Mindestens 50 Tote nach Zugunglück bei Toledo
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Mindestens 50 Tote nach Zugunglück bei Toledo

Hochgeschwindigkeitszüge sind am Morgen in der Provinz Toledo kollidiert. Am Mittag meldete der Zivilschutz mindestens 50 Tote und zahlreiche Verletzte, während Rettungsarbeiten weiterliefen und die Unfallursache ungeklärt blieb.

Quellen (12)
  1. Accidente de tren en Urda, Toledo: al menos 50 muertos y más de 179 heridos tras el choque de un AVE y un Iryoeldiariodemadrid.es
  2. ¿Qué ha causado el accidente mortal de tren en la línea del AVE Andalucía-Madrid? Esto es lo que se sabeandaluciainformacion.es
  3. La búsqueda continúa entre los vagones en Urda y García-Page advierte de que puede aumentar el número de fallecidos | Objetivo CLM Noticiasobjetivocastillalamancha.es
  4. Adif auf X: „Adif y Adif Alta Velocidad quieren transmitir sus condolencias a los familiares de las víctimas y desear la pronta recuperación de los heridos en el accidente ferroviario de Urda (Toledo)x.com
  5. Adif analiza todos sus sistemas para identificar la causa del accidente - Infobaeinfobae.com
  6. Zugunglück in Spanien: Zwei Hoch­geschwindig­keits­züge stoßen zusammen – mindestens 30 Totetagesspiegel.de
  7. Spanien: Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidieren – mindestens 30 Totehandelsblatt.com
  8. Spanien: Dutzende Tote nach Zugunglück in der Provinz Toledo - Panorama - SZ.desueddeutsche.de
  9. Spanien: zahlreiche Tote bei schwerem Zugunglückzdfheute.de
  10. Region Toledo - Mindestens 30 Tote nach Kollision von zwei Zügen in Spaniendeutschlandfunk.de
  11. Zugunglück in Spanien: Bilder von der Unfallstellefr.de
  12. Spanien Zugunglück: Viele Tote bei Zusammenstoß zweier Zügezdfheute.de
28. Oktober 2026, 12:45 Uhr866 Wörter · 5 Min. Lesezeit

Am Mittwochmorgen, dem 28. Oktober 2026, soll gegen 8.54 Uhr nahe Urda und Los Yébenes in der Provinz Toledo laut ersten Informationen von El Diario de Madrid der Renfe-Zug AVE 2080 auf den Iryo 6076 aufgefahren sein, wodurch dessen letzte Waggons entgleist sein sollen. Der Bahnnetzbetreiber Adif bestätigte den Unfallort am Streckenkilometer 118 zwischen Mora y Orgaz und Urda und sprach offiziell von einem Auffahrunfall zwischen beiden Zügen. Die Zivilschutzbehörde von Kastilien-La Mancha bezifferte die vorläufige Bilanz laut El Diario de Madrid zum Stand 12.30 Uhr auf mindestens 50 Tote und mehr als 179 Verletzte.

Im Iryo befanden sich den vorläufigen Angaben zufolge 146 Menschen, im AVE 397; beide Züge waren zwischen Madrid und Sevilla unterwegs. Renfe bestätigte, dass sein Zug um 8.00 Uhr in Madrid Puerta de Atocha losgefahren war und um 10.39 Uhr in Sevilla Santa Justa ankommen sollte. Ersten Informationen zufolge stand der Iryo beim Aufprall auf sein Heck bereits auf dem Gleis, der genaue Ablauf und die Unfallursache waren zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt. Der Bahnverkehr zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien ist laut El Diario de Madrid in beiden Richtungen unterbrochen.

Rettungskräfte suchen weiter nach Opfern

Der Präsident von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, warnte, es könnten weitere Todesopfer gefunden werden, weil die Rettungskräfte noch nicht alle Bereiche der Waggons erreichen konnten. Nach Angaben der Feuerwehr, die er wiedergab, waren wahrscheinlich alle Passagiere evakuiert, sowohl jene, die selbst herauskamen, als auch jene, die Hilfe benötigten; die Teams suchten weiter zwischen den Trümmern der Waggons nach möglichen Toten. García-Page erklärte, alle Gesundheitssysteme seien einsatzbereit und die Priorität liege darin, Verletzte und weitere Betroffene in Gesundheitseinrichtungen zu bringen; Kastilien-La Mancha habe zusätzlich Hilfe aus Andalusien, Kastilien-León, Valencia und Madrid erhalten. Am Bahnhof Madrid-Atocha richtete Adif laut García-Page Betreuungspunkte ein, ebenso in Sevilla-Santa Justa sowie in Urda und Los Yébenes. Adif selbst teilte zusätzlich Anlaufstellen in Córdoba und Málaga mit, bekundete den Angehörigen der Opfer sein Beileid und erklärte, in Abstimmung mit Rettungsdiensten und Eisenbahnunternehmen zu arbeiten. Für Angehörige nannte Adif die Telefonnummern 900 10 10 20 für Renfe und 900 001 403 für Iryo.

Grund für Iryo-Stillstand weiter ungeklärt

Eine vorläufige Bilanz der Nachrichtenagentur EFE hatte noch von zehn Toten gesprochen; die Ursache war zu diesem Zeitpunkt nach Adif-Angaben nicht identifiziert. Warum der Iryo-Zug weiterhin stehen blieb, war laut Andalucía Información unklar; keine offizielle Untersuchungsstelle hatte eine der kursierenden Erklärungen als endgültige Unfallursache festgestellt. Nach vom Sender Cadena SER zitierten Regierungsquellen und nach von der Zeitung El Español zusammengetragenen Informationen soll der nachfolgende Renfe-Zug auf ein rotes Signal getroffen sein, während der Iryo aus bislang unbekannten Gründen stillstand. Der Triebfahrzeugführer soll demnach um Erlaubnis zur Weiterfahrt gebeten haben und ein Mitarbeiter der Leitstelle soll ihm erlaubt haben, das Signal zu passieren, obwohl der Abschnitt noch durch den anderen Zug besetzt war; wer die Genehmigung genau übermittelte, blieb offen. Diese Zuschreibung eines möglichen Fehlers an einen Adif-Mitarbeiter stammte den Angaben zufolge aus von Medien zitierten Quellen und entsprach keiner offiziellen Feststellung der Verantwortung. Auch das Zugschutzsystem LZB, das die Fahrbedingungen überwacht und nötig bremsen kann, soll nach Berichten von Cadena SER zeitweise ausgefallen sein. Die Untersuchung muss erst noch klären, ob dieser Ausfall tatsächlich auftrat, welcher Zugschutz beim Zusammenstoß aktiv war, wie die Gleisbelegung gehandhabt wurde und ob die Anweisungen an die Triebfahrzeugführer den Vorschriften entsprachen. Nach Angaben von El Diario de Madrid hatten Adif und Renfe keine zusätzlichen Angaben gemacht, aus denen sich eine endgültige Ursache ableiten ließ.

Politische und gesellschaftliche Reaktionen

Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich bestürzt: „Ich bin bestürzt über den schweren Zugunfall in Toledo“, schrieb er auf der Plattform X und erklärte, in ständigem Kontakt mit Verkehrsminister Óscar Puente und Regionalpräsident Emiliano García-Page zu stehen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen richtete ihr Mitgefühl an die Familien und Angehörigen der Opfer und schrieb, Europa trauere heute mit den Betroffenen. Das spanische Königshaus sandte den Verletzten und Betroffenen herzliche Grüße und erklärte, erschüttert und besorgt zu sein. Der Fußballverband RFEF sagte aus Respekt vor den Opfern alle 24 für den Tag angesetzten Spiele der ersten Runde der Copa del Rey ab und Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla erklärte, das Unglück treffe die Eisenbahnfamilie mitten ins Herz. Verkehrsminister Puente, dem sowohl Adif als auch Renfe unterstehen, erklärte, er sei im Kontrollzentrum und versuche, alle verfügbaren Informationen über das Geschehen zu erhalten. Laut Handelsblatt wird in Spanien Ende November gewählt; Parteien und Politiker sagten angesichts des Unglücks ihre Wahlkampftermine für den Mittwoch ab.

Erneut schweres Unglück auf derselben Strecke

Am 18. Januar waren laut Tagesspiegel bei Adamuz in Andalusien auf derselben Strecke ebenfalls ein Zug von Iryo und ein Zug von Renfe zusammengestoßen, wobei 46 Menschen starben und mehr als 120 verletzt wurden. Seit jenem Unglück galten auf vielen Streckenabschnitten reduzierte Geschwindigkeiten; die Fahrzeit von Madrid nach Barcelona dauerte zuletzt mehr als drei Stunden. Spaniens Hochgeschwindigkeitsnetz befördert nach Angaben der Zeitung jährlich mehr als 40 Millionen Passagiere auf fast 4000 Streckenkilometern und gilt als größtes Netz Europas und, nach dem chinesischen, als zweitgrößtes der Welt. Schon das Unglück von Adamuz hatte eine Debatte über die Wartung der Infrastruktur und die Sicherheit der Passagiere ausgelöst und Kritik an Regierungschef Sánchez laut werden lassen; die Regierung hatte damals Investitionen von 1,8 Milliarden Euro in das Streckennetz angekündigt.

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