Bosch will weitere 750 Stellen in Abstatt abbauen
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Bosch will weitere 750 Stellen in Abstatt abbauen

Bosch will am Standort Abstatt bis Ende 2029 zusätzlich 750 Stellen im Geschäftsbereich Vehicle Motion abbauen. Das Unternehmen nennt zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China und die Verlagerung von Entwicklungsaufgaben als Gründe. Die rund 5.300 Beschäftigten am Standort wurden am Dienstagabend informiert.

Quellen (7)
  1. Bosch verschärft Sparkurs und streicht in Abstatt 750 Jobs - SWR Aktuellswr.de
  2. Autozulieferer: Bosch verschärft seinen Personalabbauhandelsblatt.com
  3. Technologiekonzern - Bosch streicht in Abstatt weitere 750 Arbeitsplätze - Wirtschaft - SZ.desueddeutsche.de
  4. Krise der Autoindustrie: Bosch streicht 750 Stellen an deutschem Standort - WELTwelt.de
  5. Maßnahmen zur Schließung der Kostenlücke bei Bosch Mobility – Weiterer Stellenabbau unvermeidbar - Bosch Media Servicebosch-presse.de
  6. Pressestatement des GBR Bosch Mobility und der IG Metallbaden-wuerttemberg.igmetall.de
  7. Stellenabbau in der Automobilindustrie: 42 300 weniger Beschäftigte zum Ende des 1. Halbjahres 2026 als ein Jahr zuvor - Statistisches Bundesamtdestatis.de
5. November 2026, 8:55 Uhr428 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Eine Sprecherin des Automobilzulieferers Bosch bestätigte dem SWR auf Anfrage die Abbaupläne für den Standort Abstatt im Kreis Heilbronn. Zuerst hatte das Handelsblatt über die Pläne berichtet; der Abbau soll möglichst sozialverträglich erfolgen.

Wettbewerb mit China als Begründung

Der Geschäftsbereich Vehicle Motion entwickelt in Abstatt laut einem Unternehmensstatement Bremssysteme, Software für Fahrzeugbewegungen, Insassenschutzsysteme und Fahrzeugsensorik. Bosch zufolge stagniere die weltweite Fahrzeugproduktion, in Europa sei die Nachfrage rückläufig und chinesische Anbieter drängten mit günstigeren Lösungen auf den Markt. Bosch-Bereichsfinanzvorstand Mohammed Abraham erklärte, Entwicklungsaufgaben verlagerten sich zunehmend nach China, wodurch in Abstatt künftig weniger Kapazitäten nötig seien und kundennahe Aufgaben dort entfielen. Nach Angaben des Handelsblatts wurden neue Systeme für Bremsen und Lenkung ohne mechanische Verbindung gemeinsam mit chinesischen Kunden am lokalen Bosch-Entwicklungsstandort in China entwickelt; chinesische Autobauer führten sie noch vor den deutschen Kunden ein. Bei solchen sogenannten Brake-by-Wire-Systemen ist die direkte mechanische oder hydraulische Verbindung zwischen Bremspedal und Radbremsen aufgehoben, wie es in einem von der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Bericht hieß. Um die Rolle von Abstatt langfristig zu sichern, müssten Strukturen und Kosten angepasst werden, sagte Abraham, daran führe kein Weg vorbei.

Teil eines größeren Sparkurses

Der Abbau in Abstatt ist nicht der erste dieser Art: Bereits im September hatte Bosch laut WELT angekündigt, am Standort Nürnberg die Hälfte der Stellen abzubauen, rund 900 Arbeitsplätze. Zusammen mit den zusätzlichen Kürzungen in Abstatt steigt der seit 2024 angekündigte Personalabbau in der deutschen Mobilitätssparte damit auf 23.650 Stellen. Schon im September 2025 hatte Bosch wegen einer jährlichen Kostenlücke von rund 2,5 Milliarden Euro im Bereich Mobility weltweit einen weiteren Abbaubedarf von etwa 13 000 Stellen insbesondere an deutschen Mobility-Standorten angekündigt, mit Anpassungszeiträumen bis Ende 2030.

Kritik der Arbeitnehmervertretung vom Vorjahr

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Bosch Mobility, Frank Sell, lehnte den damals angekündigten Personalabbau dieser Größenordnung in einem gemeinsamen Pressestatement mit der IG Metall vom September 2025 ohne gleichzeitige Standortzusagen entschieden ab. Statt wie vereinbart über Zukunftsbilder an den Standorten zu verhandeln, sollten erneut Tausende Beschäftigte das Unternehmen verlassen, kritisierte Sell. IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch forderte, Personalabbau dürfe nicht der einzige Kostenhebel sein und erklärte betriebsbedingte Kündigungen für die Gewerkschaft für ausgeschlossen. Der Abbau reiht sich zugleich in einen branchenweiten Rückgang ein: Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 arbeiteten in der deutschen Automobilindustrie nach Angaben des Statistischen Bundesamts 42 300 Menschen weniger als ein Jahr zuvor, ein Rückgang von 5,8 Prozent. Mit 691 500 Beschäftigten erreichte die Branche damit den niedrigsten Stand seit 2005.

Trotz der Einschnitte soll Abstatt Entwicklungsstandort bleiben: Die dort ansässigen Einheiten Cross-Domain Computing Solutions und die Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH sind von den Plänen nicht betroffen, teilte Bosch mit.

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