
Audi plant erstes US-Werk in Georgia für rund 4 Milliarden Dollar
Quellen (8)
- USA News: Audi kündigt SUV-Werk in den USA an - Politik - SZ.desueddeutsche.de
- Gov. Kemp: Audi AG Selects Georgia to Invest $4 Billion in First US Manufacturing Facility | Governor Brian P. Kemp Office of the Governorgov.georgia.gov
- Auto: Nach Handelsblatt-Bericht â Trump bestätigt Bau von Audi-Werk in den USAhandelsblatt.com
- Audi to establish first U.S. production site in Georgia, investing $4 billion and creating 4,500 jobs | audi.comaudi.com
- Trump announces Audi will build $4 billion U.S. factory in Georgiacnbc.com
- Betriebsrat Neckarsulm fordert Zukunftsperspektive statt Standortdebatte | audi.comaudi.com
- Parlamentswahlen: Auf Trump-Wahlkampftour: Audi kündigt SUV-Werk in den USA antagesspiegel.de
- Trump announces Audi will build $4B factory in Georgia | KSL.comksl.com
Audi hat bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump im Bundesstaat Georgia den Bau eines neuen SUV-Werks angekündigt. Gouverneur Brian Kemp und Audi-Chef Gernot Döllner kündigten an, dass das Werk am Middle Georgia Megasite in Peach County entstehen soll. Man wolle die größten und hochwertigsten SUVs in die USA bringen und bei Macon in Georgia produzieren, sagte Döllner laut Handelsblatt; das sei eine Langzeitinvestition, weil Audi an den amerikanischen Markt glaube.
Zeitplan: Baubeginn 2027 geplant, Vollproduktion für 2031 erwartet
Nach Angaben von Audi soll der Bau 2027 beginnen und die Produktion Anfang der 2030er Jahre starten, ausgelegt auf eine Jahreskapazität von bis zu 200.000 Fahrzeugen. Das Gouverneursbüro unterscheidet feiner: Die Geländevorbereitung soll 2027 beginnen, der Werkbau 2028, die Vollproduktion bei einer jährlichen Kapazität von 200.000 Fahrzeugen wird für 2031 erwartet. Trump selbst hatte bei seiner Rede behauptet, der Bau werde schon im kommenden Monat beginnen und jährlich 200.000 Autos produzieren; diese Angabe weicht von den Zeitplänen ab, die Audi und das Gouverneursbüro genannt haben.
Warum Audi sich für Georgia entschied
Audi begründete die Standortwahl mit einem investitionsbereiten Gelände, qualifizierten Arbeitskräften, einem etablierten Zulieferernetzwerk und starker Logistikinfrastruktur; der Standort biete außerdem Platz für spätere Erweiterungen. Laut Gouverneursbüro sind die Häfen Savannah und Brunswick per Bahn in weniger als fünf Stunden zu erreichen, zudem hat das Gelände Zugang zum Schienennetz von Norfolk Southern. Gouverneur Kemp erklärte, man habe den Megasite gezielt gekauft und ausgebaut, um einen Arbeitsplätze schaffenden Automobilhersteller in die Region zu holen. Laut Gouverneursbüro will Georgia Quick Start gemeinsam mit Audi maßgeschneiderte Lehrpläne entwickeln und während des Baus einer eigenen Schulungseinrichtung mit örtlichen Standorten des Technical College System of Georgia zusammenarbeiten.
Zölle, Zwischenwahlen und Kritik an Trumps Handelspolitik
Trump hat Autohersteller gedrängt, Produktion in die USA zu verlegen und Abgaben auf Autos, Stahl, Aluminium und Teile erhöht, wie CNBC berichtet. Die Zölle hätten Audi im Vorjahr mit 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise 1,4 Milliarden Dollar belastet, weil der Autobauer sämtliche US-Fahrzeuge aus Europa oder Mexiko importiert. Audis Verkäufe sanken zwei Jahre in Folge und brachen im ersten Halbjahr 2026 um 7 Prozent ein, die US-Verkäufe lagen in diesem Jahr 16 Prozent niedriger. Die Ankündigung fiel in den Wahlkampf vor den Zwischenwahlen am 3. November, bei denen Trump für die Republikaner werben wollte. Kritiker sagten laut CNBC, die Zölle hätten Fahrzeugpreise erhöht und die Handelsunsicherheit habe Investitionen von Autoherstellern verzögert. Der republikanische Senator Bernie Moreno erklärte laut CNBC, Audi werde mit der Investition sämtliche eigenen SUVs ausschließlich in den USA bauen und schrieb das Werk den Zöllen, aus seiner Sicht sinnvollen Vorschriften und der Abschaffung der Befugnis Kaliforniens zur Regulierung von Kraftstoffverbrauchsstandards zu.
Europa soll laut Audi das Rückgrat bleiben
Audi erklärte, Deutschland und Europa sollten mit ihrer Entwicklungs-, Technologie- und Produktionskompetenz das industrielle Rückgrat bleiben; die Expansion in Nordamerika ergänze das bestehende Produktionsnetz. Anfang Oktober hatte der Betriebsrat im Audi-Werk Neckarsulm ein klares Bekenntnis zum Standort gefordert; Jens Stammler warnte, wer die Perspektive Neckarsulms anzweifle, stelle einen Standort infrage, der die AUDI AG mit aufgebaut habe, wie Audi in einer Medieninformation mitteilte. Festzuhalten bleibt: Der Baubeginn und die angestrebte Jahreskapazität von bis zu 200.000 Fahrzeugen sind Planungen von Audi und dem Gouverneursbüro.
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