DB InfraGO startet am 2. Oktober Bauarbeiten Hannover. Berlin
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DB InfraGO startet am 2. Oktober Bauarbeiten Hannover. Berlin

Die DB InfraGO beginnt am 2. Oktober 2026 mit umfangreichen Bauarbeiten entlang der Ost-West-Achse zwischen Hannover und Berlin, die achte Korridorsanierung im deutschen Streckennetz. Bis Dezember 2027 wird der Zugverkehr auf der 227 Kilometer langen Strecke in mehreren Bauphasen stark eingeschränkt.

Quellen (5)
  1. Baustart Hannover – Berlin: DB InfraGO beginnt am 2. Oktober die umfangreichen Bauarbeitendeutschebahn.com
  2. Korridorsanierung Lehrte – Berlin: Ab Oktober startet erste Phase der Bauarbeitendeutschebahn.com
  3. Umleitungen im Fernverkehr - Korridorsanierung Lehrte – Berlinlehrte-berlin.deutschebahn.com
  4. Hannover – Berlin: DB InfraGO legt erste Details zu angepasstem Bau- und Verkehrskonzept ab Dezember vordeutschebahn.com
  5. FAQ Lehrte –Berlinkorridorsanierung.db-ersatzverkehr.de
30. September 2026, 11:12 Uhr1089 Wörter · 6 Min. Lesezeit

Am 2. Oktober 2026 beginnt die DB InfraGO mit umfangreichen Bauarbeiten entlang der Ost-West-Achse zwischen Hannover und Berlin. Mit der Sanierung des Korridors Lehrte. Berlin startet damit die achte Korridorsanierung im deutschen Streckennetz. Nach der Strecke Hamburg. Berlin ist die 227 Kilometer lange Achse die zweitlängste, auf der die Infrastruktur gebündelt und gewerkeübergreifend erneuert wird. Der Zugverkehr wird dadurch vom 2. Oktober 2026 bis zum 11. Dezember 2027 in verschiedenen Bauphasen stark eingeschränkt.

Auf der Strecke Hannover. Berlin würden Gleise, Weichen, Betonfahrbahn, Oberleitungen, Stellwerke und Bahnhöfe gebündelt erneuert oder modernisiert, erklärte Wolfgang Weinhold, Programmleiter Korridorsanierung der DB InfraGO. Bis Dezember 2027 ersetzt die DB InfraGO nach eigenen Angaben mehr als 214 Weichen, rund 357 Kilometer Gleise, 100 Kilometer Oberleitungen sowie 13 Kilometer Lärmschutzwände oder baut sie neu; zudem werden 25 Bahnhöfe entlang der Strecke modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut. In einer weiteren Mitteilung nannte die DB InfraGO für denselben Bauzeitraum 27 zu modernisierende Bahnhöfe sowie sechs grundlegend zu erneuernde Stellwerke, die Angaben des Unternehmens weichen damit voneinander ab.

Auf 52 Kilometern erneuern Experten die in den 1990er Jahren verbaute sogenannte Feste Fahrbahn auf der Schnellfahrstrecke; nach rund 30 Jahren intensiver Belastung muss sie laut DB InfraGO grundlegend erneuert werden. Dabei wird der Untergrund bearbeitet und es werden 16.000 neue Fahrbahnplatten verlegt, die jeweils 6,5 Meter lang und 10 Tonnen schwer sind. Diese Arbeiten östlich und westlich von Stendal sind laut DB InfraGO die aufwändigsten und langwierigsten des gesamten Projekts.

Parallel dazu elektrifizieren Bautrupps seit Sommer 2025 abschnittsweise die Lehrter Stammbahn, bauen fünf Überleitverbindungen und erneuern sechs Stellwerke. Im Fall von Lehrte. Berlin elektrifiziere man die parallel verlaufende Lehrter Stammbahn in einem der größten laufenden Elektrifizierungsprojekte Deutschlands, damit Züge während der Sanierung der Schnellfahrstrecke dort entlangfahren können, erklärte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO. Anders als bei der Strecke Hamburg. Berlin könnten dadurch einzelne Abschnitte phasenweise für den Zugverkehr geöffnet werden, so Bolte.

Ursprünglich sollte die Lehrter Stammbahn bereits ab Dezember 2026 als Umleiterstrecke dienen; weil ihre Elektrifizierung erst im Dezember 2027 abgeschlossen wird, wurden laut DB InfraGO Anpassungen am Bau- und Verkehrskonzept notwendig. Während der Bauzeit können deshalb weitgehend weder auf der Schnellfahrstrecke noch auf der parallel verlaufenden Lehrter Stammbahn Züge fahren. Täglich verkehren auf dem Abschnitt, der zur wichtigsten Verbindung zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen gehört, mehr als 400 Züge des Nah- und Fernverkehrs sowie etwa 90 Güterzüge.

Bis zu 80 Minuten länger: die Umleitungen im Fernverkehr

Für die Arbeiten an der Schnellfahrstrecke zwischen Lehrte und Berlin-Spandau ist von Oktober bis Dezember 2026 zunächst der östliche Abschnitt Fallersleben. Berlin-Spandau gesperrt (Bauphase A). Anschließend ist von Dezember 2026 bis Oktober 2027 in diesem Abschnitt eine abschnittsweise eingleisige Befahrung über die parallele Lehrter Stammbahn möglich (Bauphase B). Im westlichen Abschnitt Lehrte. Fallersleben folgt von Februar bis Juli 2027 eine weitere Totalsperrung (Bauphase C), bevor die Korridorsanierung im Zeitraum Oktober bis Dezember 2027 mit einer erneuten Totalsperrung zwischen Fallersleben und Berlin-Spandau endet (Bauphase D).

Während der Sperrungen zwischen Fallersleben und Berlin-Spandau in den Bauphasen A und D, jeweils von Oktober bis Dezember 2026 und 2027, fahren Fernzüge zwischen Hannover und Berlin eine Umleitung und halten abwechselnd in Braunschweig und Magdeburg. Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin verlängert sich dabei um 60 bis 80 Minuten. Weil die Umleitungsstrecke über Magdeburg laut DB bereits stark durch Nah- und Güterverkehr ausgelastet ist, können pro Stunde nur zwischen 1 und 3 Fernverkehrszüge umgeleitet werden. Direkte Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Berlin können dennoch mindestens im Stundentakt fahren, mit Fahrzeitverlängerungen von 60 bis 80 Minuten.

In Wolfsburg entfallen während der Umleitung sämtliche Fernverkehrshalte, in Stendal können lediglich die Einzelzüge der Verbindung Rostock. Wittenberge. Stendal. Leipzig halten. Ob es künftig weitere Fernverkehrshalte in beiden Städten geben wird, ist laut DB InfraGO (Stand 29. September 2026) noch in Prüfung. Zwischen Dezember 2026 und Oktober 2027, in den Bauphasen B und C, rollen die Fernzüge in Richtung Hannover wieder über die reguläre Verbindung via Wolfsburg, während sie in Richtung Berlin weiterhin die Umleitung über Magdeburg fahren.

Auch andere Fernverkehrslinien sind betroffen: Die täglich vier Zugpaare zwischen Amsterdam und Berlin werden zwischen Osnabrück und Berlin über die Strecke Osnabrück. Hamburg. Berlin umgeleitet und halten zusätzlich in Osnabrück-Altstadt, Hamburg Harburg, Hamburg-Bergedorf sowie Ludwigslust oder Wittenberge, was die Fahrzeit im Schnitt um 70 Minuten verlängert. Auf der Achse Frankfurt. Berlin über Kassel wird die Hälfte der Fernverkehrszüge über Fulda. Erfurt. Berlin umgeleitet und hält zusätzlich in Erfurt, die übrigen Züge verkehren nur noch zwischen Karlsruhe beziehungsweise Frankfurt Flughafen und Braunschweig, der Abschnitt Braunschweig. Berlin entfällt.

Regionalverkehr, Busse und eine ertüchtigte Ausweichstrecke

In den letzten Monaten vor Baustart hat die DB InfraGO die Umleitungsstrecke über Braunschweig und Magdeburg durch ein umfangreiches Instandhaltungsprogramm auf die zusätzliche Belastung vorbereitet und dafür rund 50 Millionen Euro investiert. Die parallel verlaufende B188 in Sachsen-Anhalt soll während der Korridorsanierung weitgehend baufrei gehalten werden.

Im Nahverkehr soll laut DB InfraGO während der Bauphase ein Grundangebot bestehen bleiben; dort, wo keine Züge fahren können, sind Ersatzverkehre mit Bussen vorgesehen. Mit Beginn der Totalsperrung zwischen Fallersleben und Berlin-Spandau am 2. Oktober 2026 entfallen die Linien RE4 und RB21 abschnittsweise und werden teilweise umgeleitet; die Busverkehre in dieser ersten Bauphase fährt das Unternehmen go.on. Nach dem Ende der ersten Sperrung am 12.12.2026 kann der Regionalverkehr der Linien RB21 und RE4 laut DB InfraGO wieder verkehren. Durch die Elektrifizierung der Lehrter Stammbahn zwischen Rathenow und Stendal kann der RE4 dann umgeleitet werden und übernimmt die Fahrten der RB34, sodass neu täglich ein Stundentakt zwischen Stendal, Berlin und weiter nach Falkenberg (Elster) besteht. Bei außerordentlichen Verspätungen gelten laut DB InfraGO grundsätzlich die Fahrgastrechte; den Verkehrsverbünden im Regionalverkehr, etwa bei S-Bahnen, steht es frei, weitergehende Regelungen zu treffen.

Güterzüge werden während der Korridorsanierung vor allem über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet; spätestens ab Ende Januar 2027 steht ihnen mit der Strecke Halle (Saale). Eichenberg, die derzeit modernisiert wird, eine zweite Umleitungsstrecke zur Verfügung. Dafür verschiebt die DB InfraGO die zweite Baustufe, die dort ursprünglich ab Sommer 2027 geplant war; dadurch entstehen 2027 zusätzliche Kapazitäten insbesondere für den Schienengüterverkehr und den Gelegenheitsverkehr.

Was zum Fahrplanwechsel im Dezember gilt

Das Angebot für Nah- und Fernverkehr bis Mitte Dezember 2026 ist bereits im Fahrplan eingearbeitet und in den Auskunftsmedien abrufbar. Für den Zeitraum danach stimmt die DB InfraGO das Verkehrskonzept, das ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2026 gelten soll, derzeit mit allen Beteiligten ab. Das Fernverkehrskonzept für den weiteren Zeitraum bis Dezember 2027 werde laut DB InfraGO noch erarbeitet und zum Buchungsstart im Oktober 2026 bekanntgegeben.

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