
Peking meldet weitgehend aufgebautes System gegen Armutsrückfälle
Quellen (10)
- å®å½ä¸¨å½æ°åå°±âåäºäºâæ¶æå å¿«åä¸åæç°ä»£åãæå®æ¨è¿ä¹¡æå ¨é¢æ¯å ´æå ³æ åµä¸¾è¡æ°é»åå¸ä¼jhs.moa.gov.cn
- Targeted aid averts relapse into poverty - Chinadaily.com.cnchinadaily.com.cn
- China’s Xi declares ‘complete victory’ against rural poverty | Poverty and Development News | Al Jazeeraaljazeera.com
- China Focus: China's sustained poverty reduction efforts offer global experience-Xinhuaenglish.news.cn
- Poverty Alleviation: China’s Experience and The State Council Information Office ofxinhuanet.com
- ä»ä¹æ¯è´«å°æ ååè´«å°åçç - å½å®¶ç»è®¡å±stats.gov.cn
- China poverty: Beijing says it’s been eradicated, but what exactly has been achieved? | South China Morning Postscmp.com
- Weniger Armut in China - Was steckt hinter Chinas «Wunder» in der Armutsbekämpfung? - News - SRFsrf.ch
- ‘Poverty divides us’: gap between rich and poor poses threat to China | China | The Guardiantheguardian.com
- Four Decades of Poverty Reduction in China: Drivers, Insights for the World, and the Way Aheadthedocs.worldbank.org
Chinas Landwirtschaftsminister Zhang Zhu erklärte am 29. September 2026, das Überwachungssystem, das politische Unterstützungssystem und die Arbeitsmechanismen für die dauerhafte gezielte Unterstützung seien im Wesentlichen aufgebaut, eine großflächige Rückkehr in Armut sei verhindert worden. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums, über die China Daily im Februar 2026 berichtete, haben inzwischen alle 832 früher als arm eingestuften Kreise zwei bis drei führende Wirtschaftszweige aufgebaut, deren gemeinsamer Produktionswert mehr als 1,7 Billionen Yuan erreicht.
Vom Sieg zur Dauervorgabe
Die Vorgeschichte reicht bis 2013 zurück: Bei einem Besuch im Dorf Shibadong im Kreis Huayuan in der Provinz Hunan schlug Chinas Präsident Xi Jinping laut dem Informationsbüro des chinesischen Staatsrats erstmals das Konzept einer differenzierten, auf die örtlichen Bedingungen zugeschnittenen Armutsbekämpfung vor. Am 25. Februar 2021 erklärte Xi auf einer Konferenz in Peking den umfassenden Sieg über die extreme Armut: Innerhalb von acht Jahren seien laut Al Jazeera schätzungsweise 98,99 Millionen Menschen auf dem Land aus extremer Armut befreit worden, sämtliche 832 als arm eingestuften Kreise und 128.000 Dörfer seien von der Armutsliste gestrichen worden. Grundlage war ein nationaler Armutsstandard von 2300 Yuan pro Person und Jahr zu Preisen von 2010, der laut Chinas Nationalem Statistikamt jährlich an die Preisentwicklung angepasst werden musste. Schon vor der Siegeserklärung kündigte China laut Al Jazeera eine fünfjährige Übergangsphase an, in der es die Maßnahmen zur Armutsbekämpfung beibehalten und schrittweise zur sogenannten ländlichen Wiederbelebung übergehen wollte. Im anschließenden 15. Fünfjahresplan (2026-2030) schreibt China laut der Nachrichtenagentur Xinhua dauerhafte Mechanismen vor, die verhindern sollen, dass Landbewohner in Armut geraten oder zurückfallen, nach Einschätzung von Xinhua ein systemischer Wechsel von einer befristeten Kampagne zu institutionalisierter, langfristiger Steuerung.

Was die Zahlen zeigen
Xinhua berichtet von der Dorfbewohnerin Chen Shuqin aus der Provinz Henan: Nachdem Starkregen 2021 ihr Haus zerstört hatte, registrierten Dorfverantwortliche ihre Familie zur Überwachung und stellten subventionierten Wiederaufbau, Hilfsgelder und eine Versicherung zur Armutsprävention bereit. Zugleich wuchs, wie Xinhua berichtete, das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Landbewohner in früher armen Kreisen bis 2025 auf 18.627 Yuan; die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate übertraf den landesweiten ländlichen Durchschnitt. Landesweit wurden laut Xinhua in den früheren Armutsgebieten 1,1 Millionen Kilometer ländliche Straßen gebaut oder ausgebaut, alle dafür geeigneten Gemeinden und Dörfer erhielten befestigte Straßen und Busanbindung; 5G-Netze deckten mehr als 95 Prozent der Dörfer ab. Die Zahl früher armer Arbeitskräfte in stabiler Beschäftigung lag laut Xinhua fünf Jahre in Folge bei über 30 Millionen Menschen. Auch im Dorf Jiuguanping in Hunan zeigt sich das System im Alltag: Die Familie des 81-jährigen Bauern Xiang Mingyu wurde laut China Daily wegen der Erkrankung seines Sohnes, des Familienernährers, als zu überwachender Haushalt eingestuft; die Dorfverwaltung vermittelte dem Sohn eine gemeinwohlorientierte Stelle mit einem Jahreseinkommen von 7.800 Yuan, zusätzlich erzielt die Familie Einnahmen aus dem Anbau von Rankentee. Ihr Rückfallrisiko sei im Vorjahr durch gezielte Maßnahmen beseitigt worden; laut dem Dorfparteisekretär Zhang Nanbei werden im Dorf insgesamt neun Haushalte wie der von Xiang überwacht, fünf davon gelten weiterhin als gefährdet.
Woran Beobachter 2021 zweifelten
Schon die Erfolgsmeldung von 2020 stieß auf Skepsis: Die South China Morning Post schrieb im Februar 2021, einige Beobachter zweifelten an der Genauigkeit chinesischer Daten und fragten, wie Peking die Armutsbekämpfung aufrechterhalten werde. Wie niedrig die damalige Grenze war, zeigt ein Vergleich: Sie lag laut South China Morning Post bei rund 2,30 US-Dollar pro Tag, knapp über der niedrigsten Weltbank-Schwelle von 1,90 Dollar, aber unter dem Maßstab für Länder mit höherem Einkommen. Der Guardian berichtete im Juli 2021, Ministerpräsident Li Keqiang habe im Mai erklärt, 600 Millionen Bürger verdienten monatlich nur etwa 1.000 Yuan; der Entwicklungsökonom Scott Rozelle beobachtete trotz der politischen Rhetorik der Führung nur sehr geringe Veränderungen vor Ort und forderte langfristige Investitionen in frühkindliche Bildung sowie ländliche Gesundheit und Ernährung. Der Politologe Dirk Schmidt hielt die chinesischen Statistiken 2021 im Gespräch mit SRF zwar für glaubwürdig, verwies aber auf einen hohen Preis: Hunderttausende meist freiberufliche Essenslieferanten und rund 300 Millionen Wanderarbeiter arbeiteten ohne Absicherung und ohne Arbeitnehmerrechte nach westlichem Verständnis.

Im Vergleich
Laut dem Bericht von Weltbank und Entwicklungsforschungszentrum des chinesischen Staatsrats von 2022 sank in den vorangegangenen 40 Jahren die Zahl der Menschen in China mit einem Einkommen unter der internationalen Armutsgrenze von 1,90 US-Dollar pro Tag um fast 800 Millionen. Damit entfielen laut demselben Bericht fast 75 Prozent des weltweiten Rückgangs der Zahl extrem armer Menschen auf China. Nach Chinas eigener, nationaler Armutsgrenze waren es laut einer Erklärung Chinas von 2021 seit 1978 rund 770 Millionen Menschen, wie sowohl der Bericht von Weltbank und Entwicklungsforschungszentrum als auch Al Jazeera berichteten. Schon der Maßstab selbst veränderte sich mehrfach: 2011 hob China die Grenze auf 2300 Yuan an, wonach zu diesem Zeitpunkt noch 122 Millionen Menschen als arm galten, mehr als die schätzungsweise 98,99 Millionen, die chinesische Amtsträger im Februar 2021 für die vorangegangenen acht Jahre als aus extremer Armut befreit zählten. Trotz dieser Größenordnung blieb laut dem Bericht von Weltbank und Entwicklungsforschungszentrum von Juni 2022 eine erhebliche Zahl von Menschen wirtschaftlich verletzlich, weil ihr Einkommen unter einer Schwelle liegt, die für Länder mit oberem mittlerem Einkommen üblich ist.
Risiken: Fabrikjobs und wiederkehrende Armut
Laut dem Guardian warnte Xi Jinping im Januar 2021 seine Kader, die Kluft zwischen Arm und Reich dürfe nicht immer größer oder unüberwindbar werden; die Chatham-House-Forscherin Yu Jie erklärte, Ärger über Ungleichheiten könne die Autorität der Partei untergraben, wenn sie das Leid der Menschen nicht lindere. Der Ökonom Jan Knoerich wies 2021 gegenüber dem Guardian darauf hin, dass mit Chinas wirtschaftlichem Aufstieg viele der einfachen Fabrikjobs verschwinden, für die Betriebe früher billige Arbeitskräfte aus ländlichen Gebieten nutzten, während Länder wie Vietnam bei den Arbeitskosten aufholen. Und selbst die Regierung räumt bleibende Grenzen ein: Minister Zhang Zhu sprach im September 2026 von einer Armut, die hartnäckig und wiederkehrend bleibe, mit größeren Entwicklungsunterschieden zwischen Stadt und Land, Regionen und Bevölkerungsgruppen.
Kommentare