Schottland verankert Niststeine für Mauersegler gesetzlich
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Schottland verankert Niststeine für Mauersegler gesetzlich

Das schottische Parlament hat den Natural Environment (Scotland) Bill verabschiedet, der die biologische Vielfalt verbessern und die Natur regenerieren soll. Ein Zusatz sieht den Einbau von Niststeinen für Mauersegler in neuen Gebäuden vor, wo das vernünftigerweise durchführbar und angemessen ist; umgesetzt werden soll dies durch Bauvorschriften.

Quellen (12)
  1. Natural Environment (Scotland) Bill | Scottish Parliament Websiteparliament.scot
  2. Swift bricks become mandatory for new buildings in Scotlanddezeen.com
  3. Scotland Leads the Way in Law: Making Swift Bricks Mandatory in New Buildings - Noble Solicitorsnoblesolicitors.co.uk
  4. Scotland becomes first UK country to put Swift bricks into lawrspb.org.uk
  5. Greens secure ‘swift bricks’ on new buildings - Scottish Greensgreens.scot
  6. Natural Environment (Scotland) Billlegislation.gov.uk
  7. Environmental Standards Scotland welcomes the approval of the Natural Environment (Scotland) Bill by the Scottish Parliament - Environmental Standards Scotlandenvironmentalstandards.scot
  8. National Planning Policy Framework, Chapter 19: Conserving and enhancing the natural environment (N1–6) - GOV.UKgov.uk
  9. Meeting of the Parliament: 27/01/2026 | Scottish Parliament Websiteparliament.scot
  10. Landmark Nature Restoration Bill passed - gov.scotgov.scot
  11. Swift bricks to be installed on all new buildings in Scotland | STV Newsnews.stv.tv
  12. Swift Bricks - Coventry Societycoventrysociety.org.uk
25. Oktober 2026, 8:46 Uhr823 Wörter · 5 Min. Lesezeit

Das schottische Parlament stimmte laut seiner Website am 29. Januar 2026 mit 90 Stimmen dafür und 26 dagegen über den Natural Environment (Scotland) Bill ab, bei 0 Enthaltungen und 13 Abgeordneten, die nicht teilnahmen; am 12. März 2026 erhielt der Text die königliche Zustimmung und wurde zum Gesetz. Die schottische Regierung hatte den Entwurf am 19. Februar 2025 eingebracht, um die biologische Vielfalt zu verbessern und die natürliche Umwelt zu regenerieren. Teil des Gesetzes ist ein von den Scottish Greens durchgesetzter Zusatz, nach dem neue Gebäude künftig Niststeine für Mauersegler erhalten sollen, wo dies vernünftigerweise durchführbar und angemessen ist, wie das Onlinemagazin Dezeen berichtete.

Warum Mauersegler Nistplätze verlieren

Mauersegler nisteten traditionell in Spalten und Hohlräumen älterer Gebäude; moderne Bauweisen mit Dämmung und glatten Fassaden haben solche Nistplätze laut einem Bericht der Kanzlei Noble Solicitors vom 13. Februar 2026 stark verringert. Der Bericht nennt Bestandsschätzungen, wonach der Mauerseglerbestand im Vereinigten Königreich seit Mitte der 1990er-Jahre um mehr als sechzig Prozent zurückgegangen ist; als einen wesentlichen Grund dafür nennt er den Verlust von Nistplätzen in Städten. Weil die Vögel laut Noble Solicitors jedes Jahr an denselben Platz zurückkehren, kann ein Paar ausbleiben zu brüten, wenn sein Nistplatz durch Neubau oder Sanierung verschwindet. Die britische Vogelschutzorganisation RSPB nannte am 30. Januar 2026 zusätzlich weniger Insektennahrung und den Klimawandel als Ursachen des Rückgangs. Nach Darstellung der Scottish Greens ist der Bestand im Vereinigten Königreich laut RSPB seit 1995 um zwei Drittel geschrumpft; 2020 wurden Mauersegler auf die britische Rote Liste der besonders schutzbedürftigen Vögel gesetzt.

naturschutz

Was der Änderungsantrag von Mark Ruskell vorschreibt

Der Zusatz des Grünen-Abgeordneten Mark Ruskell verpflichtet schottische Minister laut endgültiger Regelung dazu, Bauvorschriften einzuführen, die den Einbau von Niststeinen für Mauersegler in den darin beschriebenen Gebäuden vorschreiben, wo dies vernünftigerweise durchführbar und angemessen ist. Dem Onlinemagazin Dezeen vom 29. Januar 2026 zufolge wurde die Vorgabe von Abgeordneten verschiedener Parteien unterstützt und sollte in eine zwölfmonatige Konsultationsphase zur Festlegung der Baustandards gehen. Ruskell bezeichnete die Lösung gegenüber Dezeen als einen Ziegel mit einem Loch, der etwa 30 britische Pfund koste und nach dem Einbau jahrzehntelang vorhanden sei. Seine Vorschläge verpflichteten Minister dazu, Vorschriften so zu ändern, dass Nistplätze für Mauersegler zur Standardausstattung neuer Gebäude gehörten, vergleichbar mit Dämmung oder Brandschutz, erklärte er. Die Maßnahme behindere den Wohnungsbau nicht, verursache keine zusätzliche Bürokratie und erhöhe die Kosten nicht nennenswert, sagte Ruskell weiter.

Im Vergleich: England, Wales und Nordirland

In England lehnte das House of Lords laut RSPB einen Änderungsantrag zum Planning and Infrastructure Bill ab, der ebenfalls Niststeine für Mauersegler vorgeschrieben hätte. In Wales wurde ein entsprechender Vorschlag nach einer erfolgreichen Petition im Senedd debattiert, aber trotz Dringlichkeit und parteiübergreifender Unterstützung abgelehnt, berichtete die RSPB. In Nordirland bestehe dagegen parteiübergreifendes Interesse; die RSPB erklärte, sie prüfe dort die Möglichkeiten einer gesetzlichen Regelung. Die Reform der britischen Regierung am National Planning Policy Framework für England befand sich laut Dezeen am 29. Januar 2026 in Konsultation und sah ebenfalls eine Niststeinpflicht für Neubauten vor. Die Vogelschützerin Hannah Bourne-Taylor, die seit 2022 für eine verbindliche Regelung kämpft, kritisierte gegenüber Dezeen, die englische Reform gehe nicht weit genug, weil sie über eine Politik ohne Gesetzeskraft erfolge und keine rechtliche Verpflichtung enthalte.

schottland

Welche Schritte zur vollständigen Wirkung vorgesehen waren

Der Rechtsstand war zunächst zweistufig: Environmental Standards Scotland (ESS) begrüßte am 30. Januar 2026 die Billigung durch das Parlament, hielt zu diesem Zeitpunkt aber fest, dass die königliche Zustimmung noch ausstand. Diese folgte erst am 12. März 2026, als der Entwurf zum Gesetz wurde. Die RSPB erklärte am 30. Januar 2026, die schottische Regierung habe mitgeteilt, vor der vollständigen Inkraftsetzung der Niststeinpflicht Konsultationen durchführen zu müssen; die Organisation kündigte an, genau zu beobachten, dass dies ohne Verzögerung geschieht. Auch Noble Solicitors beschrieb die Vorgabe am 13. Februar 2026 als gesetzliche Pflicht, die nach Inkrafttreten der zugehörigen Bauvorschriften durchgesetzt werden solle; erwartet wurde eine Konsultationsphase mit Bauträgern, Naturschutzgruppen und Kommunalbehörden. ESS sollte laut eigener Mitteilung vom 30. Januar 2026 künftig als unabhängige Stelle überwachen, ob die auf Grundlage des Gesetzes festzulegenden Biodiversitätsziele erreicht werden; die schottische Regierung sah dafür laut dem Entwurf des Haushalts vom 13. Januar 2026 mehr Mittel für die Behörde vor. ESS-Geschäftsführer Mark Roberts nannte am 30. Januar 2026 den Gesetzentwurf einen klaren Ausdruck des Willens, die Biodiversitätskrise in Schottland anzugehen; er kündigte an, die Behörde werde nun ihre neuen Aufgaben vorbereiten.

Wer als Nächstes nachziehen könnte

Die RSPB sprach am 30. Januar 2026 von erheblicher parteiübergreifender Unterstützung im schottischen Parlament und richtete den Blick auf die nächste schottische Regierung, die Maßnahme umsetzen müsse, sowie auf andere Regierungen im Vereinigten Königreich, die diesem Beispiel folgen sollten. Die RSPB prüfte nach eigenen Angaben vom 30. Januar 2026 in Nordirland die Möglichkeiten einer gesetzlichen Regelung. Das am 29. September 2026 veröffentlichte englische National Planning Policy Framework sieht als Planungsregel Niststeine in Bauvorhaben vor, mit Ausnahmen aus zwingenden technischen Gründen. Schottland ist damit nach Angaben von Noble Solicitors das erste Land im Vereinigten Königreich, das Niststeine für Mauersegler gesetzlich verankert hat.

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