
Volkswagen meldet 5,82 Milliarden Euro Quartalsverlust
Quellen (13)
- Volkswagen AG updates its forecast for fiscal year 2026 | Volkswagen Groupvolkswagen-group.com
- Milliardenverlust bei Volkswagen | tagesschau.detagesschau.de
- Volkswagen_Group_9M_2026_Presentation_websiteuploads.vw-mms.de
- Minus von 5,8 Milliarden Euro: Volkswagen rutscht tief in die roten Zahlen - Unternehmen - derStandard.at › Wirtschaftderstandard.at
- Volkswagen Group: Nine-month results underline urgent need for action | Volkswagen Groupvolkswagen-group.com
- Autobauer: Volkswagen rutscht wegen Porsche und China in die roten Zahlenhandelsblatt.com
- Volkswagen Group delivers 6 million vehicles through September - Around 40 percent of the order book in Europe are all-electric models | Volkswagen Groupvolkswagen-group.com
- 2026-10-29-volkswagen-group-q3-2026-interim-report-enuploads.vw-mms.de
- Aufsichtsrat stimmt Zukunftsplan 2030 zu: Starkes Signal für die Volkswagen Group | Volkswagen Groupvolkswagen-group.com
- Zukunftsplan 2030: Die Zukunft der Volkswagen Groupvolkswagen-group.com
- Revision talks underway – Volkswagen AG to terminate several collective agreements at year-end | Volkswagen Groupvolkswagen-group.com
- Tarifrunde Volkswagen 2026igmetall.de
- Wolfsburg - VW meldet Milliardenverlust im dritten Quartaldeutschlandfunk.de
Der Bericht zum Zwischenabschluss sollte am 29. Oktober 2026 veröffentlicht werden, wie Volkswagen bereits im September angekündigt hatte. Der Umsatz sank im dritten Quartal um 6,3 Prozent auf rund 75,3 Milliarden Euro, wie tagesschau.de berichtete. Die weltweiten Auslieferungen gingen im selben Zeitraum um fast 14,3 Prozent auf 1,89 Millionen Fahrzeuge zurück.
Sondereffekte von 8,7 Milliarden Euro belasten die Neunmonatsbilanz
Im Vorjahresquartal hatte der Konzern nach einem Bericht von DER STANDARD einen Fehlbetrag von gut 1,07 Milliarden Euro ausgewiesen. In den ersten neun Monaten 2026 sank das operative Ergebnis des Konzerns nach eigenen Angaben auf 0,1 Milliarden Euro, nach 5,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Negative Sondereffekte belasteten dieses Ergebnis nach Konzernangaben mit insgesamt 8,7 Milliarden Euro, von denen 7,8 Milliarden Euro auf das dritte Quartal entfielen. Davon entfielen im dritten Quartal rund eine Milliarde Euro auf Wertminderungen bei vollkonsolidierten Unternehmen in China sowie 0,3 Milliarden Euro auf Restrukturierung und weitere Abschreibungen. Die Porsche-Abschreibung und die Wertminderungen in China sind nach Konzernangaben nicht zahlungswirksam; vor Sondereffekten lag die operative Umsatzrendite der ersten neun Monate bei 3,8 Prozent. Bereits im ersten Halbjahr hatte der Konzern 0,9 Milliarden Euro an Sondereffekten verbucht, unter anderem für das Ende der ID.4-Produktion in den USA, Nettorestrukturierung und das Ende der Kooperation mit Bosch. Nach neun Monaten weist der Konzern laut Handelsblatt einen Fehlbetrag von 2,7 Milliarden Euro aus, nach einem Ergebnis nach Steuern von rund 3,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Volkswagen einen Umsatz von rund 315 Milliarden Euro und eine operative Umsatzrendite von bis zu einem Prozent.
Auslieferungen sinken in China um 30,2 Prozent, Europa wächst
Weltweit lieferte der Konzern von Januar bis September 6.011.007 Fahrzeuge an Kunden aus, 9,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Nach Konzernangaben ging die Entwicklung in Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum zurück, während Europa und Südamerika wuchsen. In China sanken die Auslieferungen in den ersten neun Monaten auf 1.378.800 Fahrzeuge; Volkswagen erklärte, sich dem Rückgang des chinesischen Gesamtmarkts vor allem im Verbrennergeschäft nicht entzogen zu haben. In Europa stiegen die Auslieferungen dagegen um 1,7 Prozent auf 2.956.000 Fahrzeuge. In Deutschland legten die Auslieferungen um 0,9 Prozent zu. In Nordamerika erhielten 680.200 Kunden ein Fahrzeug einer Konzernmarke, 4,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Im US-Markt gingen die Auslieferungen um 7,8 Prozent zurück, in einem Umfeld, das der Konzern als von Zollsituation und regulatorischen Änderungen geprägt beschreibt. Auf Neun-Monats-Sicht schrieb Volkswagen in China laut Handelsblatt erstmals seit Aufnahme seiner dortigen Geschäftstätigkeit Verluste von 113 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 744 Millionen im Vorjahreszeitraum. Volkswagen-Finanzchef Arno Antlitz sagte dazu im Gespräch mit Journalisten und Analysten, es bestehe das Risiko, dass das China-Geschäft den Breakeven in diesem Jahr nicht mehr erreiche.
Die dem Zukunftsplan 2030 zugrunde liegende Erhebung sieht Abbau von rund 50.000 Stellen vor
Der Aufsichtsrat hatte dem Zukunftsplan 2030 bereits am 3. September 2026 einstimmig zugestimmt. Die zugrunde liegende Erhebung sieht konzernweit rund 50.000 abzubauende Stellen einschließlich Managementpositionen vor. Volkswagen begründet die Anpassung mit zunehmendem globalem Wettbewerbsdruck, veränderten Nachfragestrukturen und technologischem Wandel in der Automobilindustrie. Für die Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm kann der Konzern gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 nach eigenen Angaben vom 3. September 2026 keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gewährleisten und prüft alternative Verwendungsmöglichkeiten.
Streit über gekündigte Tarifverträge und Lohnforderung
Die Gewerkschaft IG Metall verweist darauf, dass die Personalaufwandsquote des Konzerns laut VW-Geschäftsbericht zwischen 2021 und 2025 von 17,5 Prozent auf 15,2 Prozent gesunken sei. Gleichzeitig habe Volkswagen Ende Juni rund 2,6 Milliarden Euro Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet, deren größter Anteilseigner mit 53,3 Prozent der Stammaktien die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche SE sei. Die Beschäftigten in Deutschland trügen seit der Einigung zum Zukunftstarifvertrag Ende 2024 bereits jährlich 1,5 Milliarden Euro zur Senkung der Arbeitskosten bei, erklärte die Gewerkschaft, unter anderem durch Verzicht auf Teile der Ergebnisbeteiligung und des erhöhten Urlaubsentgelts. Volkswagen kündigte am 30. September 2026 laut IG Metall nahezu das gesamte VW-Haustarifwerk mit Wirkung zum 31. Dezember, um nach eigenen Angaben Verhandlungsspielraum zu schaffen; der Zukunftstarifvertrag einschließlich Beschäftigungssicherung sei davon ausdrücklich ausgenommen. Volkswagen-Markenpersonalvorstand Arne Meiswinkel erklärte, unter anderem drängten chinesische Hersteller mit preislich wettbewerbsfähigen Exporten nach Europa und hätten den Wettbewerb erheblich verschärft; angesichts des insgesamt angespannten Marktumfelds sei die gewerkschaftliche Forderung nach fünf Prozent mehr Entgelt laut Volkswagen nicht mit der aktuellen Lage vereinbar. Die IG Metall lehnt eine von der Arbeitgeberseite nach eigener Darstellung vorgeschlagene öffentlich geförderte Transfergesellschaft als Sanierung auf Kosten der Steuerzahler ab; ihr Verhandlungsführer Thorsten Gröger sieht zuerst die Aktionäre in der Pflicht.
Die IG Metall fordert Volkswagen auf, die Kündigung der zehn Tarifverträge bis Ende Oktober zurückzunehmen und droht andernfalls mit einem nach eigener Einschätzung noch nicht dagewesenen Arbeitskampf. Nach Angaben der Gewerkschaft endet die Friedenspflicht am 31. Dezember; ab dem 1. Januar wären damit Streiks zulässig. Ihre Tarifkommission hatte die Entgeltforderung Ende September für die Tarifrunde 2026 bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und mit einer sozialen Komponente für untere Entgeltgruppen beschlossen. Finanzvorstand Antlitz sagte laut Deutschlandfunk, die neuen Zahlen zeigten deutlich, dass der Konzern schnell und entschlossen handeln müsse.
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