
BloombergNEF erwartet 2026 US-Rekordzubau bei Solar, Wind, Speichern
Quellen (6)
- US Clean Energy Set to Reach New Highs as Tax-Credit Cliff Loomsenergyconnects.com
- Sections 45Y and 48E Beginning of Construction Noticeirs.gov
- Electric Power Annual - U.S. Energy Information Administration (EIA)eia.gov
- The share of solar generation with co-located battery storage is increasing - U.S. Energy Information Administration (EIA)eia.gov
- Meredith Annex - BloombergNEF | LinkedInuk.linkedin.com
- Report: U.S. clean power continues to grow as cancellations, gas development accelerateedf.org
Treiber sind laut Bloomberg ein Rennen der Entwickler um auslaufende Bundessteuergutschriften und die stark steigende Stromnachfrage von Rechenzentren.
Hintergrund: eine Frist im Steuerrecht
Hintergrund ist eine gesetzliche Frist, die US-Steuerbehörde IRS in einer 2025 veröffentlichten Mitteilung erläutert: Laut der Mitteilung der US-Steuerbehörde IRS müssen die betreffenden Wind- und Solaranlagen vor dem 5. Juli 2026 mit dem Bau begonnen haben, wenn sie erst nach dem 31. Dezember 2027 in Betrieb gehen sollen, um die Steuergutschrift noch zu erhalten. Als Baubeginn zählte laut der Mitteilung, wenn physische Arbeiten wesentlicher Art beginnen; vorbereitende Tätigkeiten reichten dafür nicht, selbst wenn ihre Kosten zur Abschreibungsgrundlage der Anlage gehörten. Zusätzlich verlangt die Behörde ein durchgehendes Bauprogramm; in einem Beispiel der IRS gilt diese Kontinuität als erfüllt, wenn der Bau am 20. August 2025 beginnt und die Anlage bis zum 31. Dezember 2029 in Betrieb geht.

Solar und Speicher treiben den Ausbau
Solarenergie soll laut Bloomberg auch 2026 den größten Anteil der neuen sauberen Stromerzeugung stellen, allein für dieses Jahr erwarten die Analysten Installationen von 48.9 Gigawatt. Zum Vergleich: 2025 waren laut dem EIA-Jahresbericht bei Solarthermie und Photovoltaik im Versorgungsmaßstab insgesamt 29.644.6 Megawatt neu hinzugekommen. Für Onshore-Windkraft hob BloombergNEF die Prognose bis 2036 um 15 Prozent auf 99.7 Gigawatt an, für Batteriespeicher um 35 Prozent auf 383 Gigawatt; Bundesförderanreize für Speicher blieben demnach bestehen, während die Unterstützung für einige Projekte erneuerbarer Energien auslaufe. Angekündigte Unternehmensverträge über sauberen Strom summierten sich laut BloombergNEF bis einschließlich August auf mehr als 15 Gigawatt, fast drei Viertel davon entfielen auf Meta Platforms und Google.
Solar und Speicher wachsen dabei zunehmend gemeinsam: Laut einer EIA-Analyse waren mit Stand September 2026 über 16 Prozent der im Jahr 2026 neu hinzugekommenen Solarkapazität im Kraftwerksmaßstab am selben Standort mit betriebsbereiten Batteriespeichern kombiniert, 2017 lag der Anteil erst bei 2 Prozent. Laut EIA zeigen gemeldete Pläne für Solarzubauten im letzten Quartal 2026, dass der Anteil im Gesamtjahr auf 19 Prozent steigen könnte; für 2027 und 2028 eingereichte Pläne liegen bereits über 30 Prozent. Betreiber können die Solarproduktion je nach Großhandelspreis ins Netz oder in die Batterie leiten und so den wirtschaftlichen Wert der Anlage bei wechselnden Preisen steuern. Photovoltaik macht inzwischen 13 Prozent der gesamten US-Erzeugungskapazität im Kraftwerksmaßstab aus, 18 Prozent davon sind mit Speichern kombiniert.

Auch Erdgas wächst stark
Der Ausbau von Erdgas schmälert laut Bloomberg die Klimavorteile des Erneuerbarenausbaus. Die von BloombergNEF genannten 67,8 Gigawatt möglicher neuer Gaskapazität verteilen sich auf den Zeitraum bis 2030, während sich die erwarteten 89 Gigawatt an Solar-, Wind- und Speicherkapazität allein auf das Jahr 2026 beziehen. Berichtsautor Hall Welborn sieht Rechenzentren insgesamt weiter als Rückenwind für erneuerbare Energien, der jedoch durch die wachsende Pipeline an Gasprojekten getrübt werde. Eine eigene Analyse von Environmental Defense Fund und Atlas Public Policy registrierte für das erste Halbjahr 2026 einen Anstieg der geplanten und im Bau befindlichen Gaskraftwerkskapazität um 23.5 Gigawatt auf 68.3 Gigawatt; fossile Energieträger machten damit 29 Prozent der geplanten Kraftwerkskapazität aus, gegenüber 9 Prozent Ende 2022. Im selben Halbjahr stornierten Entwickler laut Environmental Defense Fund 14.9 Gigawatt geplanter oder im Bau befindlicher Kapazität für saubere Stromversorgung, wobei Solar- und Batterieprojekte fast die gesamte stornierte Kapazität ausmachten. BloombergNEF senkte parallel die Prognose für Solaranlagen im Kraftwerksmaßstab von 2026 bis 2036 wegen neuer Zölle und des Auslaufens der Steuergutschriften um 7,5 Prozent auf 430 Gigawatt.
Was den Zubau bremsen könnte
Entwickler kämpfen laut Bloomberg zugleich mit teurerer Finanzierung, Handelsbarrieren und Unsicherheit über Kosten und Verfügbarkeit von Ausrüstung. BloombergNEF erwartet zudem, dass die US-Gasindustrie wegen der Nachfrage aus Rechenzentren bereits 2028 von einem Produktionsüberschuss in ein Defizit wechseln könnte, obwohl die USA weltweit größter Erdgaslieferant sind.
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