
Azoreninsel Corvo schaltet Licht ab, um Jungvögel zu retten
Quellen (7)
- Há muitas formas de salvar um cagarrospea.pt
- Elizabeth Atchoi et al., Journal of Experimental Biology: Do seabirds dream of artificial lights? Understanding light preferences of Procellariiformesdoi.org
- Lights out: the island that goes dark to save young seabirds – in pictures | Oceans | The Guardiantheguardian.com
- Islands Near Portugal Turn Off Lights to Protect Seabird Fledglings Every October – 30k Already Savedgoodnewsnetwork.org
- What went right this week: the good news that matters - Positive News - Positive Newspositive.news
- RC SPEA 2025_RGestão_2025_20_03_2026spea.pt
- Corvo island turns out the lights to protect seabirdsspea.pt
Warum die Nacht für Jungvögel gefährlich ist
Anlass ist die jährliche Ausflugzeit: Laut einer Mitteilung der SPEA vom 13. Oktober 2025 verlassen die Jungvögel zwischen dem 15. Oktober und dem 15. November die Nester. Strandungen betreffen laut der 2024 im Journal of Experimental Biology veröffentlichten Studie von Atchoi und Kollegen jedes Jahr viele Jungvögel und können Massensterben verursachen.
Von den bemerkten Todesfällen 1991 bis zur jährlichen Verdunkelung
Die Initiative reicht bis 1991 zurück, als die Dorfgemeinschaft auf Corvo sehr viele tote Jungvögel bemerkte, wie es The Guardian beschreibt. Anwohner retteten junge Sturmtaucher fortan nachts bei Rundgängen durchs dunkle Dorf; 1995 startete die Regionalregierung der Azoren die Kampagne SOS Cagarro, um die übrigen acht Inseln einzubeziehen. SPEA schloss sich in den folgenden Jahren an und engagiert sich seit mehr als 15 Jahren mit Hunderten Freiwilligen; seit 2017 schaltet Corvo in kritischen Phasen das Licht ab, seit 2019 als mehrtägige, mit SPEA organisierte Verdunkelung.

Wie die Rettung konkret funktioniert
Während der Abschaltung durchstreifen Menschen Vila do Corvo, das einzige Dorf der Insel, um abgestürzte Vögel zu finden; Sicherheitsleuchten bleiben an, private Haushalte müssen ihr Licht nicht ausschalten, viele tun es laut The Guardian trotzdem. Beatriz Martins, Meeresschutztechnikerin bei SPEA-Azoren, nannte laut Positive News mehrere Wege zu helfen: Außenlicht ausschalten, einen Karton mit Handschuhen und Handtuch im Auto mitführen oder an den Rettungsbrigaden teilnehmen.
Für die Art ist der Archipel zentral: SPEA zufolge brüten 75 Prozent der weltweiten Population auf den Azoren, das Good News Network nennt einen Anteil von ungefähr 65 bis 75 Prozent der weltweiten Brutpopulation. Nach Kampagnenangaben, die Guardian und Good News Network wiedergeben, wurden seit 2015 mehr als 30.000 Jungvögel auf den Azoren gerettet, rund 6.000 davon allein auf Corvo. Im Jahresbericht für 2025 zählte SPEA auf den gesamten Azoren zwischen dem 20. Oktober und dem 9. November mehr als 1000 gerettete Vögel mit Hilfe von mehr als 150 Freiwilligen; auf Corvo selbst leben laut Positive News nur rund 450 Menschen, denen etwa 6.000 Brutpaare der Sturmtaucher gegenüberstehen.
Unter den Azoren-Inseln ist Corvo laut The Guardian weiterhin die einzige, die ihre öffentliche Beleuchtung vollständig abschaltet; auf Madeira rief SPEA Gemeinden und Betriebe zu einem „mega apagão“ auf, um die Außenbeleuchtung zu reduzieren.
Von 1991 bis 2025: eine Kampagne in Zahlen
SPEA und ihre Projektpartner hoffen laut eigener Aussage, dass weitere Orte und Inseln der Region Corvos Beispiel folgen und zu entscheidenden Zeiten ebenfalls das Licht ausschalten. Bislang ist es laut den ausgewerteten Berichten vor allem die kleine Insel mit rund 450 Einwohnern, die ihre Straßenbeleuchtung dafür vollständig opfert.
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