Diät und Sport: 27 von 50 jungen Typ-2-Diabetikern in Remission
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Diät und Sport: 27 von 50 jungen Typ-2-Diabetikern in Remission

In einer randomisierten Studie an jungen Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas erreichte die Gruppe mit Diät und Training deutlich häufiger eine Remission als die Vergleichsgruppe mit üblicher Versorgung. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf der EASD-Jahrestagung 2026 in Mailand.

Quellen (8)
  1. BMJ Open / Dasgupta et al.: Remission of type 2 diabetes and improved diastolic function by combining structured exercise with meal replacement and food reintroduction among young adults: the RESET for REMISSION randomised controlled trial protocoldoi.org
  2. Lebensstiländerung kann Blutwerte normalisierenpharmazeutische-zeitung.de
  3. Diet/Exercise Intervention May Drive Diabetes into Remissionmedscape.com
  4. Diet and exercise put 54% of young T2D cases into remissionthelimbic.com
  5. Early-Onset Type 2 Diabetes Went Into Remission in More Than Half of People on This 24-Week Program : ScienceAlertsciencealert.com
  6. The Lancet Diabetes & Endocrinology / Lean et al.: 5-year follow-up of the randomised Diabetes Remission Clinical Trial (DiRECT) of continued support for weight loss maintenance in the UK: an extension studydoi.org
  7. The Lancet Diabetes & Endocrinology / Valabhji et al.: Early findings from the NHS Type 2 Diabetes Path to Remission Programme: a prospective evaluation of real-world implementationdoi.org
  8. September 2026 research highlights from Europe's largest diabetes conference | Diabetes UKdiabetes.org.uk
1. November 2026, 0:53 Uhr654 Wörter · 4 Min. Lesezeit

An den Studienzentren in Montreal, Edmonton und Leicester verglichen die Forschenden in einer randomisierten Studie laut Studienprotokoll bei 18- bis 45-Jährigen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes eine Gruppe mit strukturiertem Training und kalorienarmer Ernährung mit einer Gruppe in üblicher Versorgung. Nach 24 Wochen erreichten 54 Prozent der Interventionsgruppe eine Remission. In der Kontrollgruppe waren es 4 Prozent. Als Remission galt laut Medscape ein HbA1c-Wert unter 6,5 Prozent ohne blutzuckersenkende Medikamente für mindestens zwölf Wochen. Studienautorin Kaberi Dasgupta von der McGill University in Montreal stellte die Ergebnisse vor; die Studie erschien zugleich in The Lancet Regional Health. Americas.

Wie das Programm aufgebaut war

Grundlage war ein bereits 2022 veröffentlichtes Studienprotokoll im BMJ Open für junge Erwachsene mit Adipositas, deren Typ-2-Diabetes innerhalb der vorangegangenen sechs Jahre diagnostiziert worden war und die keine Insulintherapie erhielten. Tatsächlich nahmen 96 Menschen teil. Sie waren laut Medscape im Mittel 38 Jahre alt und hatten einen Body-Mass-Index von durchschnittlich 35,2. Mediziner sprechen bei einer Diagnose im Alter von 45 Jahren oder jünger von früh beginnendem Typ-2-Diabetes, der einen aggressiveren Verlauf und ein höheres Risiko für Komplikationen und Sterblichkeit mit sich bringt. In der zwölfwöchigen Intensivphase durfte die Interventionsgruppe nach Angaben der Pharmazeutischen Zeitung täglich nur 800 bis 900 Kilokalorien zu sich nehmen; in den zwölf folgenden Wochen wechselte sie nach individueller Ernährungsberatung zu einer gewichtserhaltenden Ernährung. Zusätzlich absolvierte die Gruppe zweimal wöchentlich eine Stunde Kraft- und Ausdauersport; eine dritte Einheit sollte sie eigenständig durchführen, während die Kontrollgruppe ihre übliche ärztliche Versorgung erhielt. In den anschließenden zwölf Wochen trainierte die Interventionsgruppe eigenständig weiter.

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Was die Zahlen zeigen

Nach 24 Wochen hatte die Interventionsgruppe durchschnittlich 8,4 Kilogramm Körpergewicht verloren. Die Kontrollgruppe verlor im Mittel 1,2 Kilogramm. Bei Muskelvolumen und fettfreier Masse fanden die Forschenden zwischen beiden Gruppen keine deutlichen Unterschiede. Beim primären Endpunkt erreichten laut ScienceAlert 27 von 50 Teilnehmenden der Interventionsgruppe eine Remission. In der Kontrollgruppe erreichten zwei von 46 Teilnehmenden eine Remission. Nach zwölf Wochen hatte sich bei 63 Prozent der Interventionsgruppe gegenüber 13 Prozent der Kontrollgruppe auch der Blutdruck normalisiert. Nach 24 Wochen waren die Unterschiede zwischen den Gruppen geringer. Noch 56 Prozent der Interventionsgruppe galten gegenüber 27 Prozent der Kontrollgruppe als Blutdruck-Remission. Die meisten Teilnehmenden der Interventionsgruppe erlebten unerwünschte Ereignisse wie Verstopfung, Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit; schwere Ereignisse wurden laut Medscape nicht berichtet.

Wie belastbar die Ergebnisse sind

Die Studie war offen angelegt, ohne Verblindung von Teilnehmenden und Behandelnden; sie verglich die Kombination aus Ernährung und Training zudem nicht getrennt von ihren Einzelbestandteilen. Die Studienautoren selbst nannten das Fehlen einer dritten Vergleichsgruppe mit ausschließlich kalorienarmer Ernährung als zentrale Einschränkung. Das entspricht einer Quote von 90 Prozent. Der kommentierende Professor Roy Taylor bewertete laut Medscape die Trainingsbetreuung in der Studie als vorbildlich für den Nachweis der biologischen Machbarkeit; eine Wiederholung unter finanziell begrenzten Alltagsbedingungen hielt er dagegen für sehr schwierig.

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Im Vergleich: andere Diabetes-Remissionsprogramme

Wie stark das Ergebnis von Studienbedingungen und Zeitraum abhängt, zeigt sich im Vergleich mit zwei länger laufenden Projekten. Von den 36 Teilnehmenden der ursprünglichen DiRECT-Interventionsgruppe, die nach zwei Jahren mehr als zehn Kilogramm Gewicht verloren hatten, waren 29 in Remission. Die Autoren der Versorgungsstudie zum NHS Type 2 Diabetes Path to Remission Programme folgerten, Remission sei auch außerhalb von Forschungsbedingungen möglich; sie schränkten aber ein, dass die erreichte Rate niedriger und die Datenerfassung begrenzter sei als unter Bedingungen randomisierter Studien.

Offene Fragen für weitere Studien

Erstautorin Kaberi Dasgupta von der McGill University in Montreal räumte ein, dass Gewichtswiederzunahme nach solchen Diäten in der Forschung beobachtet werde. Die Forschenden schreiben zudem, unklar sei, ob sich die Ergebnisse auf andere Patientengruppen mit Typ-2-Diabetes übertragen lassen. Auch sei möglich, dass die Remission nach Wegfall der strukturierten Unterstützung nicht bestehen bleibe. Der mögliche langfristige Nutzen des beobachteten Muskelerhalts für Stoffwechsel, körperliche Funktion und Krankheitsverlauf müsse laut den Forschenden erst in einer längeren Studie untersucht werden. Für künftige Untersuchungen schlagen die Autoren vor, Ernährung und Training getrennt sowie in Kombination zu testen, um die Beiträge der einzelnen Bestandteile zu bestimmen.

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