Indiens extreme Armut sank bis 2023 auf 2,6 Prozent
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Indiens extreme Armut sank bis 2023 auf 2,6 Prozent

Ein Weltbank-Bericht vom Oktober 2026 zeigt: Indiens extreme Armut sank im vergangenen Jahrzehnt deutlich. Bei der höheren LMIC-Armutsgrenze kamen 496 Millionen Menschen aus der Armut. Der weitere Rückgang hängt laut Indian Express davon ab, ob Indiens ärmste Bundesstaaten produktive Arbeitsplätze schaffen.

Quellen (9)
  1. Public Disclosure Authorized Poverty & Equity Brief Over the past decade, India has made remarkable progress in reducing poverty across both monetary and non-modocuments1.worldbank.org
  2. The India Development Update (IDU) summarizes recent developments in India’s economy and places them in a medium-term and global context. The report was preparethedocs.worldbank.org
  3. Report no. 592 (HCES: 2023-24) पारिवारिक उपभोग व्यय सर्वेक्षण: 2023-24 Survey on Household Consumptionmospi.gov.in
  4. World Bank Documentdocuments1.worldbank.org
  5. UNU-WIDER : Background Note : Global poverty: What do we know? Why do estimates vary so much?wider.unu.edu
  6. GOVERNMENT OF INDIA MINISTRY OF FINANCE DEPARTMENT OF ECONOMIC AFFAIRSsansad.in
  7. India's poverty decline among fastest globally, says new World Bank reportnewindianexpress.com
  8. India Poverty Rate Falls: Why Jobs in UP-to-Bengal Belt Matter | Explained-economics News - The Indian Expressindianexpress.com
  9. Poverty, Prosperity, and Planet Report 2026worldbank.org
1. November 2026, 5:07 Uhr699 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Indiens Anteil extrem armer Menschen sank zwischen 2011 und 2023 von 27,1 Prozent auf 2,6 Prozent, wie der Poverty & Equity Brief der Weltbank vom Oktober 2026 zeigt. Als extrem arm gilt dabei, wer von weniger als $3 pro Tag in Kaufkraftparitäten von 2021 lebt. Bei der höheren Armutsgrenze von $4.20 pro Person und Tag in Kaufkraftparitäten von 2021 fiel die Quote laut dem India Development Update der Weltbank zwischen 2011-12 und 2023-24 von 57.7 auf 16,1 Prozent.

Woher die Zahlen kommen

Grundlage sind drei amtliche Haushaltserhebungen: die Consumption Expenditure Survey 2011-12 sowie die Household Consumption Expenditure Surveys 2022-23 und 2023-24. Die jüngste Erhebung befragte laut dem National Statistics Office 2,61,953 Haushalte zwischen August 2023 und Juli 2024 in allen Bundesstaaten und Unionsterritorien. Nach einer Methodiknotiz der Weltbank von Mai 2025 sind die Erhebungen von 2011-12 und 2022-23 wegen überarbeiteter Stichproben, des Wechsels von Papier- zu computergestützten Interviews und veränderter Erinnerungszeiträume nicht streng vergleichbar, weshalb die Ausgangswerte mit einheitlicher Methode neu berechnet wurden. Die großen gemessenen Wohlfahrtsgewinne zwischen 2022-23 und 2023-24 gehen laut Weltbank wahrscheinlich sowohl auf echte Verbesserungen als auch auf eine bessere Messung zurück.

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Was den Rückgang laut Weltbank trägt

Die Weltbank führt den Rückgang vor allem auf starkes Konsumwachstum, steigende Beschäftigung besonders unter Frauen und ausgeweitete Sozialtransfers einschließlich Lebensmittelsubventionen zurück. Zwischen 2017 und 2023 wuchs die Beschäftigung um etwa 134 Millionen Menschen, fast doppelt so stark wie die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, wobei ein großer Teil davon darauf zurückging, dass Frauen auf dem Land neue bezahlte Arbeit aufnahmen. Die Erhebungen selbst erfassen laut Weltbank den Konsum wohlhabender Haushalte möglicherweise nicht vollständig und unterschätzen damit wahrscheinlich die Ungleichheit.

Das indische Finanzministerium bestätigt die Richtung: Nach eigenen Angaben sank Indiens extreme Armutsquote bei einer internationalen Armutsgrenze von USD 3.00 pro Tag von 27,12 Prozent in 2011-12 auf 5,25 Prozent in 2022-23, die Zahl der Betroffenen von 34.4 crore auf 7.5 crore. Finanzministerin Nirmala Sitharaman erklärte laut einem Bericht der New Indian Express, die anhaltenden politischen Bemühungen der Regierung erzielten greifbare Ergebnisse für inklusives Wachstum.

Die Hintergrundnotiz von UNU-WIDER vom Oktober 2025 führt die niedrigeren Schätzungen vor allem auf den neuen Datensatz und das indienspezifische Wohlfahrtsaggregat der Weltbank zurück. Sie warnt zugleich vor Messfehlern bei der Bewertung von Sachtransfers, die zwischen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich ausfallen können. Außerdem warnt sie vor eingeschränkter internationaler Vergleichbarkeit solcher Anpassungen.

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Trotz des Rückgangs bleiben laut dem India Development Update etwa 232 Millionen Menschen gemessen an der LMIC-Armutsgrenze arm. Die verbleibende Armut konzentriert sich laut Weltbank zunehmend auf Haushalte mit geringerer Bildung, weniger Vermögen und eingeschränktem Zugang zu stabiler Beschäftigung, vor allem in einem Gürtel von Uttar Pradesh bis Westbengalen, auf den etwa 57 Prozent der indischen Armen entfallen. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg laut einem Bericht der Indian Express im vergangenen Jahr auf 15,9%, während sich die realen Verdienste wenig veränderten und der Medianverdienst der obersten 10% der Arbeitnehmer 2023 beim 13-Fachen des Medianverdienstes der untersten 10% lag.

Im Vergleich

Weltweit ist der Rückgang der extremen Armut zuletzt ins Stocken geraten: 2026 lebten laut einer Schätzung des Poverty, Prosperity, and Planet Report der Weltbank weiterhin 811 Millionen Menschen, jeder Zehnte, von weniger als $3.00 pro Tag, eine Quote, die seit 2019 unverändert ist. Mehr als die Hälfte der extrem Armen lebt demnach in neun Volkswirtschaften. Bis 2030 sollen laut Projektion 87 Prozent in Subsahara-Afrika, in fragilen und von Konflikten betroffenen Situationen oder in beiden leben. Indiens eigener multidimensionaler Armutsindex zeigt einen ähnlichen Trend: Laut einem vom Finanzministerium zitierten NITI-Aayog-Papier sank die multidimensionale Armut schätzungsweise von 29,17 Prozent in 2013-14 auf 11,28 Prozent in 2022-23, wodurch 24.8 crore Menschen der Armut entkamen. Auch eine 2025 veröffentlichte, inoffizielle Aktualisierung der alten Rangarajan-Armutsgrenze durch Ökonomen der Reserve Bank of India bestätigt den Trend auf Bundesstaatenebene: In Bihar fiel die städtische Armutsquote von 50,8% in 2011-12 auf 9,1% in 2022-23, laut Indian Express der höchste Rückgang unter den Bundesstaaten.

$4.20-Grenze: 14,2 Prozent 2026, 12,1 Prozent 2028 (Projektion)

Die Weltbank erwartet, dass die Armutsquote an der $4.20-Grenze von 14,2 Prozent im Jahr 2026 auf 12,1 Prozent bis 2028 sinkt, vorbehaltlich künftiger Arbeitsmarkt- und makroökonomischer Daten. Offen bleibt damit, ob der Gürtel von Uttar Pradesh bis Westbengalen, in dem schon jetzt etwa 57 Prozent der indischen Armen leben, genügend produktive Arbeitsplätze schafft.

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