
SozialMarie würdigt Hilfe für ukrainische Kinder
Quellen (11)
- SozialMarie 2026: Vorhang auf für soziale Innovation! | SozialMariesozialmarie.org
- Vienna: Humana Nova wins the SozialMarie 2026 award for social innovationhumananova.org
- Vzdelávanie detí z cudziny: Od reakcie na krízu k systémovej sociálnej inovácii | Inklucentruminklucentrum.sk
- "SozialMarie": Soziales Engagement wurde in Döbling ausgezeichnet - Döblingmeinbezirk.at
- Austria: SozialMarie – Award for Social Innovation – International Federation of Social Workersifsw.org
- Über den Preis | SozialMariesozialmarie.org
- SozialMarie 2026: Curtain Up for Social Innovation! | SozialMariesozialmarie.org
- SozialMarie Award Ceremony 2026 | SozialMariesozialmarie.org
- Publikumspreis | SozialMariesozialmarie.org
- SozialMariesozialmarie.org
- Runde & Eckige Tischerundundeckig.at
Veranstaltungsort war laut SozialMarie das Casino Zögernitz in Wien, die Preise wurden zum 22. Mal verliehen. Nach Angaben des ausgezeichneten Unternehmens Humana Nova fand die Zeremonie am 11. Mai 2026 statt. Den ersten Preis erhielt das Comprehensive Integration Program EDU-UA aus der Slowakei, das Kinder unterstützt, die neu ankommen, die Sprache nicht sprechen und im Schulalltag Hilfe brauchen.
Hauptpreis für die Integration ukrainischer Kinder im Schulalltag
Nach Angaben der Veranstalter entwickelte sich EDU-UA aus unmittelbarer Hilfe zu einem Ansatz, der psychosoziale Unterstützung, Sprachförderung und Impulse für das Bildungssystem verbindet. Die Organisation berichtet von Kindern in dissoziativen Zuständen, unzureichendem Spracherwerb sowie sichtbarer Trauer und Angst, ab Januar 2023 seien daraus entwickelte Handlungsvorschläge unmittelbar an Schulen umgesetzt worden. Die psychosoziale Unterstützung wuchs nach Angaben von Inklucentrum von zehn auf 19 Schulen in Bratislava, eine intensive Sprachförderung startete pilotweise an vier Grundschulen; für die Sprachförderung nennt die Organisation zwei Sprachzentren, drei Schuljahre, ein zwölfköpfiges Team und 62 Kinder.

Zweiter und dritter Preis: Grenzen wahren, Kultur zugänglich machen
Den zweiten Preis erhielt Modern Self-Defense aus Tschechien, ein Programm, das nicht auf Kampfsport setzt, sondern Teilnehmerinnen und Teilnehmern hilft, eigene Grenzen früh zu erkennen und ihre Handlungsspielräume zu nutzen. Den dritten Preis gewann Cinema without barriers aus Slowenien, das barrierefreie Filmvorführungen für blinde und taube Menschen als Standardangebot organisiert und besonders in kleineren Städten Zugang zu Kultur schafft.
Österreichs Preisträger gewinnt auch den Publikumspreis
Aus Österreich wurde das Asylum Lawyers’ Network (NWAA) ausgezeichnet, das zugleich den Publikumspreis erhielt. Das Netzwerk bündelt juristische Expertise und begleitet ausgewählte Asylverfahren durch alle Instanzen bis zu europäischen Gerichten, mit dem Ziel, über den Einzelfall hinaus zur Weiterentwicklung menschenrechtlicher Standards beizutragen. Laut MeinBezirk gehören dem Netzwerk auch zahlreiche Wiener Anwältinnen und Anwälte an; das Netzwerk bündelt juristische Expertise, um Präzedenzfälle bis zum Europäischen Gerichtshof zu begleiten. Das Ziel sei nicht allein die Hilfe im Einzelfall, sondern die langfristige Sicherung menschenrechtlicher Standards innerhalb der österreichischen Gerichtsbarkeit, heißt es in dem Bericht. Dass die Initiative neben dem Fachpreis auch den Publikumspreis erhielt, unterstreiche laut MeinBezirk die gesellschaftliche Sensibilität für das Thema.
Weitere Preise: Kreislaufwirtschaft, Energie und Bildung
Unter den kroatischen Preisträgern war laut SozialMarie auch Humana Nova, dessen Personalmanagerin Karolina Kraljić den Preis entgegennahm, laut Unternehmensangaben wurden in diesem Jahr 15 von 360 eingereichten Projekten ausgezeichnet, die drei bestplatzierten Projekte stammten aus der Slowakei, Tschechien und Slowenien. Nach eigenen Angaben verkauft Humana Nova gut erhaltene Kleidungsstücke aus seiner Textilsammlung im eigenen Secondhandladen, schneidet für die Nutzung als Kleidung ungeeignete Baumwolltextilien zu Putzlappen und recycelt die übrigen unbrauchbaren Textilien zu Industriefilz, aus zertifizierten Ökomaterialien entstehen zudem neue Textilprodukte. Bildungsangebote und Workshops für Kinder, Jugendliche und Bürgerinnen und Bürger ergänzen das Programm.
Im Vergleich: Eine frühere SozialMarie-Verleihung
Die SozialMarie gilt nach eigener Darstellung als erster Preis für soziale Innovation in Europa, mit der ersten Ausschreibung 2004 und der ersten Verleihung 2005, betrieben wird sie von der Unruhe Privatstiftung, die Wanda Moser-Heindl und Friedrich Moser im Jahr 2000 gegründet hatten. Bei einer früheren Verleihung wurden ebenfalls 15 Projekte ausgezeichnet, damals mit einer Gesamtsumme von 42.000 Euro bei einer Zeremonie im ORF Radiokulturhaus in Wien, wie die International Federation of Social Workers berichtete. Die Spitzenplätze gingen laut IFSW damals an Projekte aus Ungarn, Tschechien und Kroatien, während bei der diesjährigen Verleihung laut SozialMarie Projekte aus der Slowakei, Tschechien und Slowenien die ersten drei Plätze belegten. Die übrigen zwölf Preise gingen damals laut IFSW an eine Mischung österreichischer, ungarischer und tschechischer Projekte.
Inklucentrum über die Zukunft von EDU-UA
Der Nothilfeansatz soll dauerhaft in ein staatlich finanziertes Modell übergehen, wie Inklucentrum erklärt. Die Gesetzesänderungen zur schulischen Integration ausländischer Kinder wurden laut Inklucentrum zum 1. Januar 2026 angenommen. Inklucentrum berichtet, seit September 2025 gemeinsam mit NIVAM und der Grundschule Kataríny Brúderovej mit Genehmigung des Bildungsministeriums eine experimentelle Erprobung zweier weiterer Anpassungsklassen durchzuführen, mit denen die Organisation zum beschriebenen Stand insgesamt 13 solcher Klassen fachlich betreut habe. Die SozialMarie selbst zeichnet nach eigenen Kriterien nur erfolgreich umgesetzte Projekte aus, Sichtbarkeit für solche Lösungen und die Diskussion über soziale Innovation sind ihr erklärtes Ziel.
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