Neues Gesetz zum Recht auf Reparatur in Kraft
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Neues Gesetz zum Recht auf Reparatur in Kraft

Seit dem 31. Juli können Verbraucherinnen und Verbraucher von Herstellern die Reparatur bestimmter Geräte wie Waschmaschinen, Kühlgeräte oder Smartphones verlangen, für die bereits EU-Reparierbarkeitsvorgaben bestehen, auch wenn die gesetzliche Gewährleistung bereits abgelaufen ist. Kostenlos ist das laut einem Bericht des rbb nicht.

Quellen (7)
  1. Bundesgesetzblatt Teil I - Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2024/1799 zur Förderung der Reparatur von Waren sowie zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Vorsorgeverfügungen - Bundesgesetzblattrecht.bund.de
  2. Deutscher Bundestag Drucksache 21/6693 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz (6. Ausschuss) zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung – Drucksache 21/5923 – Endserver.bundestag.de
  3. Recht auf Reparatur: Ein Recht auf Reparatur ermöglicht nachhaltigen und kosteneffizienten Konsumvzbv.de
  4. Neues Recht auf Reparatur soll Elektroschrott verringernrbb24.de
  5. Recht auf Reparatur | ZDHzdh.de
  6. Neues Gesetz: Reparieren statt Wegwerfen | Bundesregierungbundesregierung.de
  7. Recht auf Reparatur: Der lange Weg zu einer nachhaltigen Konsumkultur - netzpolitik.orgnetzpolitik.org
1. November 2026, 11:13 Uhr576 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Grundlage ist das Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie (EU) 2024/1799, das am 22. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Der dort veröffentlichte Text enthält Titel, Fundstelle und einen Verweis auf den Regelungstext als PDF-Dokument. Laut dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und einem Bericht des rbb trat das Gesetz am 31. Juli in Kraft. Zu den betroffenen Produkten zählen laut dem Bericht des rbb unter anderem Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler, Kühlgeräte, Fernseher, Monitore, Smartphones und Tablets, für die Hersteller Ersatzteile, Software-Updates und Anleitungen zwischen sieben und zehn Jahre lang liefern müssen. Nach Darstellung des ZDH gilt für den Reparaturanspruch gegen den Hersteller bei Waschmaschinen und Waschtrocknern sogar eine Frist von 10 Jahren.

Wer sein Gerät reparieren lassen will, sollte laut rbb24 zunächst prüfen, ob die zweijährige Gewährleistung beim Verkäufer noch greift. Ist sie abgelaufen oder greift sie etwa wegen Eigenverschuldens nicht, kann man sich direkt an den Hersteller wenden und die Reparatur nach dem neuen § 479b BGB einfordern. Der Hersteller muss die Reparatur zu einem angemessenen Preis anbieten und typische Reparaturkosten auf seiner Website veröffentlichen. Auch eine unabhängige Werkstatt oder ein Repair-Café darf reparieren, der Hersteller muss dafür die nötigen Ersatzteile liefern. Das neue Recht untersagt es Firmen außerdem, Reparaturen durch Software oder besondere Bauweisen zu erschweren.

Davon zu unterscheiden ist eine zweite Änderung, die laut dem vzbv für alle Produkte gilt: die einmalige Verlängerung der Gewährleistungsfrist bei einer Reparatur innerhalb der laufenden Gewährleistung. Wer ein Gerät ab dem 31. Juli 2026 gekauft hat und sich bei einem Mangel innerhalb der zweijährigen Gewährleistung für eine Reparatur statt ein Ersatzgerät entscheidet, bekommt laut rbb24 ein Jahr zusätzliche Gewährleistung, also drei statt zwei Jahre. Verkäufer müssen Kunden bei einer Mangelanzeige laut dem ZDH über dieses Wahlrecht und die Verjährungsfristverlängerung informieren.

Warum Reparieren teurer sein kann als ein Neukauf

Nach Angaben des vzbv werden derzeit nur 24 Prozent der Geräte, die kaputtgehen, repariert, obwohl Verbraucherinnen und Verbraucher reparieren lassen oder selbst reparieren wollen. Als Gründe nennt der Verband zu hohe Kosten, fehlende Ersatzteile oder dass sich niemand findet, der die Reparatur durchführen kann. Als Beispiel führt der vzbv an, dass der Austausch einer Smartphone-Ladebuchse rund 100 Euro kosten könne, während es günstige Neugeräte schon ab rund 200 Euro gebe. Das Gesetz koppelt den angemessenen Reparaturpreis laut rbb24 nicht an den Neupreis, sodass ein einzelnes Ersatzteil teurer sein kann als ein Neukauf. Verbraucherschützer fordern deshalb laut dem Bericht eine feste Obergrenze von 15 bis 20 Prozent des Neupreises für das teuerste Ersatzteil, bislang ohne Erfolg. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) bewertete die Preisvorgabe im März 2026 laut netzpolitik.org als Vorteil für Verbraucher, befürchtete aber, Werkstätten könnten gezwungen sein, unterhalb ihrer tatsächlichen Kosten zu reparieren.

Kontrolle: Laut Katrin Meyer, Geschäftsführerin des Runden Tischs Reparatur, fehlen Personal und Kapazitäten

Katrin Meyer, Geschäftsführerin des Runden Tischs Reparatur, sagt laut rbb24, dass die Marktaufsichtsbehörden der Bundesländer die Einhaltung kontrollieren sollen, ihnen dafür aber die personellen Mittel und Kapazitäten fehlten. Kundinnen und Kunden können sich bei Verstößen an die Verbraucherzentrale wenden, wo die Fälle gesammelt werden; wie es danach weitergeht, war laut einem Bericht von rbb24 vom 28. September 2026 bisher nicht geklärt. Auch an Fachkräften und Werkstätten mangelt es laut rbb24 in Berlin; einige Betriebe mussten wegen hoher Gewerbemieten aus der Innenstadt wegziehen. Bundesweit wurden 2024 nach Angaben von netzpolitik.org 920.000 Tonnen Altgeräte fachgerecht entsorgt, weniger als ein Drittel der jährlich neu auf den Markt gebrachten Geräte. Nur zwei Prozent der gesammelten Geräte wurden laut dem Bericht vom 30. März 2026 repariert und weiterverwendet.

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