Studie: Gezielter Schutz kann Vogel- und Säugetierarten helfen
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Studie: Gezielter Schutz kann Vogel- und Säugetierarten helfen

Eine neue Studie zeigt: Auch Vogel- und Säugetierarten, deren Wildbestand seit 1950 unter 50 Individuen fiel, müssen nicht aussterben. Die von der Monash University am 5. November 2026 vorgestellte Analyse vergleicht Arten mit und ohne gezielte Schutzmaßnahmen und findet einen Zusammenhang mit der Bestandserholung.

Quellen (8)
  1. Small populations, big potential: New research overturns extinction assumptions - Monash Universitymonash.edu
  2. Householder - Woodhen survey results | Lord Howe Island Boardlhib.nsw.gov.au
  3. Lord Howe Island Rodent Eradication Project Final Report - Lessons Learnedlhib.nsw.gov.au
  4. Lord Howe Island cloud forest species thrive after rodent eradication program - ABC Newsabc.net.au
  5. Penny F. Langhammer et al., Science: The positive impact of conservation actiondoi.org
  6. Wildlife conservation can work, says major new study. But Chris Packham warns ‘time is running out’ | BBC Science Focus Magazinesciencefocus.com
  7. Stuart L. Pimm et al., Proceedings of the Royal Society B: Conservation targets and how to achieve themdoi.org
  8. Cock van Oosterhout et al., Journal of Heredity: Genomic erosion in the assessment of species' extinction risk and recovery potentialdoi.org
8. November 2026, 18:02 Uhr595 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Forschende der Monash University werteten in der Studie 141 Vogel- und Säugetierarten aus. Von 51 dieser Arten, die gezielte Schutzmaßnahmen wie die Bekämpfung invasiver Räuber, Lebensraumwiederherstellung, Zucht in Gefangenschaft oder Umsiedlungen erhielten, erholten sich 61 Prozent auf mindestens 100 Individuen. Arten ohne direkte Unterstützung starben dagegen in 37 Prozent der Fälle aus.

Vom Rand des Aussterbens zu mehr als 1.600 Vögeln

Die Ergebnisse erschienen in Proceedings of the Royal Society B und stellen sich nach Darstellung der Universität gegen die langjährige Annahme, dass stark dezimierte Populationen durch Inzucht und Verlust genetischer Vielfalt zwangsläufig zusammenbrechen. Hauptautor Dr. Donal Smith erklärte, Schutzentscheidungen seien jahrzehntelang von der Vorstellung geprägt gewesen, dass die Erholung unterhalb einer bestimmten Schwelle allein wegen der geringen Populationsgröße durch genetische oder demografische Faktoren stark behindert werde. Die Populationsgröße allein solle nicht entscheiden, ob eine Art aufgegeben werde, so Smith: Würden äußere Rückgangsursachen bekämpft und Bestände direkt unterstützt, zeigten kleine Populationen eine erstaunliche Erholungsfähigkeit. Mitautor Professor Rohan Clarke nannte es einen Fehler, akut bedrohte Arten wegen geringer Bestände aufzugeben, auch wenn er genetische Risiken als real anerkennt und für wissenschaftlich gestütztes Bestandsmanagement wirbt. Als Beispiel nennt die Universität das Lord-Howe-Sumpfhuhn, dessen Bestand von 23 Vögeln in den späten 1970er Jahren auf mehr als 1.600 Tiere zum Zeitpunkt der Mitteilung gestiegen sei. Zählungen des Lord Howe Island Board bestätigen diesen Trend: Die Erhebung zwischen dem 18. November und 6. Dezember 2024 ergab einen bekannten Mindestbestand von 1.638 Vögeln, der für den nicht erneut untersuchten Mt Gower weiterhin die 77 Vögel aus der Zählung von 2022 einschließt, nach 1.147 im Jahr 2022 und 208 im Jahr 2019. Mäuse waren um die 1860er Jahre auf die Insel gelangt, Hausratten 1918 beim Stranden der SS Makambo; Ratten werden mit dem Aussterben von fünf endemischen Vogelarten, 13 wirbellosen Tierarten und zwei Pflanzenarten in Verbindung gebracht, wie der Abschlussbericht des Nagetierausrottungsprojekts festhält. Der Bericht bewertet das eigene Projekt als Beitrag zu einem messbaren Wiederanstieg der Biodiversität mit größeren Beständen endemischer Vögel, wirbelloser Tiere und Pflanzen.

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Vom Sumpfhuhn zu anderen Erfolgsfällen

Auf Lord Howe Island selbst verzeichnete nach einem 2024 veröffentlichten Bericht von ABC News auch der Bruterfolg der dort fast ausschließlich brütenden Providence-Sturmvögel einen deutlichen Anstieg: Nach Angaben der Inselverwaltung stieg er von 2 Prozent auf 50 Prozent; ihre Brutgebiete sind vor Rattenfraß und Eulen geschützt. In einer 2024 veröffentlichten globalen Metaanalyse von 186 Studien mit 665 Einzeluntersuchungen fanden Forschende um Langhammer, dass Schutzmaßnahmen in zwei Drittel der Fälle die Biodiversität verbesserten oder zumindest deren Rückgang verlangsamten. Für diese Übersichtsarbeit waren zunächst mehr als 1.400 Studien aus über einem Jahrhundert Naturschutzarbeit gesichtet worden, bevor sich die Auswertung auf die 186 Studien mit vergleichbaren Vorher-Nachher-Daten beschränkte, wie BBC Science Focus berichtete. Auch eine 2026 veröffentlichte Studie zu Naturschutzzielen kommt zu dem Schluss, dass Naturschutz Aussterben verhindert und einigen zuvor rückläufigen Arten eine positive Entwicklung ermöglicht hat, mahnt aber klar definierte Messgrößen an, um festzustellen, was wirkt und was nicht.

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Was die Zahlen noch nicht zeigen

Populationen können laut van Oosterhout und Kollegen direkt nach einem Rückgang zunächst genetisch gesund wirken, während sie weiterhin Vielfalt verlieren, wodurch ihr Aussterberisiko steigt, auch wenn sie bei teilweiser Bestandserholung von der Roten Liste heruntergestuft werden. Clarke erkennt genetische Risiken allgemein an, wenn er von „realen“ genetischen Gefahren spricht.

Was den Erfolg gefährden könnte

Erstens die in Simulationen von van Oosterhout und Kollegen gezeigte genetische Erosion. Zweitens der von Pimm und Kollegen bemängelte fehlende Überwachungsmechanismus, der messen sollte, wie weit Länder beim Ziel für 2050 vorankommen, das Aussterben zu stoppen. Drittens die von Langhammer und Kollegen 2024 geforderte grundlegende Ausweitung von Schutzmaßnahmen über den klassischen Naturschutzsektor hinaus.

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