
Nordsee-Riff: 99 Prozent der befestigten erwachsenen Austern überleben
Quellen (7)
- Divers Find 99% Oyster Survival on Restored North Sea Reef - The Scuba News UKthescubanews.com
- Native oysters make comeback on restored North Sea reefoceanographicmagazine.com
- Oysters to the Rescue: Innovative Reef Cubes Installed Off South Tyneside Coast - Stronger Shoresstrongershores.com
- Wild Oyster Project | Reef cubes® Restore Native Reefs | ARC marinearcmarine.co.uk
- Huge concrete-like cubes were submerged off the coast of Britain. One year later, they’re teeming with creatures | Discover Wildlifediscoverwildlife.com
- First monitoring of oyster reef restoration pilot: survival rates encouraging and opportunities for improvement | WURwur.nl
- Dive Surveys Reveal New Life on Restored North Sea Oyster Reef | Scubaversescubaverse.com
Sieben freiwillige Taucher kontrollierten im Juli 2026 vor Whitburn in South Tyneside in rund 25 Metern Tiefe ein künstliches Austernriff in der Nordsee, wie The Scuba News UK berichtete. Das einen Hektar große Wiederherstellungsgebiet war dort laut Oceanographic im Oktober 2025 als erstes Projekt seiner Art in der Region entstanden. Die 20 Riffwürfel waren ursprünglich mit rund 4.000 erwachsenen Austern besetzt worden; alle Würfel blieben laut den Tauchberichten sicher an ihrem Platz.
Riffe, die vor mehr als einem Jahrhundert verschwanden
Einheimische Austernriffe waren vor mehr als einem Jahrhundert aus der Region verschwunden. Der Bestand im gesamten Vereinigten Königreich sank seit den 1800er-Jahren nach Angaben von ZSL um mehr als 95 Prozent, bedingt durch Lebensraumverlust, Überfischung, Verschmutzung und Krankheiten. In einer früheren Projektphase hatte das Wild Oysters Project 2023 bereits Austern vor Whitburn ausgesetzt; Wetterbedingungen verlagerten die Tiere damals, wie die Initiative Stronger Shores berichtete. Die im Oktober 2025 installierten Würfel aus einem von ARC marine als kohlenstoffarm und meerwasserbeständig beschriebenen Material namens Marine Crete sollten genau das verhindern und den Austern einen dauerhaften Ankerplatz bieten.

Was die Taucher im Riff fanden
Auch junge Austern, im Englischen als „spat“ bezeichnet, überstanden ihren ersten Winter trotz niedriger Temperaturen und knappen Nahrungsangebots, ebenso vom Würfel gelöste Tiere, die lose am Meeresboden weiterlebten. Um die Würfel herum entdeckten die Taucher zudem Garnelen, Springkrebse und weitere Arten, für die jungen Riffstrukturen bereits als Lebensraum dienen. Celine Gamble, Senior Partnerships Manager bei ZSL, bezeichnete das Überleben als „ermutigenden Meilenstein“ angesichts von Wellenenergie, wechselnden Bedingungen und Fressfeinden in der offenen Nordsee. Ashleigh Tinlin-Mackenzie, fachliche Leiterin für Meeresökologie bei Groundwork NE & Cumbria, erklärte laut Discover Wildlife, das Überleben des Riffs und seine Nutzung durch andere Tiere gäben dem Team Zuversicht, dass der Ansatz auch weitere Meeresökosysteme in der Nordsee unterstützen könne. Das Projekt bleibe damit aber weiterhin in einem frühen Stadium, hieß es ergänzend.

Im Vergleich: ein ähnlicher Test im Hafen von Rotterdam
Einen vergleichbaren Ansatz erprobt ein Projekt im Hafen von Rotterdam, wo im Sommer 2025 erstmals mit Austernlarven besiedelte Steine ausgesetzt wurden, wie die Wageningen University & Research berichtete. Die Überlebensrate dort scheine mit anderen Wiederherstellungsprojekten in der Region vergleichbar zu sein, berichtete die Wageningen University & Research; die gefundene Austernzahl entspreche zwar der internationalen OSPAR-Definition einer Austernbank, gelte aber laut Projektleiterin Pauline Kamermans noch nicht als echtes Riff, weil dafür mehr Austern pro Quadratmeter nötig seien, die sich selbst fortpflanzen und übereinander wachsen.
Die Förderung läuft 2027 aus
Finanziert wird das Projekt über die vom South Tyneside Council geleitete Partnerschaft Stronger Shores, die Mittel von Defra erhält, die über die von der Umweltbehörde Environment Agency verwalteten Flood and Coastal Innovation Programmes vergeben werden. Diese Förderung endet 2027. Das Projektteam sucht nach eigenen Angaben bereits nach weiteren Mitteln, um die Austernwiederherstellung entlang der Nordostküste auszuweiten. Die Beobachtung soll fortgesetzt werden, wie sich das Riff über mehrere Jahre entwickelt, wie Scubaverse berichtete; im Riff wurden inzwischen zusätzlich 1.000 erwachsene und 15.000 junge Austern ausgesetzt, um mehrere Generationen auf dem Riff anzusiedeln.
Kommentare