erklärte, die Ukraine werde auf jeden Angriff antworten, die Feuerpause jedoch nicht formell aufkündigen. Sie lief nach Moskauer Zeit am Ende des Ostersonntags aus.

12. April, 00:17 Uhr

Der ukrainische Generalstab dokumentierte in den ersten Stunden der Osterwaffenruhe 469 russische Verstöße. Darunter waren 22 Erstürmungsversuche an der Frontlinie, 153 Artilleriebeschüsse, 19 Kamikaze-Drohnenangriffe und 275 FPV-Drohneneinsätze. Russlands Verteidigungsministerium wies die Angaben zurück und beschuldigte seinerseits die Ukraine des Waffenruhebruchs. Selenskyj behielt sich das Recht zur Gegenwehr vor, wollte die Pause aber nicht formell aufkündigen. Ob die vereinbarten 32 Stunden bis zum Ende des Ostersonntags Bestand haben würden, blieb damit offen.

11. April, 14:25 Uhr

Russland und die Ukraine haben im Rahmen der 32-stündigen Osterwaffenruhe je 175 Kriegsgefangene ausgetauscht. Es ist der bislang größte Gefangenenaustausch seit Monaten. Präsident Selenskyj warnte zugleich vor möglichen Verstößen und erklärte, Kiew behalte sich das Recht zur Reaktion auf russische Angriffe ausdrücklich vor. Russische Drohnen flogen in der Nacht weiterhin über ukrainisches Gebiet, was die Ukraine als Bruch der vereinbarten Pause wertet. Die Waffenruhe läuft bis zum Ende des Ostersonntags am 12. April.

10. April, 07:22 Uhr

Präsident Putin hat für das orthodoxe Osterwochenende eine 32-stündige Feuerpause ausgerufen, Selenskyj kündigte an, entsprechend zu handeln. Die Pause gilt ab Samstag 16 Uhr Ortszeit bis zum Ende des Ostersonntags. Noch während die Ankündigung lief, flogen russische Schahed-Drohnen über der Ukraine, Luftalarm herrschte landesweit. Zum Osterfest 2025 hatte Kiew 4.900 Verstöße gegen eine vergleichbare Feuerpause dokumentiert. Selenskyj forderte parallel eine 30-tägige Waffenruhe als Anschluss an die Osterpause.

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9. April, 19:18 Uhr

Ukrainische Drohnen haben in wenigen Tagen rund 40 Prozent der russischen Ölexportkapazität lahmgelegt. Getroffen wurden unter anderem die Pumpstation Krymsk im Krasnodar Krai und das Terminal Sheskharis in Noworossijsk, Russlands größtem Schwarzmeer-Exporthafen mit einer Tageskapazität von 700.000 Barrel. Nach Reuters-Angaben ist es die schwerste Störung der russischen Ölversorgung seit Beginn der Invasion 2022. Die Ukraine zielt gezielt auf den Flaschenhals der Exportkette: Terminals und Pumpstationen, die schwerer zu schützen sind als Raffinerien. Russlands Staatshaushalt hängt zu mehr als 30 Prozent von Rohstoffexporten ab.

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8. April, 18:45 Uhr

Wolodymyr Selenskyj hat als erstes europäisches Staatsoberhaupt seit dem Sturz Assads Damaskus besucht. Der ukrainische Präsident wurde von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa empfangen, begleitet wurde er vom türkischen Außenminister Hakan Fidan. Vereinbart wurden Sicherheitskooperationen, darunter Verhandlungen über die Ausbildung der neuen syrischen Armee durch Ukraine und Türkei. Zwei ehemalige russische Militärbasen in Syrien sollen in Ausbildungseinrichtungen umgewandelt werden. Der Besuch zielt direkt auf russische Interessen in der Region, Moskau verliert damit weiter an Einfluss im östlichen Mittelmeer.

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8. April, 17:15 Uhr

Nach der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran drängt Moskau auf eine Wiederaufnahme der trilateralen Ukraine-Gespräche. Kremlsprecher Peskow erklärte, man hoffe, amerikanische Vertreter fänden bald wieder Zeit für Treffen im Dreierformat. Die Verhandlungen hatten im Januar 2026 in Abu Dhabi begonnen, wurden aber im März wegen des Iran-Krieges ausgesetzt. Der Kreml will das entstehende diplomatische Zeitfenster nutzen, obwohl strukturelle Streitpunkte ungelöst bleiben: Russland fordert unverändert den Rückzug ukrainischer Truppen aus nicht besetzten Teilen des Donbass, was Kiew kategorisch ablehnt.

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