
Malariaimpfstoff ProC6C zeigt Schutz in Studie
Quellen (8)
- The Lancet Infectious Diseases: Efficacy of ProC6C-AlOH/Matrix-M against Plasmodium falciparum infection and mosquito transmission: a phase 2, randomised, controlled human malaria infection studydoi.org
- Experimental Multistage Malaria Vaccine Demonstrates Promising Protection in Early Trial | Pharmacy Timespharmacytimes.com
- Ny malaria-vaccine viser lovende resultater i forsøgssi.dk
- ProC6C, a novel multi-stage malaria vaccine, elicits functional antibodies against the minor and central repeats of the Circumsporozoite Protein in human adults - PMCpmc.ncbi.nlm.nih.gov
- Nature/Scientific Reports: Perceptions and acceptability of the controlled human malaria infection (CHMI) model in The Gambia: a qualitative studydoi.org
- Statens Serum Institut Initiates Phase2 Efficacy Trial for Standalone Multi-stage Malaria Vaccine Candidateen.ssi.dk
- Experimental multistage malaria vaccine shows promising protection in small trial | CIDRAPcidrap.umn.edu
- Malaria vaccine rollout and R&D Lisa Stockdale, Technical Officer WHO Immunization, Vaccines and Biologicscdn.who.int
Ein experimenteller Malariaimpfstoff hat in einer randomisierten, doppelblinden Phase-2-Studie in Sotuba, einem stadtnahen Gebiet in Mali, künstlich ausgelöste Malariainfektionen bei geimpften Erwachsenen seltener zugelassen als bei einer Kontrollgruppe. Je nach Berechnungsmethode lag die Wirksamkeit bei 76 oder 54 Prozent, wie The Lancet Infectious Diseases im Dezember 2025 zum Kandidaten ProC6C-AlOH/Matrix-M berichtete.
Am 20. März, 15. April und 9. Mai 2024 erhielten 34 Teilnehmende, 15 Männer und 19 Frauen, ihre Impfungen. Gesunde, malariaerfahrene Erwachsene zwischen 18 und 50 Jahren wurden im Verhältnis 1:1 drei Impfungen im Abstand von vier Wochen zugeteilt: entweder dem Kandidaten mit 100 Mikrogramm ProC6C und 50 Mikrogramm Matrix-M oder dem Tollwutimpfstoff Verorab als Kontrolle.

Bis Tag 28 nach der Infektion entwickelten 19 von 32 Teilnehmenden, also 59 Prozent, nachweisbare Parasiten im Blut: 13 von 16 in der Kontrollgruppe gegenüber sechs von 16 in der Impfstoffgruppe. In der Zeit-bis-Ereignis-Analyse der Per-Protokoll-Population ergab das eine Wirksamkeit von 76 Prozent mit einem Konfidenzintervall von 36 bis 91. Eine zweite Berechnung anhand des Risikoverhältnisses ergab 54 Prozent Wirksamkeit, mit breiterem Konfidenzintervall von 9 bis 77. Bei den Teilnehmenden, die trotz Impfung eine Infektion entwickelten, verzögerte sich der Nachweis von Parasiten im Blut im Median um zwei Tage, von zwölf auf vierzehn Tage.
Unerwünschte Ereignisse in der Impfstoffgruppe fast alle mild
Die Impfung wurde laut Studie gut vertragen. Mindestens ein unerwünschtes Ereignis trat bei 13 von 17 Impfstoffempfängern auf, gegenüber drei von 17 in der Kontrollgruppe; in der Impfstoffgruppe waren die Ereignisse fast alle mild.
Wie Forschende das Ergebnis einordnen
Die Studienautoren bezeichnen die Untersuchung als erste klinische Studie eines Anti-PfCSP-Subunit-Impfstoffs, die bei kontrollierter Infektion 12 Wochen nach der letzten Dosis eine Wirksamkeit von über 50 Prozent erreicht habe und beschreiben ein damit verbundenes neues, mechanistisch plausibles Schutzkorrelat. Das an der Entwicklung beteiligte Statens Serum Institut erklärte dazu, der Impfstoff solle Schutz vor Infektion mit einer verringerten Übertragung auf Mücken kombinieren. Nach Angaben des Instituts verringerte der Kandidat auch die Übertragung auf Mücken. Der beteiligte Forscher Michael Theisen erklärte, dieser Studientyp mit Menschen und Mücken sei erstmals für einen Multistadien-Impfstoff eingesetzt worden, forderte aber eine Bestätigung in größeren Studien.

Frühere Befunde zum Impfstoff
Eine einzelne Gabe von ProC6C-AlOH/Matrix-M löste dort bei 19 von 20 Freiwilligen eine Serokonversion gegen das Zielprotein PfCSP aus. Dreizehn von 20 Freiwilligen dieser Gruppe (65 Prozent) zeigten zudem eine übertragungsreduzierende Aktivität von mehr als 80 Prozent, die mit den Antikörperspiegeln gegen das Protein Pfs48/45 korrelierte; die Gruppen der jetzigen Studie in Mali mit je 17 Geimpften pro Arm sind damit kleiner als die 20-köpfigen Gruppen der früheren Studie. Erfahrungen mit kontrollierten Infektionsversuchen
Die acht Teilnehmenden bewerteten ihre Teilnahme insgesamt als positive Erfahrung, einige äußerten aber Bedenken wegen häufiger Blutentnahmen oder weil der Studienzeitplan ihre Universitätsveranstaltungen durchkreuzte. Die Autoren jener Studie weisen darauf hin, dass gezielte Infektionen gesunder Freiwilliger dem Grundsatz widersprechen, zuerst nicht zu schaden und mahnen sorgfältige ethische Prüfungen an, weil finanzielle Entschädigung Menschen mit niedrigem Einkommen zur Teilnahme bewegen könnte.
Weitere Forschung zur Wirksamkeit bei Kindern
Die Studienautoren empfehlen, nach einer schrittweisen Einbeziehung jüngerer Altersgruppen in künftigen Phase-2-Studien mit ProC6C die Wirksamkeit gegen natürlich erworbene klinische Malaria und gegen Weiterübertragung bei Kindern im Vorschulalter und Grundschulalter zu untersuchen. Auch das Institut kündigte weitere Studien an, darunter mögliche Felduntersuchungen bei Kindern, die nach seinen Angaben besonders durch Malaria gefährdet sind und am meisten zur Übertragung beitragen. Theisen betonte laut SSI, die Ergebnisse müssten in größeren Studien bestätigt werden; wenn sich individueller Schutz mit einer Verringerung der Übertragung verbinden lasse, könne ein solcher Impfstoff in besonders betroffenen Regionen Bedeutung für die Malariabekämpfung gewinnen.
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