Merz bekräftigt am Jahrestag Unterstützung für Israel
Politik

Merz bekräftigt am Jahrestag Unterstützung für Israel

Zum dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel hat Bundeskanzler Friedrich Merz laut Deutschlandfunk Deutschlands Unterstützung für Israel und den Kampf gegen Antisemitismus bekräftigt. In Berlin sind am 7. Oktober 2026 laut Tagesspiegel mehrere Gedenkveranstaltungen angekündigt, während zugleich eine nach eigenen Angaben „anti-koloniale“ Demonstration mit geänderter Route geplant ist. RIAS Berlin meldet für 2025 2.197 antisemitische Vorfälle; ein weiterhin hohes Niveau deutet sich laut RIAS auch für 2026 an. Laut RIAS tragen die Vorfälle dazu bei, dass Jüdinnen und Juden ihre Teilnahme am öffentlichen Leben einschränken, weil sie sich nicht sicher fühlen.

Quellen (13)
  1. Jahrestag des Hamas-Terroranschlags - Bundeskanzler Merz bekräftigt Deutschlands Unterstützung für Israel und mahnt zum Friedendeutschlandfunk.de
  2. Jahrestag des Angriffs: Gedenken an Terrorangriff auf Israel 2023 - Gegendemostagesspiegel.de
  3. Berlin gedenkt der Opfer des 7. Oktobers | evangelisch.deevangelisch.de
  4. Nach israelfeindlichen Aufrufen: Start von umstrittener Demo am 7. Oktober an den Berliner Oranienplatz verlegttagesspiegel.de
  5. Jahrestag 7. Oktober: Weiterhin zahlreiche antisemitische Übergriffe in Berlintagesspiegel.de
  6. Bundeskanzler Merz telefoniert mit dem Staatspräsidenten von Israel, Itzchak Herzogbundesregierung.de
  7. Drei Jahre nach Hamas-Terror: Viele Gedenkveranstaltungen in Berlin – und Aufruf zu antiisraelischer Demotagesspiegel.de
  8. Gedenken an den 7. Oktober 2023 – Bebelplatz Berlin, 7. Oktober 2026 – Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin (GCJZ)gcjz-berlin.de
  9. Demos zum 7. Oktober: Israel-Hasser werben mit Bulldozer für Marsch durch Kreuzbergberliner-zeitung.de
  10. Wo warst du am 7. Oktober? Acht Menschen in Israel antwortenberliner-zeitung.de
  11. Jahrestag des 7. Oktober: Israelfeindliche Demos geplant | Jüdische Allgemeinejuedische-allgemeine.de
  12. Jahrestag 7. Oktober in Berlin: „Das jüdisch-arabische Gespräch ist verloren gegangen“ | taz.detaz.de
  13. Waffenstillstand in Gaza – Humanitäre Lage bleibt angespannt - Auswärtiges Amtauswaertiges-amt.de
7. Oktober 2026, 6:43 Uhr613 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 07.10.2026 erklärt, die israelischen Freunde könnten auf den deutschen Einsatz zählen, damit sich ein solches Verbrechen niemals wiederhole, wie der Deutschlandfunk berichtet. Er bekräftigte zugleich, die Bundesregierung werde Antisemitismus konsequent bekämpfen, Jüdinnen und Juden müssten in ganz Deutschland ohne Angst leben können. Deutschland trete denen entgegen, die das Existenzrecht Israels infrage stellten, so Merz weiter.

Hintergrund: der Überfall vom 7. Oktober 2023

Am 7. Oktober 2023 töteten Kämpfer der Hamas laut Deutschlandfunk rund 1.200 Menschen und verschleppten 251 weitere in den Gazastreifen, der terroristische Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde im Gazastreifen beziffert die Zahl der Opfer israelischer Angriffe nach Angaben des Deutschlandfunk inzwischen auf mehr als 74.000. Zur Lage in Gaza sagte Merz, es brauche nun das Fundament einer neuen Ordnung, in der Israelis, Palästinenser und ihre Nachbarn in Frieden und Sicherheit leben könnten, als Lösungsweg nannte er die Gründung eines palästinensischen Staates an der Seite Israels.

Zentrales Gedenken auf dem Bebelplatz

In Berlin wird laut Tagesspiegel am Mittwoch mit Gedenkveranstaltungen und einem Gottesdienst an den Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel vor drei Jahren erinnert, beim zentralen Gedenken sollen am Nachmittag um 15.00 Uhr der israelische Botschafter Ron Prosor und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprechen. Das zentrale Gedenken ist auf dem Bebelplatz an der Humboldt-Universität geplant, am Abend soll in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein religionsübergreifender Gottesdienst folgen. Gestaltet wird der Gottesdienst vom evangelischen Bischof Christian Stäblein, dem katholischen Erzbischof Heiner Koch und dem jüdischen Rabbiner Andreas Nachama. Zum dritten Jahrestag soll außerdem von Abend bis Mitternacht die Fahne Israels auf das Brandenburger Tor projiziert werden. Rabbiner Andreas Nachama erklärte laut evangelisch.de, er und seine beiden Amtskollegen wollten gemeinsam ein Zeichen des friedlichen Miteinanders setzen, die Spirale der Gewalt im Nahen Osten müsse gestoppt werden.

Nach eigenen Angaben „anti-koloniale“ Demonstration mit geänderter Route

Eine nach eigenen Angaben „anti-koloniale“ Demonstration am 7. Oktober hat laut Tagesspiegel eine neue Route zugewiesen bekommen, die Versammlung „Down with Colonialism!“ soll nun um 18 Uhr am Oranienplatz statt am ursprünglich vorgesehenen Schlesischen Tor beginnen und über das Kottbusser Tor zum Hermannplatz führen. Neben dem abendlichen Demonstrationszug ist laut Tagesspiegel eine weitere Kundgebung angekündigt; als Protestanlass nennt die Quelle Israels Krieg in Gaza mit Tausenden Toten. Der neue Startpunkt solle nach Angaben der Polizei auch eine Distanzierung von anderen Demonstrationsaufrufen ausdrücken, mit denen der Anmelder nichts zu tun gehabt haben wolle. Im Internet waren zuvor Aufrufe zu derselben Demonstration mit dem Slogan „Until total Liberation“ verbreitet worden, die als Ziel die „vollständige Befreiung“ Palästinas von Israel nennen und eine von einer Planierraupe durchbrochene Zaunanlage zeigten, die Polizei ermittelt wegen Gewaltverherrlichung.

Antisemitische Vorfälle: Weiter hohes Niveau deutet sich an

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Berlin teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, das Meldeaufkommen antisemitischer Vorfälle sei auch 2026 unverändert hoch, RIAS-Projektleiterin Julia Kopp erklärte, 2025 habe RIAS Berlin 2.197 antisemitische Vorfälle gezählt, das seit dem Anstieg nach dem 7. Oktober 2023 anhaltend hohe Niveau deute sich auch für 2026 an. Diese Vorfälle trügen laut RIAS dazu bei, dass Jüdinnen und Juden bestimmte Orte meiden und ihre Teilnahme am öffentlichen Leben einschränken, weil sie sich nicht sicher fühlten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erhielten Berliner Staatsanwälte in den vergangenen drei Jahren fast 12.500 Strafverfahren mit Bezug zum Nahostkonflikt, von denen gut 7.000 mit Stand vom 1. Oktober abgeschlossen waren, rund 1.900 Fälle bewertet die Behörde als antisemitische Straftaten, weitere mehr als 1.300 Verfahren hätten einen antisemitischen Hintergrund. Die Antisemitismusbeauftragte der Berliner Generalstaatsanwaltschaft, Jana Berthold, sagte im August der dpa, viele jüdische Menschen entschieden sich inzwischen bewusst, ihr religiöses Bekenntnis nicht mehr öffentlich zu machen, das sei ein Zustand, der nicht normal sei und den man so nicht akzeptiere.

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