
Merck und Moderna: Phase-3-Daten zu Intismeran
Quellen (8)
- La primera vacuna contra el melanoma abre una nueva vía para tratamientos personalizados contra el cáncer | Salud y bienestar | EL PAÍSelpais.com
- UKE - Pressemitteilung - Malignes Melanom: UKE an erfolgreicher Studie zur personalisierten Impftherapie beteiligtuke.de
- Merck and Moderna Will Present Results From Landmark Phase 3 INTerpath-001 Trial for Intismeran Autogene Plus KEYTRUDA® (pembrolizumab) at ESMO 2026 Presidential Symposium - Merck.commerck.com
- Adjuvant Intismeran Autogene Plus Pembrolizumab Improves RFS and DMFS in Melanoma | OncLiveonclive.com
- ClinicalTrials.gov / Merck Sharp & Dohme: A Clinical Study of Intismeran Autogene (V940) Plus Pembrolizumab in People With High-Risk Melanoma (V940-001)clinicaltrials.gov
- expert reaction to abstract of Phase 3 INTerpath-001 trial results of an individualised mRNA vaccine for resected stage IIB-IV melanoma, due to be presented at ESMO | Science Media Centresciencemediacentre.org
- Journal of Clinical Oncology / Adnan Khattak und Studiengruppe: Intismeran Autogene Plus Pembrolizumab Versus Pembrolizumab Alone in High-Risk Resected Melanoma: 5-Year Update of the Randomized Phase IIb KEYNOTE-942 Studydoi.org
- Moderna, Merck cancer vaccine shows initial late-stage melanoma datacnbc.com
Beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) stellte Georgina Long, medizinische Direktorin des Melanoma Institute Australia und Verantwortliche für medizinische Onkologie und translationale Forschung an der Universität Sydney, am 24. Oktober in Madrid die Ergebnisse der Phase-3-Studie INTerpath-001 vor, wie El País berichtete. In der Studie erhielten Patientinnen und Patienten mit vollständig operativ entferntem Hochrisikomelanom der Stadien IIB bis IV laut dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zusätzlich zur etablierten Immuntherapie mit Pembrolizumab entweder den individuell hergestellten mRNA-Impfstoff Intismeran autogene oder ein Placebo. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 24,6 Monaten sank das Risiko für einen Rückfall oder Tod unter der Kombination gegenüber Pembrolizumab allein um 42 Prozent, wie Merck und Moderna mitteilten. Merck und Moderna entwickeln den Impfstoff Intismeran autogene gemeinsam. Nach zwei Jahren lebten laut Merck und Moderna in der Impfstoffgruppe 82,2 Prozent der Teilnehmenden ohne Rückfall, in der Vergleichsgruppe waren es 70,0 Prozent.
Wie die Studie aufgebaut war
Für INTerpath-001 wurden 1.749 Patientinnen und Patienten gescreent, von denen 1.137 randomisiert wurden, wie das Fachmedium OncLive berichtete. Eingeschlossen wurden laut dem Studienregister von ClinicalTrials.gov Personen mit operativ entferntem und pathologisch bestätigtem kutanem Melanom der Stadien IIB, IIC, III oder IV, die zuvor keine systemische Therapie für ihr Melanom über die Operation hinaus erhalten hatten. Im Kombinationsarm sollten die Teilnehmenden wiederholte intramuskuläre Dosen von Intismeran autogene sowie intravenöse Zyklen von Pembrolizumab in festen Abständen erhalten, der Vergleichsarm sollte statt des Impfstoffs ein dosisangepasstes Placebo bekommen. Primärer Endpunkt war das rezidivfreie Überleben, also die Zeit vom Studienbeginn der teilnehmenden Person bis zu einem vom Prüfarzt festgestellten Rückfall oder einer von ihm festgestellten Ausbreitung des Krebses oder bis zum Tod jeglicher Ursache. Christoffer Gebhardt, Mitautor der Studie am Universitären Hauttumorzentrum Hamburg, erklärte laut einer Pressemitteilung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, sein Zentrum sei das führende deutsche Studienzentrum gewesen und habe weltweit zu den zehn am stärksten rekrutierenden Zentren gehört.

So funktioniert der personalisierte Impfstoff
Nach der Operation wird laut El País eine Probe des Tumors darauf untersucht, welche Mutationen abnorme Eiweiße erzeugen, sogenannte Neoantigene. Daraus entsteht laut Merck und Moderna eine synthetische mRNA, die für bis zu 34 patientenspezifische Neoantigene kodiert. Nach der Verabreichung stellen die Körperzellen laut El País die codierten Eiweiße her und präsentieren sie dem Immunsystem, das dadurch lernen kann, Krebszellen mit diesen Merkmalen zu erkennen, falls die Krankheit wiederkehrt. Pembrolizumab blockiert parallel das Protein PD-1, eine Art molekulare Bremse der tumorangreifenden T-Zellen und erschwert es dem Tumor so, die Abwehr zu bremsen.
Was die Daten offenlassen
Die Daten zum Gesamtüberleben waren zum Zeitpunkt der Präsentation noch nicht ausgereift, die Studie läuft laut Merck und Moderna weiter, um diesen und weitere Endpunkte zu untersuchen. Lennard Lee, der an der Universität Oxford ein von der Advanced Research and Invention Agency gefördertes Programm zu Krebsimpfstoffen leitet, kommentierte laut Experteneinschätzungen des Science Media Centre, die zentrale Einschränkung sei, dass noch nicht bekannt sei, ob die Impfung das Leben der Patientinnen und Patienten verlängere. Für je 100 mit der Impfstoffkombination Behandelte erlebten laut Lee ungefähr sechs zusätzliche Personen behandlungsbedingte Nebenwirkungen wie Fieber, Müdigkeit und Reaktionen an der Injektionsstelle. Laut Merck und Moderna traten behandlungsbedingte Nebenwirkungen jeglichen Grades bei 95,8 Prozent der Patientinnen und Patienten unter der Kombination auf, gegenüber 90,0 Prozent unter Pembrolizumab allein. Jessamy Tiffen erklärte, der Impfstoff sei nicht vorbeugend und könne nur bei Patientinnen und Patienten mit Melanom der Stadien III und IV nach operativer Entfernung eingesetzt werden, eine Einschränkung, die von den im Studienregister dokumentierten Einschlusskriterien ab Stadium IIB abweicht.

Im Vergleich: Was eine frühere Studienphase zeigte
Die aktuellen Phase-3-Daten reihen sich in frühere Ergebnisse zur selben Kombination ein: Die Fünfjahresauswertung der Phase-IIb-Studie KEYNOTE-942 erschien im Fachjournal Journal of Clinical Oncology und umfasste 157 randomisierte Patientinnen und Patienten mit Melanom der Stadien IIIB bis IV. Zum Datenstichtag im Dezember 2025 betrug die mediane geplante Nachbeobachtung 60,3 Monate. In der neuen Phase-3-Studie sank das Risiko für Fernmetastasen oder Tod unter der Kombination gegenüber Pembrolizumab allein um 38 Prozent. Das Sicherheitsprofil der Phase-IIb-Studie blieb laut der Studiengruppe weiterhin handhabbar, neue Sicherheitssignale traten nicht auf.
Was bislang zu einer möglichen Zulassung bekannt ist
Erstens laufen die Analysen zum Gesamtüberleben weiter, weil die bisherigen Daten dafür noch nicht ausreichen. Die vollständige Studie soll laut einem Bericht von OncLive am 11. November 2026 im New England Journal of Medicine veröffentlicht werden. Merck und Moderna erklärten im Oktober 2026, auf Grundlage der bisherigen Daten mit Zulassungsbehörden im Austausch zu sein, bereits im August hatte Dean Li, Präsident der Merck Research Laboratories, von Gesprächen mit Behörden in den kommenden Monaten gesprochen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Die Daten sprechen für ein geringeres Risiko für Rückfall oder Tod nach der Operation, ob daraus auch ein längeres Leben wird, muss die laufende Nachbeobachtung erst zeigen.
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