
Trump erklärt Energie-Waffenruhe, Russland bestätigt sie nicht
Quellen (12)
- Donald J. Trump: "Effective immediately, there is an ENERGY CEASEFIRE in the War between Russi... - Trump’s Truthtrumpstruth.org
- Ukraine-Krieg - Russland bestätigt von Trump angekündigte Waffenruhe nichtdeutschlandfunk.de
- Peskov clarifies Trump's statement on Russia-Ukraine energy ceasefireen.apa.az
- Von Trump verkündete Energie-Waffenruhe: Kreml plötzlich wortkarg | taz.detaz.de
- Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський auf X: „Our offer is honest and clear – we are ready to respect an energy ceasefire if Russia is ready to do the same – we agree if they agree. And we have ax.com
- Krieg gegen die Ukraine: Von "Energie-Waffenruhe" keine Spur | tagesschau.detagesschau.de
- Trump declares 'energy ceasefire' between Russia and Ukrainecnbc.com
- Was meint der US-Präsident?: Bericht zu Energie-Deal: "Trump ist wirklich wütend" - n-tv.den-tv.de
- Trump dealt, Putin tötet: Die Ukraine gerät plötzlich immens unter Druck - n-tv.den-tv.de
- Zelensky says Russia has already violated Trump’s surprise energy ceasefire | CNN Politicsedition.cnn.com
- Zelenskyy was unaware of Trump's "energy ceasefire" but agrees to terms | Ukrainska Pravdapravda.com.ua
- Russland und USA: Diesel-Deal statt Waffenruhe - DER SPIEGELspiegel.de
„Effective immediately, there is an ENERGY CEASEFIRE in the War between Russia and Ukraine“, schrieb US-Präsident Donald Trump am 11. Oktober 2026 auf Truth Social. „Both parties have agreed. Do not break it!“, fügte er hinzu.
Russland hat die von Trump angekündigte „Energie-Waffenruhe“ bislang nicht bestätigt, wie der Deutschlandfunk berichtet. Auch der ukrainische Präsident Selenskyj reagierte laut Deutschlandfunk zunächst überrascht, erklärte sich dann aber zur Einhaltung einer begrenzten Waffenruhe bereit.
Kreml verweist auf laufende Kontakte
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am 12. Oktober laut der Nachrichtenagentur APA, die Kontakte liefen weiter; Informationen würden folgen, sobald es dazu etwas zu sagen gebe. Wie die taz berichtet, äußerte sich Peskow nur knapp dahingehend, der Kontakt werde aufrechterhalten; die russischen Streitkräfte griffen die ukrainische Energieinfrastruktur unterdessen weiter an.
Selenskyj: offen, aber mit Gegenseitigkeit
In einem Beitrag auf X schrieb Selenskyj am 12. Oktober, das ukrainische Angebot sei „ehrlich und klar“, die Ukraine sei bereit, eine Energie-Waffenruhe einzuhalten, wenn Russland dasselbe tue. „Wir stimmen zu, wenn sie zustimmen“, fügte er hinzu. In der vergangenen Nacht hätten russische Ölraffinerien nicht gebrannt, doch um Mitternacht habe eine russische strahlgetriebene „Shahed“ eine Gasförderanlage in der Ukraine getroffen; zudem sei eine gewöhnliche Tankstelle mit mehreren Drohnen angegriffen worden. Den ganzen Vormittag seien weiter russische Shaheds über Kyjiw und anderen Städten in den ukrainischen Luftraum eingedrungen, während Reparaturteams noch an den Schäden vom Vortag arbeiteten. Selenskyj nannte die Angriffe Putins vorläufige Antwort auf Trump und erklärte, man warte auf Einzelheiten des Gesprächs zwischen Amerikanern und Russen sowie darauf, welche konkreten Schritte die Amerikaner zu unternehmen bereit seien.
Die Angriffe laufen unvermindert weiter
Wie die tagesschau berichtet, gehen die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur trotz der Ankündigung unvermindert weiter; offenbar erfolgte sie ohne Rückendeckung aus Moskau. Etwa eine Stunde nach Trumps Post waren in Charkiw Explosionen zu hören: Russland griff die Stadt erneut mit Drohnen und Gleitbomben an und beschädigte dabei das nach Leistung zweitgrößte Heizkraftwerk der Ukraine. Beim Sicherheitsforum in Warschau sagte Selenskyj zugeschaltet: „Es war klar, dass Putin kein Truth Social liest.“ Dennoch sei Trumps Botschaft wichtig, so Selenskyj, weil Russland versuche, den kommenden Winter als Waffe einzusetzen, indem es täglich Kraftwerke und das Stromnetz angreife. Bereits am Samstag zuvor hatten russische Gleitbomben in Saporischschja mehrere Wohnhäuser getroffen; 23 Menschen starben, darunter vier Kinder.
Vorgeschichte: ein Diesel-Deal mit Putin
Trumps Ankündigung kam nach einer Reihe weiterer Äußerungen zum Krieg: Zuvor hatte er nach einem Gespräch mit Putin einen Diesel-Deal zwischen den USA und Russland bekanntgegeben. Die USA würden dafür laut tagesschau ihre Sanktionen lockern, damit Russland zunächst 300.000 Tonnen Diesel liefern könne; später sollen weitere Lieferungen folgen. Beobachter sehen darin laut tagesschau ein wahlkampftaktisches Manöver vor den US-Zwischenwahlen im November, zumal ein starkes Sinken der Preise durch die verhältnismäßig geringe Menge nicht erwartet wird.
Selenskyj kritisierte die Vereinbarung scharf: Jede Lockerung der Sanktionen ohne klare Vereinbarung über Deeskalation sei ein Zeichen von Schwäche, wer russischen Diesel kaufe, finanziere Russlands Angriffskrieg. Trump wiederum forderte laut tagesschau die Menschen in der Ukraine zur Wahl eines neuen Präsidenten auf und gab Selenskyj die Schuld an den weltweit hohen Spritpreisen; laut tagesschau waren diese vor allem wegen des von den USA und Israel im Februar begonnenen Iran-Krieges gestiegen.
60 Tage für Wahlen? Moskau sagt nein
Selenskyj betonte zugleich, er sei auch zu einer Waffenruhe von 60 Tagen bereit, um in der Ukraine Wahlen abzuhalten. Kremlsprecher Peskow lehnte dies ab und bot nur eine Feuerpause für den möglichen Tag der Abstimmung an. Er behauptete, Selenskyj wolle die 60 Tage nicht für Wahlen, sondern um im Krieg neue Kräfte zu sammeln. Russlands Außenminister Sergei Lawrow sagte dazu, er glaube nicht, dass Selenskyj sich eine Verschnaufpause verdient habe. Peskow bestätigte am Montag, die Haltung des Kremls habe sich nicht verändert: „Wir wollen keinen Waffenstillstand, wir wollen langfristigen Frieden und sind bereit, alles nur Erdenkliche dafür zu tun.“ Selenskyj ist seit 2019 Präsident der Ukraine; Wahlen sind unter dem geltenden ukrainischen Kriegsrecht derzeit nicht zulässig. Laut einer Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie sprechen sich 71 Prozent der Befragten dafür aus, Wahlen erst nach einem möglichen Kriegsende abzuhalten.
Was die Ankündigung wert ist
Waffenruhen zwischen Russland und der Ukraine waren seit der Invasion 2022 laut einem CNBC-Bericht durchgehend schwer aufrechtzuerhalten; Trump habe wiederholt versucht, den Konflikt zu beenden, sei aber bislang erfolglos geblieben. Auf Nachfrage verwies das Weiße Haus CNBC laut dessen Bericht auf Trumps Beitrag in sozialen Medien. Das widerspricht Trumps ursprünglicher Behauptung einer bereits geschlossenen, für beide Seiten sofort geltenden Waffenruhe. Dabei besitzt die Ukraine laut einem ukrainischen Beamten gegenüber Axios nur eine einzige, nicht voll funktionsfähige Raffinerie, während Russland über ein umfangreiches Raffinerienetz verfügt. Aus ukrainischer Sicht ist Russland zudem kein verlässlicher Verhandlungspartner: Eine formelle Zustimmung zu einer umfassenden Energie-Waffenruhe bedeute, wie ntv einordnet, keineswegs, dass Russland tatsächlich davon ablasse, die Ukraine im Winter ohne Strom, Heizung und Wasser zu lassen.
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