Neues Rahmenwerk für die Herzgesundheit von Frauen
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Neues Rahmenwerk für die Herzgesundheit von Frauen

Vier US-Fachgesellschaften veröffentlichten am 26. Oktober 2026 in Circulation ein gemeinsames Rahmenwerk, das die Herzgesundheit von Mädchen und Frauen über vier Lebensphasen verbindet und die bislang zersplitterte Versorgung zusammenführen soll.

Quellen (8)
  1. Leading health groups redefine heart health for girls and women | American Heart Associationnewsroom.heart.org
  2. New approach to women's heart health focuses on four stages of life | STATstatnews.com
  3. AHA, AAP, ACOG und SMFM / Circulation: Consensus Guidance for the Female-Specific Prevention and Management of Cardiovascular Disease: A Scientific Statement From the American Heart Association, American Academy of Pediatrics, American College of Obstetricians and Gynecologists, and Society for Maternal-Fetal Medicinedoi.org
  4. New female heart health framework: Cardiologists explainmedicalnewstoday.com
  5. AHA, AAP, ACOG und SMFM / Circulation: A Female-Specific Life Course Approach to the Prevention and Management of Cardiovascular Disease: A Presidential Advisory From the American Heart Association, American Academy of Pediatrics, American College of Obstetricians and Gynecologists, and Society for Maternal-Fetal Medicinedoi.org
  6. American Heart Association / Circulation: Forecasting the Burden of Cardiovascular Disease and Stroke in Women in the United States Through 2050: A Scientific Statement From the American Heart Associationdoi.org
  7. New study recommends broad approach to women’s heart healthbostonglobe.com
  8. National Vital Statistics Reports Volume 75, Number 7 September 22, 2026cdc.gov
2. November 2026, 3:49 Uhr678 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Das Rahmenwerk mit vier weiblichen Lebensphasen der American Heart Association, der American Academy of Pediatrics, des American College of Obstetricians and Gynecologists und der Society for Maternal-Fetal Medicine soll die Herzgesundheit von Mädchen und Frauen von der Pubertät bis zur Menopause und darüber hinaus begleiten. Laut dem Fachmedium STAT erschienen dazu am selben Tag drei Artikel in der Fachzeitschrift Circulation. Das Konzept unterscheidet laut der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Stellungnahme vier klinisch bedeutsame Phasen: Perimenarche, die ovarielle Zyklusphase, Perimenopause und Postmenopause. Eine Schwangerschaft wird darin zusätzlich als eigenständiges, risikoveränderndes Lebensereignis berücksichtigt.

Warum eine gemeinsame Sprache für vier Lebensphasen

Sadiya Khan, Professorin für kardiovaskuläre Epidemiologie an der Northwestern University Feinberg School of Medicine und Vorsitzende der Autorengruppe, erklärte gegenüber STAT, Frauen sähen zwar viele unterschiedliche Fachärzte, es habe aber keine gemeinsame Vorgehensgrundlage gegeben. Geschehnisse in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter wirkten ihr zufolge über Jahre und Jahrzehnte nach, Maßnahmen zu diesem Zeitpunkt könnten den Verlauf der Herzgesundheit verändern. Die Orientierungshilfe bezeichnet laut STAT besonders die Perimenopause als kardiovaskulären Wendepunkt, der sich durch wechselnde Zykluslängen, ausbleibende Zyklen und hormonelle Veränderungen im Alter von etwa 45 bis 51 Jahren zeigt. Veränderungen von Cholesterin und Stoffwechselgesundheit könnten dann frühe Anzeichen eines kardiovaskulären Risikos sein, frühes Erkennen und Handeln könne laut Khan das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. Das Rahmenwerk verknüpft laut dem Fachmedium Medical News Today auch psychosoziale Faktoren wie Angstzustände, Depressionen und Essstörungen mit dem kardiovaskulären Risiko.

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Warum jetzt: Zersplitterte Versorgung und eine Prognose bis 2050

Anlass ist laut dem Presidential Advisory eine fragmentierte Versorgung, die Mädchen und Frauen über zahlreiche Fachgebiete hinweg erleben, etwa Pädiatrie, Geburtshilfe, Kardiologie, Endokrinologie und Neurologie. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen laut dem Advisory die führende Ursache für Morbidität und Mortalität, bei Fortsetzung der bisherigen Trends soll ihre Zahl bis 2050 erheblich zunehmen. Bereits im Februar 2026 hatte eine Prognose der American Heart Association berechnet, dass die Gesamtprävalenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen bei erwachsenen Frauen in den USA von 10,7 Prozent im Jahr 2020 auf 14,4 Prozent im Jahr 2050 steigen könnte. Laut dieser Prognose soll die Prävalenz von Bluthochdruck von 48,6 Prozent auf 59,1 Prozent steigen; die von Diabetes soll von 14,9 Prozent auf 25,3 Prozent zunehmen.

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Einordnung und Umsetzung des Rahmenwerks

Laut der Boston Globe war die Ausarbeitung des Rahmenwerks die erste koordinierte Zusammenarbeit der Gesellschaften zu einem gemeinsamen Rahmenwerk für die Herzgesundheit von Frauen. Wissenschaftliche Stellungnahmen wie diese sind laut AHA von offiziellen klinischen Leitlinien zu unterscheiden und enthalten selbst keine Behandlungsempfehlungen. Lala-Trindade ordnete ein: Es habe bereits wichtige Empfehlungen zu schwangerschaftsbezogenen Risiken, Menopause und Prävention gegeben, neu sei die gemeinsame Struktur über vier Gesellschaften, beginnend in der Kindheit. Molly Siegel, Fachärztin für Geburtshilfe und Gynäkologie sowie maternale und fetale Medizin am Massachusetts General Hospital, sagte der Boston Globe, man habe Gynäkologie und Kardiologie traditionell getrennt betrachtet, jetzt gehe es um Risikoeinschätzung über die ganze Lebensspanne, was multidisziplinäre, langfristige Versorgung erfordere. Zur Größenordnung: Schon heute hat laut Boston Globe weniger als jede vierte Frau zwischen 20 und 44 Jahren in den USA eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, bis 2050 soll es fast jede dritte sein. Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben laut Boston Globe mit Verweis auf AHA und CDC weltweit die häufigste Todesursache bei Frauen und verursachen in den USA jährlich mehr als 400.000 Todesfälle bei Frauen. Amtliche Todesursachenstatistiken des National Center for Health Statistics weisen Herzkrankheiten für 2024 als häufigste Todesursache in den USA aus. Zusätzlich schlagen die Gesellschaften eine nationale Infrastruktur spezialisierter Zentren vor, die interdisziplinäre Versorgung, Fortbildung, Forschung und die Einbindung der Gemeinschaft miteinander verbinden soll.

Siegel sagte der Boston Globe in der Woche der Veröffentlichung, sie wisse noch nicht, ob sich an der Versorgung bereits etwas geändert habe. Suppogu fordert als nächsten Schritt, das Rahmenwerk in die klinische Routine zu übersetzen und sicherzustellen, dass Behandelnde über Fortbildung, Screening-Instrumente und praktische Anleitung verfügen. Lala-Trindade benennt drei Bedingungen für die Umsetzung: klare Zuständigkeiten für die Nachverfolgung, einen geregelten Informationsfluss zwischen den Fachgebieten und ausreichend Zeit und Ressourcen für die Behandelnden, denn gemeinsame Verantwortung brauche klare Rechenschaftspflichten. Suppogu sieht zudem weiteren Forschungsbedarf dazu, wie sich kardiovaskuläre Risiken zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterscheiden und welche Maßnahmen in welcher Lebensphase am wirksamsten sind.

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