Weltmädchenindex: Fortschritte 2000 2023 in 178 von 192 Ländern
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Weltmädchenindex: Fortschritte 2000 2023 in 178 von 192 Ländern

Der erste Weltmädchenindex von Plan International Deutschland und der Ruhr-Universität Bochum macht die Mädchengesundheit über Länder und Jahrzehnte hinweg vergleichbar und zeigt langfristige Fortschritte bis 2023. Dennoch leben laut Index rund 290 Millionen Mädchen in Ländern mit niedriger oder sehr niedriger Mädchengesundheit.

Quellen (11)
  1. Erster Weltmädchenindex: Gesundheit von Mädchen verbessert sich in 178 Ländern | Plan International Deutschland e.V.plan.de
  2. Gesundheit von Mädchen hat sich weltweit verbessert, aber weiter große Unterschiede – News – Deutsches Ärzteblattaerzteblatt.de
  3. Good News for Millions of Girls Worldwide - VIENNA.ATvienna.at
  4. Plan International Deutschland: Weltweite Kürzungen gefährden besonders Mädchen | Plan International Deutschland e.V.plan.de
  5. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan zum Beschluss des Bundeshaushaltes 2026 | BMZbmz.de
  6. Plan International Deutschland entwickelt ersten Index zur Lage von Mädchen weltweit | Plan International Deutschland e.V.plan.de
  7. State of the World’s Girls 2026: Change her forecast | Plan Internationalplan-international.org
  8. Landmark study shows global gains for girls, but threats to progress loom | Plan Internationalplan-international.org
  9. First Global Girls’ Index finds health gains in 178 countries - Squirrel Newssquirrel-news.net
  10. Plan International Deutschland entwickelt ersten Index zur Lage von Mädchen weltweit ... | Presseportalpresseportal.de
  11. Gesundheit von Mädchen verbessert sich in 178 Ländern | Newsportal - Ruhr-Universität Bochumnews.rub.de
18. Oktober 2026, 12:01 Uhr761 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Plan International Deutschland entwickelte den ersten Weltmädchenindex gemeinsam mit dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum. Der Index macht erstmals die gesundheitliche Situation von gut 971 Millionen Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen fünf und 19 Jahren über Länder und Jahrzehnte hinweg vergleichbar.

Fortschritt zeigt sich laut Plan International bei der Sterblichkeit: Starb im Jahr 2000 weltweit im Durchschnitt noch fast jedes 800. Mädchen, war es 2023 noch durchschnittlich jedes 1.700. Auch die Wahrscheinlichkeit, als Mädchen ein Kind zu bekommen, sank weltweit um ein Drittel, von durchschnittlich jedem 31. Mädchen im Jahr 2000 auf jedes 48. Mädchen im Jahr 2023.

mädchengesundheit

Was der Index misst

Der Weltmädchenindex bündelt fünf Indikatoren: die Sterblichkeit von Mädchen, adoleszente Fertilität, Müttersterblichkeit, Anämie und sexuell übertragbare Infektionen. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtete, stammen die Daten aus den Weltbevölkerungsprognosen der Vereinten Nationen und der Global-Burden-of-Disease-Studie; die fünf Werte werden auf eine Skala von null bis 100 zusammengefasst, wobei höhere Werte eine bessere gesundheitliche Situation bedeuten. Dem Bericht zufolge stieg der globale Durchschnittswert zwischen 2000 und 2023 von 45,16 auf 51,07 Punkte. Die erste Ausgabe beschränkt sich auf Gesundheit; ein vollständiger Index mit zusätzlich Bildung, Schutz sowie Chancen und Teilhabe ist für 2028 geplant.

Deutliche Fortschritte, aber große regionale Unterschiede

In 178 der 192 für den Index untersuchten Länder verbesserte sich die Mädchengesundheit zwischen 2000 und 2023. Im regionalen Durchschnitt verbesserte sich der Indexwert dabei am stärksten in Sub-Sahara Afrika um 9,77 Punkte und in Südasien um 9,32 Punkte. Dennoch leben weiterhin rund 290 Millionen Mädchen, fast jedes dritte weltweit, in den 66 Ländern mit niedriger oder sehr niedriger Mädchengesundheit; weniger als zehn Prozent der Mädchen leben in den 51 Ländern mit sehr hoher Mädchengesundheit. 2023 lag der durchschnittliche Indexwert in Sub-Sahara Afrika bei 30,83 Punkten, in Europa bei 71,64, in Ostasien bei 65,26 und in Nordamerika bei 64,25. Jede Stunde starben laut Deutschem Ärzteblatt nach den zugrunde liegenden Daten 2023 weltweit durchschnittlich fast fünf Mädchen und junge Frauen an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt, mehr als die Hälfte davon in Ländern mit sehr niedriger Mädchengesundheit. Seit der Coronapandemie wuchs die gesundheitliche Ungleichheit zwischen Ländern im untersuchten Zeitraum laut Plan International wieder: Der Abstand zwischen den höchsten und niedrigsten Werten war 2020 und 2021 am kleinsten und nahm bereits 2022 wieder deutlich zu.

Im Vergleich: Ruanda, Äthiopien und Burundi

Auf Länderebene verbesserte sich der Indexwert zwischen 2000 und 2023 laut Deutschem Ärzteblatt in Ruanda besonders deutlich, um 33,07 Punkte, gefolgt von Äthiopien mit 29,78 und Burundi mit 27,52 Punkten. Der Index lässt laut VIENNA.AT die konkreten Ursachen der weltweiten Verbesserungen nicht unmittelbar erkennen. In Kambodscha ging die Müttersterblichkeit nach Angaben von Plan International deutlich zurück, insbesondere durch die Ausbildung von Hebammen. In Bangladesch half ein Stipendienprogramm für Mädchen dabei, die Zahl früher Schwangerschaften mehr als zu halbieren.

weltmädchenindex

„Die Ergebnisse des Weltmädchenindex zeigen, dass Investitionen wirken, dass politischer Wille etwas bewegt und dass Fortschritt möglich ist“, erklärte Petra Berner, Vorstandsvorsitzende von Plan International Deutschland. Wichtig sei nun, die erreichten Fortschritte zu sichern und jene Mädchen zu erreichen, die bislang nicht ausreichend davon profitierten. Pierre Thielbörger, Geschäftsführender Direktor des IFHV, erklärte, der Gesundheitsschwerpunkt mache Fortschritte ebenso sichtbar wie besorgniserregende Defizite und eröffne die Möglichkeit zu untersuchen, wo und warum die Lebenswirklichkeit hinter menschenrechtlichen Gewährleistungen und staatlichen Verpflichtungen zurückbleibe.

Ergebnisse legen Wissenslücken offen

Nach Angaben von Plan International Deutschland sind Daten häufig nicht nach Alter, Geschlecht, Behinderung, Herkunft oder sozialer Lage aufgeschlüsselt; dadurch bleiben besonders benachteiligte Mädchen in politischen Entscheidungen unsichtbar. Auch zu psychischer Gesundheit, Impfquoten, dem Zugang zur Versorgung und zur sexuellen Selbstbestimmung fehlen den Autorinnen und Autoren zufolge häufig ausreichend differenzierte Daten.

Schrumpfende Hilfsgelder: Plans Warnungen von 2025

In einer Pressemitteilung zur Vorstellung des Jahresberichts 2024 hatte Plan International Deutschland im März 2025 gewarnt, die USA hätten ihre Auslandshilfen mit massiven Auswirkungen auf internationale Hilfsprojekte eingefroren und auch in Deutschland gebe es deutliche Einschnitte. Nach Angaben der Organisation waren damals weltweit rund 300 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen; weil Regierungen massiv Geld kürzten, reduzierten die Vereinten Nationen die Zahl der Menschen, die sie zu erreichen versuchten, auf 180 Millionen, wofür selbst dann noch fast 80 Prozent der benötigten Mittel fehlten. Plans Vorstandsvorsitzende Petra Berner warnte damals, Kürzungen bei Schutz, Nahrung und Bildung hätten verheerende Folgen besonders für Mädchen und forderte mehr statt weniger Hilfe. Der Bundeshaushalt 2026, den der Bundestag am 28. November 2025 beschloss, bringe laut Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan schmerzhafte Kürzungen, halte Deutschland aber dennoch als zuverlässigen Partner. Zugleich seien zusätzliche Mittel etwa für das Welternährungsprogramm, das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und die deutsche Zivilgesellschaft bereitgestellt worden, wofür sie sich eingesetzt habe.

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