
Rekordzubau bei Solar und Wind 2025
Quellen (9)
- World adds a record-breaking 814 GW of solar and wind in 2025 | Emberember-energy.org
- Solar leads global additions in 2025 as wind growth accelerates - pv magazine Globalpv-magazine.com
- The world added 4 GW of new solar capacity for every GW of wind in 2025, but wind is gaining - pv magazine USApv-magazine-usa.com
- World adds record 814 GW of solar, wind in 2025balkangreenenergynews.com
- ember_monthly_capacity_methodologystorage.googleapis.com
- The world added a record 814 GW of wind + solar – reshaping energy fast | Electrekelectrek.co
- Monthly Wind and Solar Capacity Data | Emberember-energy.org
- European Electricity Review 2025 | Emberember-energy.org
- Wind and Solar Capacity Data Explorer | Emberember-energy.org
Der Zubau lag 17 Prozent über dem Vorjahr, als 696 Gigawatt hinzukamen. Durch den Zubau stieg laut Ember die weltweit installierte Gesamtkapazität von Wind und Solar auf 4.174 Gigawatt, mehr als vier Terawatt.
Wachstum vor dem Hintergrund der Eskalation im Nahen Osten
Ember ordnete den Zubau am 20. März 2026 in einen geopolitischen Kontext ein: Energiestratege Kingsmill Bond erklärte, die anhaltende Eskalation im Nahen Osten erinnere an die Risiken der Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas. Solar, Wind und Batterien böten Importeuren laut Bond einen günstigeren und schneller umsetzbaren Weg zu Energiesicherheit, ohne geopolitische Bedingungen.

Solar vor Wind: fast vier zu eins
Den überwiegenden Teil des weltweiten Zubaus machte 2025 Solarenergie aus: Auf jedes Gigawatt neuer Windkapazität kamen fast vier Gigawatt neue Solarkapazität, wie Ember mitteilt. Weltweit wurden 647 Gigawatt neue Solarkapazität installiert, nach 582 Gigawatt im Jahr 2024, ein Plus von 11 Prozent. Die weltweite Solarkapazität erreichte damit Ende 2025 fast 2.900 Gigawatt. Beim Wind wuchs der Zubau deutlich schneller: Er stieg um 47 Prozent von 113 auf 167 Gigawatt, die installierte Windkapazität erreichte rund 1.300 Gigawatt. Der beschleunigte weltweite Windzubau spiegelt laut pv magazine jüngste Berichte über Rekordzubauten bei Offshore-Windanlagen wider. „Das Ausmaß und das Tempo des Solarausbaus sind im Stromsektor beispiellos“, sagte Ember-Datenanalyst Leonard Heberer; zusammen mit dem beschleunigten Windzubau seien diese Technologien auf dem Weg, das Rückgrat der weltweiten Stromversorgung zu werden. Heberer ergänzte, der weitere Ausbau werde die Energieunabhängigkeit stärken, die Abhängigkeit von anfälligen fossilen Lieferketten verringern und Verbraucher vor geopolitisch bedingten Preisspitzen bei fossilen Brennstoffen schützen helfen.
In der Europäischen Union wuchs die Photovoltaikkapazität 2025 um 65 Gigawatt neue Solarkapazität in der EU beziehungsweise 18,6 Prozent auf insgesamt 415 Gigawatt, nach einem noch kräftigeren Plus von 25 Prozent im Jahr davor. Die Windkraftkapazität der Europäischen Union legte laut Balkan Green Energy News dagegen um 6 Prozent zu, auf 247 Gigawatt, genauso wie bereits 2024. In der Türkei stieg die Solarkapazität laut Balkan Green Energy News um 24,3 Prozent auf 25,1 Gigawatt, die Windkraftkapazität um 14,7 Prozent auf 14,8 Gigawatt. Pro Kopf zeigt sich das Gefälle deutlich: Die Türkei kam Ende 2025 auf 286 Watt Solarleistung pro Kopf, die EU auf 924 Watt und der Weltdurchschnitt auf 349 Watt. Bei Windkraft lag die Türkei bei 168 Watt pro Kopf, die EU bei 549 Watt und der Weltdurchschnitt bei 158 Watt.

Wie belastbar die Zahlen sind
Die Zahlen beruhen auf einem Datensatz, der mit Stand 20. März 2026 nicht die gesamte Welt abdeckte, sondern 25 Länder und/oder Regionen umfasste, auf die nach Embers eigener Methodik rund 92 Prozent der globalen Solar- und 91 Prozent der globalen Windkapazität entfielen. Zur Einordnung: Die Pressemitteilung vom 20. März 2026 nennt für 25 Länder 93 Prozent Solar- und 92 Prozent Windabdeckung, die genaue Reichweite des Datensatzes ist damit nicht einheitlich beziffert. Für Länder ohne eigene Monatsmeldungen schätzt Ember die Solarinstallationen unter anderem anhand chinesischer Exportdaten, mit einer angenommenen Umsetzungsrate von 85 Prozent und sechs Monaten Verzögerung; Windwerte werden aus den Wachstumsmustern berichtender Länder hochgerechnet. Ember selbst geht davon aus, dass der Datensatz das tatsächliche Tempo des weltweiten Zubaus eher unterschätzt. Laut pv magazine sank der Kohleanteil an der weltweiten Stromerzeugung zwar von einem Höchststand von 40,8 Prozent auf gut 34 Prozent zwischen 2007 und 2025, die absolut erzeugte Kohlestrommenge stieg im selben Zeitraum aber von 8.052 auf 10.539 Terawattstunden, während die gesamte Stromerzeugung von 19.714 auf 30.930 Terawattstunden zunahm.
Nach Berechnungen der Berichtsautoren könnte allein die 2025 hinzugekommene Kapazität rechnerisch rund 1.046 Terawattstunden Strom pro Jahr liefern und damit mehr als ein Siebtel der weltweiten Gasstromerzeugung ersetzen, was bei den zum Berichtszeitpunkt geltenden Preisen etwa 138 Milliarden Dollar jährlichen Gasimportkosten entspräche. Das ist ein rechnerisches Erzeugungspotenzial. Der jährliche, aber mengenmäßig noch kleinere Windzubau legte 2025 mit 47 Prozent deutlich stärker zu als der Solarzubau mit 11 Prozent, während die weltweit erzeugte Kohlestrommenge laut pv magazine 2025 bei 10.539 Terawattstunden lag.
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