Wärmepumpenabsatz in 21 Ländern 2025 um 13% gestiegen
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Wärmepumpenabsatz in 21 Ländern 2025 um 13% gestiegen

Laut der Internationalen Energieagentur vermieden Wärmepumpen 2025 in Europa, Japan und China schätzungsweise rund 53 Milliarden Kubikmeter Erdgas, mehr als im Jahr davor. Der Branchenverband EHPA meldet für das erste Halbjahr 2026 zusätzlich ein Absatzplus von 11 Prozent bei Wohngebäude-Wärmepumpen in zwölf europäischen Ländern.

Quellen (7)
  1. Key findings - Heat Pump Monitor 2026 - IEAiea.org
  2. Post-Hormuz heat pump sales climb 11% - European Heat Pump Associationehpa.org
  3. Heat pumps replace Middle East gas imports twice over - European Heat Pump Associationehpa.org
  4. Electrification - European Commissionenergy.ec.europa.eu
  5. Fiche de procédure : 2026/0203(COD) | Observatoire législatif | Parlement européenoeil.europarl.europa.eu
  6. Heat pump deployment statistics: June 2026 – summary - GOV.UKgov.uk
  7. Wärmepumpen dominieren den Heizungsmarkt - "Öl ist praktisch tot" | tagesschau.detagesschau.de
29. Oktober 2026, 2:10 Uhr675 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Ohne Wärmepumpen wäre der Erdgasverbrauch für Gebäudeheizung nach IEA-Schätzung in Europa um mehr als 10 Prozent und in Japan und China um jeweils rund 35 Prozent höher gewesen. In zwölf europäischen Ländern wurden laut der Europäischen Wärmepumpenvereinigung EHPA im ersten Halbjahr 2026 rund 1.163.000 Wärmepumpen für Wohngebäude verkauft.

Für das gesamte Jahr 2025 verzeichnete die EHPA laut ihrem neuen Marktbericht 2026 in 21 europäischen Ländern 2,9 Millionen verkaufte Geräte; der Bestand erreichte damit 29,3 Millionen Wärmepumpen. Deutschland führte 2025 beim Wachstum mit einem Plus von 50 Prozent und erreichte dabei erstmals einen Anteil von 50 Prozent am nationalen Markt für Raumheizung; Dänemark legte um 36 Prozent zu. Bei den absoluten Verkaufszahlen lag Frankreich mit 528.000 verkauften Geräten vorn, gefolgt von Italien mit 423.000; beim installierten Gesamtbestand kommt Frankreich auf rund 7 Millionen Wärmepumpen und Italien auf knapp 5 Millionen.

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Was den Schub laut EHPA wahrscheinlich treibt

Die EHPA sieht im starken Anstieg der Preise für Öl und Gas nach der Schließung der Straße von Hormus im Februar 2026 sowie in den anschließend von der Europäischen Kommission vorgestellten Plänen zur Senkung der Stromsteuer die wahrscheinlichen Treiber des bisherigen Absatzwachstums bei Wärmepumpen im Jahr 2026. EHPA-Generaldirektor Paul Kenny fordert, Steuern von Strom auf fossile Brennstoffe zu verlagern, wie es nach seiner Darstellung bereits die Niederlande und Belgien vorgemacht haben. Die Europäische Kommission schlägt in einem am 17. Juli 2026 gemeinsam mit dem Elektrifizierungsaktionsplan vorgestellten Vorschlag vor, Strom künftig nicht stärker als Gas zu besteuern und die Netzentgelte für bestimmte Verbrauchergruppen zu senken. Nach EHPA-Angaben sind Steuern auf Strom bislang häufig höher als auf Gas, wodurch Strom ein Mehrfaches koste. Ein Beschluss über die Vorschläge der Kommission liegt nicht vor: Das Verfahren wartet laut dem Verfahrensblatt des Parlaments noch auf die Entscheidung des zuständigen Ausschusses.

Wo es nicht so gut läuft

Nicht überall wächst der Markt für zertifizierte Nachrüstinstallationen: Das britische Energieministerium DESNZ meldete für das Vereinigte Königreich 20.895 Wärmepumpeninstallationen in bestehenden Wohngebäuden bis Ende des zweiten Quartals 2026, ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber 26.768 Installationen im gleichen Zeitraum 2025. Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2021 mit 10.605 Installationen war die Zahl dennoch nahezu doppelt so hoch. Die Statistik erfasst Nachrüstungen mit Zertifizierung durch das Microgeneration Certification Scheme und gilt nach Angaben von DESNZ selbst noch als methodisch in Entwicklung. In Deutschland wuchs der Absatz von Heizungswärmepumpen im ersten Halbjahr 2026 laut tagesschau um 40 Prozent, nachdem das von der damaligen Bundesregierung ausgegebene Ziel von 500.000 Installationen pro Jahr zuvor nicht annähernd erreicht worden war. RWI-Ökonom Manuel Frondel führt den Ausbau vor allem auf hohe staatliche Subventionen zurück, die im Einzelfall mehr als 20.000 Euro pro Anlage erreichen und kritisiert, dass davon oft einkommensstärkere Haushalte profitierten, die wohl auch ohne Förderung getauscht hätten. Frondel fordert deshalb, die pauschale Wärmepumpenförderung zügig zu beenden. Heizungsbauer Dieter Allenbacher aus der Nähe von Kaiserslautern hält Wärmepumpen zwar für eine sehr gute Technik, die sich aber nicht für jedes Gebäude rechne und verlangt klare, einfache und langfristig verlässliche Regeln statt eines Gesetzes nach dem anderen.

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Im Vergleich: Norwegens Dichte, Europas Anteil

Wie unterschiedlich der Ausbau je nach Land verläuft, zeigt die Verbreitung: Norwegen kommt auf 650 installierte Wärmepumpen je 1.000 Haushalte, Finnland auf knapp über 540. Weltweit deckten Wärmepumpen laut IEA erst rund 12 Prozent des Raumwärmebedarfs, obwohl auf Europa mehr als 20 Prozent der globalen Verkäufe entfallen und der Absatz dort 2025 zweistellig wuchs.

Was über das Tempo entscheidet

Die IEA selbst warnt, dass die bisherige Absatzentwicklung in Europa empfindlich auf kurzfristige Anreize reagiert und stabile, langfristige Rahmenbedingungen nötig seien, um das Wachstum zu halten und die heimische Fertigung auszubauen. Höhere Steuern und Abgaben auf Strom als auf fossile Brennstoffe bremsen nach IEA-Angaben den Investitionsanreiz, selbst wenn Wärmepumpen energetisch leistungsfähiger sind als Heizkessel. Die IEA nennt einen fragmentierten Markt, begrenztes Verbraucherwissen und einen Mangel an Installateuren als Hemmnisse, die Verbreitung im Gebäudebereich bremsen; häufige politische Kurswechsel verunsicherten zudem Haushalte und Lieferketten. Hinzu kommen laut IEA hohe Anschaffungskosten: Wärmepumpen kosten im Gebäudebereich oft das Zwei- bis Dreifache des Preises vergleichbarer Alternativen oder mehr und die Installation kann ebenso viel oder mehr kosten.

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