
Microsoft steigert Gewinn nach US-Bilanzregeln um 32 Prozent
Quellen (7)
- FY27 Q1 - Press Releases - Investor Relations - Microsoftmicrosoft.com
- Microsoft dispara su beneficio un 32% apoyada en la buena marcha de su negocio relacionado con la IA | Economía | EL PAÍSelpais.com
- FY27 Q1 - Metrics - Investor Relations - Microsoftmicrosoft.com
- Quartalszahlen der Tech-Riesen: Zwei Seiten der KI-Medaille: Google zahlt, Microsoft kassiert - n-tv.den-tv.de
- FY26 Q4 - Press Releases - Investor Relations - Microsoftmicrosoft.com
- Technologiekonzern: Microsoft investiert mehr und erhöht zugleich den Gewinn â Aktie steigthandelsblatt.com
- Update on cloud actionsassets.publishing.service.gov.uk
Microsoft hat am 28. Oktober 2026 für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Anstieg des Umsatzes um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal ausgewiesen. Der Nettogewinn stieg nach US-Bilanzregeln, kurz GAAP, um 32 Prozent. Der verwässerte Gewinn je Aktie legte im selben Umfang zu und lag bei 4,92 Dollar. Die Angaben beruhen auf Unternehmensangaben Microsofts und sind nach eigener Auskunft des Konzerns ungeprüft.
Woher das Wachstum kommt
Der Umsatz der Cloud-Plattform Azure legte gegenüber dem Vorjahresquartal um 48 Prozent zu. Das Segment Agents and Infra, zu dem Azure zählt, wuchs um 25 Prozent auf 76,8 Milliarden Dollar. Im Segment Devices and Consumer sank der Umsatz dagegen um 3 Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar. Innerhalb dieses Segments brachen die Erlöse aus Windows-OEM-Lizenzen und Geräten um 22 Prozent ein, während Suche und Werbung ohne Trafficakquisitionskosten um 12 Prozent zulegten.
Der Gewinnsprung und die OpenAI-Beteiligung
Microsoft weist neben dem GAAP-Ergebnis eine bereinigte Kennzahl aus, die Effekte seiner Beteiligung an OpenAI herausrechnet; auf dieser Basis stieg der Nettogewinn um 18 Prozent auf 36,4 Milliarden Dollar. Der Unterschied erklärt sich aus der Entwicklung der Beteiligung: Im aktuellen Quartal erhöhten Nettogewinne aus den OpenAI-Investitionen den Konzerngewinn um 207 Millionen Dollar, während Verluste aus derselben Beteiligung im Vorjahresquartal den Gewinn noch um 3,1 Milliarden Dollar gedrückt hatten. Microsoft erklärt, die bereinigten Kennzahlen sollten nicht als Ersatz für die GAAP-Werte oder als diesen überlegen betrachtet werden. Finanzchefin Amy Hood erklärte, die Ergebnisse hätten die Erwartungen bei Umsatz, operativem Gewinn und Gewinn je Aktie übertroffen. Das operative Ergebnis stieg um 21 Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar.
H2 Kursreaktion, Experteneinschätzungen, Investitionen und Cloud-Wettbewerb
Die Aktie legte im nachbörslichen Handel am Mittwoch laut einem Bericht von ntv.de um 3,5 Prozent zu. Analyst Jesse Cohen vom Finanzportal Investing.com bezeichnete die Zahlen als „so makellos, wie es für ein Unternehmen dieser Größe nur sein kann“ und sah darin einen Gegenbeweis zu Sorgen, der Ausbau der KI-Infrastruktur könnte sich als Verlustgeschäft erweisen. Technologieexperte Marcel Tietjen von der Beratungsfirma Bearingpoint sieht einen weiteren Aspekt: Lizenzeinnahmen verlören an Bedeutung, weil sich digitale Assistenten, die Aufgaben eigenständig erledigen, zunehmend verbreiteten und KI-Modelle nutzungsbasiert abgerechnet würden. Microsofts Wachstum werde künftig weniger von der Nutzerzahl abhängen als davon, wie viel Arbeit KI-Agenten in Unternehmen übernehmen, erklärte Tietjen.
Das Azure-Wachstum beschleunigte sich damit gegenüber dem vorangegangenen Quartal, in dem Azure und andere Clouddienste laut Microsofts Bericht für das vierte Quartal 2026 um 43 Prozent zulegten. Konzernsprecher Jonathan Neilson begründete die gegenüber den eigenen Planungen um rund fünf Milliarden Dollar niedrigeren Investitionen von 45,2 Milliarden Dollar im Berichtsquartal in erster Linie mit Lieferverzögerungen. Finanzchefin Hood erwartet laut Handelsblatt für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres einen Anstieg der Investitionsausgaben, vor allem für fortgeschrittene Chips. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA griff in einem Bericht vom 16. Oktober 2026 ihre im Juli 2025 abgeschlossene Feststellung einer erheblichen Marktmacht von Microsoft und Amazon bei ihren Clouddiensten auf; in der laufenden Untersuchung zu Microsofts Software-Ökosystem für Unternehmen schlägt die Behörde inzwischen vor, Microsoft als Unternehmen mit strategischem Marktstatus einzustufen. Kunden berichteten der Behörde weiterhin von erheblichen Hindernissen beim Wechsel zwischen Cloud-Anbietern. Die CMA bewertete die bisherige Umsetzung der im März angekündigten Gegenmaßnahmen von Amazon und Microsoft insgesamt als guten Fortschritt.
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