
Vier Tote nach Hubschrauberabsturz in Bosnien
Quellen (7)
- Bosnien-Herzegowina: Militär-Hubschrauber abgestürzt - vier Tote | tagesschau.detagesschau.de
- Bosnia-Erzegovina: cordoglio e vicinanza di USMIA Esercitousmia.it
- Elicottero italiano caduto in Bosnia. Valastro, Croce Rossa Italiana: “Dolore indicibile per la scomparsa di due colleghi” - Croce Rossa Italianacri.it
- Comunicato Stampa n. 44 del 29 Ottobre 2026difesa.it
- Srušio se helikopter EUFOR-a kod Brčkog, 4 osobe poginuleeuronews.rs
- EUFOR identifies four killed in helicopter crash near Brcko, says all 11 injured are stablen1info.ba
- Missionedifesa.it
Die EU-Mission Eufor teilte selbst am Abend des 29. Oktober 2026 mit, bei dem Absturz eines ihrer italienischen Militärhubschrauber in Bosnien-Herzegowina seien vier Menschen getötet und elf weitere verletzt worden, wie die tagesschau berichtete. Der abgestürzte Hubschrauber war ein großer Transporthubschrauber mit zwei Rotoren, der nach Angaben der Mission während eines Routinefluges nahe dem Dorf Gorice im Gebiet Brčko an der Grenze zu Kroatien verunglückte. Nach Angaben der italienischen Regierung kamen alle Insassen aus Italien; die meisten von ihnen waren Soldaten.
Wer die Todesopfer sind
Das Italienische Rote Kreuz nannte am 29. Oktober die Namen der beiden getöteten Mitglieder seines militärischen Korps: Leutnant Franco Adriano Zecchillo, Krankenpfleger, sowie Sergeantin Laura Procacci, Rettungshelferin, die im Rahmen der Mission Eufor-Althea im Einsatz waren. Nach Angaben der Organisation wurde auch ein drittes Mitglied des medizinischen Evakuierungsteams des Militärkorps verletzt. Rosario Valastro, nationaler Präsident des Italienischen Roten Kreuzes, erklärte, der Schmerz über den plötzlichen Verlust der beiden Kollegen sei unermesslich; die Organisation unterstütze bereits deren Familien und verfolge aufmerksam den Zustand des verletzten dritten Teammitglieds.
Der Stand der Ermittlungen
Das italienische Verteidigungsministerium erklärte, Einzelheiten des Unfalls erst veröffentlicht zu haben, nachdem die Familien der getöteten Militärangehörigen informiert worden seien. Nach Angaben des Ministeriums liefen zum Zeitpunkt der Mitteilung noch Ermittlungen zur Rekonstruktion des Unfallhergangs und zur Klärung der Umstände. Das Ministerium ordnete nach eigenen Angaben unverzüglich die Entsendung eines italienischen medizinischen Teams an, um die Verletzten bestmöglich zu unterstützen. Brčkos Bürgermeister Siniša Milić bestätigte dem Sender Euronews, dass eine vierte Person später an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben sei; zuvor hatte das Gesundheitszentrum Brčko einen Verletzten als schwer eingestuft. Laut dem Sender N1 teilte die Mission Eufor mit, zwei der elf Verletzten seien zur weiteren Behandlung nach Tuzla verlegt worden, die übrigen neun würden in Brčko versorgt und alle elf befänden sich zum Zeitpunkt der Mitteilung in stabilem Zustand. Die Mission rief zugleich dazu auf, keine Falschinformationen zu verbreiten oder über die Umstände zu spekulieren und dankte den Medien für Mitgefühl und Respekt in der Berichterstattung. Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. USMIA Esercito bekundete zugleich seine Verbundenheit mit den Familien der Opfer, den Verletzten und deren Angehörigen sowie dem gesamten Personal des italienischen Kontingents und dankte den an Rettung und Hilfe Beteiligten.
Was die Hintergründe der Mission zeigen
Die EU-Mission überwacht seit 2004 die Umsetzung des Dayton-Friedensabkommens, das 1995 den Bosnienkrieg beendete. Nach Angaben des italienischen Verteidigungsministeriums soll sie zugleich den Weg zum EU-Beitritt Bosnien-Herzegowinas öffnen. Aktuell sind nach tagesschau-Angaben mehr als tausend Soldaten im Einsatz, auch aus Deutschland; Italien führt die Mission seit Beginn des Jahres. Laut einer Übersicht des Verteidigungsministeriums war der italienische Beitrag zur Mission 2026 auf eine genehmigte Höchststärke von 320 Personen ausgelegt; seit dem 21. Januar 2026 steht sie laut derselben Übersicht unter dem Kommando von Divisionsgeneral Maurizio Fronda. Hintergrund des Einsatzes sind nach tagesschau-Angaben anhaltende Spannungen zwischen Serben, Kroaten und bosnischen Muslimen mehr als 30 Jahre nach Kriegsende, vor allem mit Tendenzen bosnischer Serben zur Abspaltung oder zum Anschluss an Serbien. Auch zum Zustand der Verletzten liegen unterschiedliche Momentaufnahmen vor: Während das Gesundheitszentrum Brčko zunächst von einem schwer verletzten Patienten sprach, meldete Eufor am selben Tag, alle elf Verletzten seien in stabilem Zustand.
Kommentare