Sudan will rund 11 Millionen Kinder gegen Polio impfen
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Sudan will rund 11 Millionen Kinder gegen Polio impfen

Sudans Gesundheitsministerium will von Oktober bis November 2026 mit Unterstützung von WHO und UNICEF rund 11 Millionen Kinder gegen Polio impfen. Anlass ist eine seit Dezember 2024 zirkulierende Virusvariante; laut UNICEF bestätigte Sudan für 2026 Poliovirus bei sechs Kindern und in drei Abwasserproben.

Quellen (5)
  1. Sudan launches polio vaccination campaign to protect 11 million children amid conflictunicef.org
  2. Sudan launches polio campaign to protect 11 million children amid conflict | Tanzania Insighttanzaniainsight.com
  3. Sudan targets 11 million children in nationwide polio campaign - Channel Africachannelafrica.co.za
  4. LA ACCIÓN HUMANITARIA EN 2019-2020msf.org
  5. South Sudan conducts nationwide polio vaccination campaign targeting 3.9 million children | WHO | Regional Office for Africaafro.who.int
5. November 2026, 6:53 Uhr484 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Das sudanesische Bundesgesundheitsministerium setzt bei der Kampagne nach Angaben von UNICEF auf den oralen Polioimpfstoff Typ 2, kurz nOPV2 und wird auch von weiteren Partnern unterstützt. Die Kampagne soll die Immunität von Kindern stärken, deren Zugang zu Gesundheitsdiensten durch den seit 2023 andauernden Konflikt eingeschränkt ist.

Warum die Impfungen jetzt laufen

Jahre des Konflikts haben die öffentlichen Gesundheitsdienste einschließlich der Routineimpfungen beeinträchtigt, wodurch Kinder zunehmend anfällig für durch Impfungen vermeidbare Krankheiten wurden, so UNICEF. Laut einem Bericht von Tanzania Insight sind mehr als 70 Prozent der Gesundheitseinrichtungen in den vom Konflikt betroffenen Bundesstaaten nicht funktionsfähig.

sudan

Sechs Millionen Kinder zuerst, dann Darfur

Die erste Phase der Kampagne lief vom 26. bis 29. Oktober und richtete sich an 6 Millionen Kinder in 107 Verwaltungsgebieten von 12 Bundesstaaten. In der ersten Novemberwoche sollen weitere 5 Millionen Kinder in 79 Verwaltungsgebieten der fünf Darfur-Bundesstaaten und West-Kordofans folgen. Die Altersgrenze wurde in Darfur auf unter 10 Jahre angehoben, weil ältere Kinder dort eine geringere Immunität haben. Rund einen Monat nach der ersten Runde ist eine zweite landesweite Impfrunde geplant.

Minister und UN-Vertreter zur Kampagne

Sudans Gesundheitsminister Heitham Mohammed Ibrahim erklärte, wie Channel Africa berichtete, die Massenimpfung solle jedes Kind vor dem laufenden Polioausbruch schützen. Der WHO-Vertreter in Sudan, Abdinasir Abubakar, sagte, der Schutz vor Polio sei dringender denn je. Die kommissarische UNICEF-Vertreterin in Sudan, Angela Kearney, rief Gesundheitskräfte, Gemeinden und humanitäre Partner dazu auf, jedes impfberechtigte Kind zu erreichen, auch in Konfliktgebieten.

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Abgestimmt mit den Nachbarländern

Die Impfungen werden mit Tschad, Äthiopien und Südsudan koordiniert, die im selben Zeitraum eigene Poliokampagnen durchführen, um Bevölkerungsgruppen zu erreichen, die zwischen den vier Ländern über die Grenze ziehen. In den an Südsudan grenzenden Verwaltungsgebieten der Bundesstaaten Süd-Kordofan, Sennar, Weißer Nil und Blauer Nil sollen Kinder zusätzlich zum nOPV2 den bivalenten oralen Polioimpfstoff erhalten, um sie vor der im Südsudan zirkulierenden Typ-1-Variante zu schützen.

Was Ärzte ohne Grenzen zu Immunitätslücken in Darfur berichtet

Eine Auswertung von Ärzte ohne Grenzen zu Darfur zeigt, dass zwischen Januar 2024 und April 2026 wiederholt Ausbrüche impfpräventabler Krankheiten vor allem Menschen mit fehlenden Impfungen betrafen, häufig Kinder unter fünf Jahren; die Organisation folgert daraus, dass reaktive Kampagnen länger anhaltende Unterbrechungen der Routineimpfungen nicht ausgleichen können. Als Hindernisse nennt Ärzte ohne Grenzen schwache Routinedienste, wiederholte Engpässe bei Impfstoffen, begrenzte Kühlkettenkapazität und zu wenige ausgebildete Impfkräfte. Die Organisation weist zugleich darauf hin, dass ihre Daten aus 21 Meldestandorten in vier Bundesstaaten stammen und nicht das gesamte Land repräsentieren. Wie weit Impfkampagnen in der Region kommen können, zeigt sich im Nachbarland Südsudan: Dort hatten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bis zum 19. Oktober 2026 über 3,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren beide Impfstoffe erhalten, 84 Prozent des nationalen Ziels von 3,8 Millionen.

Zweite Runde etwa einen Monat nach der ersten geplant

Insgesamt soll die Kampagne 186 Verwaltungsgebiete in 18 Bundesstaaten abdecken. Ob die von Ärzte ohne Grenzen beschriebenen Engpässe bei Kühlkette und Personal bis zur zweiten Runde behoben sind, bleibt offen.

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