Serbien hebt nach Anschlag Terrorwarnstufe an
International

Serbien hebt nach Anschlag Terrorwarnstufe an

In der Nacht zum 28. Oktober 2026 griff ein Angreifer vor der israelischen Botschaft in Belgrad einen Gendarmen mit zwei Messern an. Innenminister Ivica Dačić stufte den Vorfall als Terroranschlag ein und hob die Terrorwarnstufe auf die höchste Stufe Rot an. Der Gendarm tötete den Angreifer laut Dačić in Notwehr.

Quellen (11)
  1. MUP: Noćas napadnuta ambasada Izraela u Beogradu, podignut nivo bezbednostitanjug.rs
  2. Terrorverdacht in Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft | taz.detaz.de
  3. Dačić: Služba je pratila 15-godišnjeg napadača koji je bio pristalica Islamske države, ali tek moramo utvrditi identitetklix.ba
  4. Serbia Raises Terror Alert After Attack on Israeli Embassy | Balkan Insightbalkaninsight.com
  5. Police say assailant killed after attacking guard outside Israeli Embassy in Belgrade - ABC Newsabcnews.com
  6. Teroristički napad u Beogradu; MUP: Noćas napadnuta ambasada Izraela, podignut nivo bezbednosti - B92b92.net
  7. Napadač na Ambasadu Izraela protjeran iz Njemačkenezavisne.com
  8. "POTVRĐUJEMO POKUŠAJ NAPADA": Oglasio se MSP Izraela o drami u Beogradu: "Policija neutralisala teroristu" - Vesti - Telegraf.rstelegraf.rs
  9. MUP: Teroristički napad na pripadnika Žandarmerije, napadač likvidiran - Društvo - Dnevni list Danasdanas.rs
  10. Belgrad: Messerangriff auf Polizisten vor israelischer Botschaft – Serbien ruft höchste Terrorwarnstufe aus - Video - WELTwelt.de
  11. Terrorverdacht: Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschafttagesspiegel.de
28. Oktober 2026, 11:49 Uhr523 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Gegen 0.15 Uhr griff laut Innenminister Ivica Dačić in Belgrad ein Angreifer einen Gendarmerieangehörigen an, der die israelische Botschaft bewachte. Der mutmaßlich minderjährige Angreifer attackierte ihn laut taz mit zwei Messern und verletzte ihn. Der Angreifer habe laut taz „Allahu akbar!“ gerufen; Innenminister Ivica Dačić bezeichnete den kurz nach Mitternacht erfolgten Angriff als Terrorakt. Der Gendarm erlitt dabei laut Dačić eine leichte Schnittverletzung im Gesicht.

Vorgeschichte: Wahl und früherer Angriff auf einen Botschaftsbewacher

Die Sicherheitsmaßnahmen folgen laut einem Bericht von Balkan Insight drei Tage nach einer vorgezogenen Parlamentswahl, bei der die Serbische Fortschrittspartei SNS und ihr führender Politiker Aleksandar Vučić eine Niederlage erlitten. Nach vorläufigen Ergebnissen der Republikswahlkommission kam die oppositionelle Studentenliste auf 52,85 Prozent, die SNS-geführte Liste auf 39,1 Prozent, was der Studentenliste eine absolute Mehrheit im Parlament verschaffen würde. Laut ABC News kontrollierten Vučić und seine Verbündeten zum Zeitpunkt des Angriffs weiterhin die Polizei, weil die neue Regierung noch nicht gebildet war. Es ist nicht der erste Angriff auf die Bewachung der Botschaft: Im Juni 2024 verletzte laut ABC News ein Angreifer mit einer Armbrust einen Polizisten, der dieselbe Vertretung bewachte; ein Wachmann erschoss den Angreifer.

Ermittlungen zum Angreifer

Dačić erklärte laut einem Bericht von B92, der Angreifer sei den Sicherheitsbehörden als Unterstützer des Islamischen Staates bekannt gewesen und habe auf seinem Instagram-Profil eine schwarze Flagge und das Zeichen des Islamischen Staates gezeigt, obwohl seine Identität noch nicht festgestellt sei. Die Überschrift von Klix.ba nennt den Angreifer 15 Jahre alt und verweist zugleich darauf, dass seine Identität noch festgestellt werden müsse. Laut Nezavisne novine handelt es sich nach einem Bericht von Blic vermutlich um einen Minderjährigen aus Šabac, der die Terrororganisation Islamischer Staat unterstützt habe. Nach Medienangaben wurde der Angreifer zuvor aus Deutschland abgeschoben, weil er radikale islamistische Beiträge in sozialen Netzwerken veröffentlicht habe; wann das geschah, wie lange er in Deutschland gelebt hatte und ob deutsche Behörden serbische Stellen informierten, war zum Berichtszeitpunkt unbekannt. Laut Nezavisne novine handelte der Angreifer nach inoffiziellen Informationen höchstwahrscheinlich allein.

Staatsanwaltschaft: Schusswaffeneinsatz war Notwehr

Die Höhere Staatsanwaltschaft in Belgrad teilte laut Nezavisne novine mit, nach der Tatortaufnahme sei festgestellt worden, dass der Angreifer ein Messer auf den Gendarmen namens D.S. warf und ihn an der linken Wange traf, worauf dieser mehrere Schüsse abgab; der Waffeneinsatz sei als Selbstverteidigung gerechtfertigt gewesen. Die Ermittlungen zu sämtlichen Umständen des Vorfalls dauerten laut der Zeitung an.

Israels Außenministerium bestätigt den Vorfall

Das israelische Außenministerium bestätigte auf X einen versuchten Terroranschlag nahe der Botschaft und erklärte, die serbische Polizei habe den Angreifer neutralisiert; das Botschaftspersonal sei unverletzt geblieben, die Vertretung sei zum Zeitpunkt des späten nächtlichen Vorfalls geschlossen gewesen. Die zuständigen Behörden untersuchten den Vorfall nach Angaben des Ministeriums zu diesem Zeitpunkt.

Rote Terrorwarnstufe bedeutet mehr Kontrollen

Die rote Terrorwarnstufe bedeutet nach Dačićs Erläuterung verstärkte Kontrollen und Polizeipräsenz an sicherheitsrelevanten Orten, darunter Infrastruktureinrichtungen und Orte mit größeren Menschenansammlungen. Dačić besuchte nach eigenen Angaben den verletzten Gendarmen gemeinsam mit Polizeidirektor General Dragan Vasiljević; dem Verletzten gehe es gut, seine Entlassung nach Hause werde im Laufe des Tages erwartet. Dačić erklärte, die Ermittlungen liefen und weitere Einzelheiten würden noch im Laufe der Nacht bekannt; laut taz werde der Vorfall weiter untersucht.

Kommentare