Machado kehrt nach knapp einem Jahr aus dem Exil zurück
International

Machado kehrt nach knapp einem Jahr aus dem Exil zurück

María Corina Machado ist nach knapp einem Jahr im Exil nach Venezuela zurückgekehrt, wie mehrere internationale Medien berichten. US-Außenminister Marco Rubio führt dies auf von Washington unterstützte Versöhnungsgespräche zurück, Machado selbst kritisiert ihren Ausschluss aus diesem Dialog. Präsident Trump sagte, er habe von ihrer Rückkehr nichts gewusst.

Quellen (14)
  1. Oppositionsführerin Machado meldet Rückkehr nach Venezuela | tagesschau.detagesschau.de
  2. Venezuela: Oppositionelle Machado kehrt überraschend nach Venezuela zurückhandelsblatt.com
  3. María Corina Machado, Venezuela's opposition leader, returns : NPRnpr.org
  4. María Corina Machado se encuentra en Venezuela tras meses de exiliobloomberglinea.com
  5. Opposition leader María Corina Machado returns to Venezuela from exile | CNNedition.cnn.com
  6. Machado regresó a Venezuela con seguridad privada de EE. UU. y apoyo de Colombia, según el WSJ - Diario Versión Finaldiarioversionfinal.com
  7. Chavismo y oposición concluyen tercera ronda de diálogo en Venezuelaeldiario.com
  8. María Corina Machado vuelve a Venezuela después de más 10 meses en el exilio | CNNcnnespanol.cnn.com
  9. Nach Exil - Oppositionsführerin Machado soll zurück in Venezuela seindeutschlandfunk.de
  10. Rubio Links Machado's Return to U.S.-Facilitated Reconciliation Talks in Venezuelacubaheadlines.com
  11. Dinorah Figuera estima que las elecciones presidenciales serán a finales de 2027 o inicios de 2028elestimulo.com
  12. Secretary Marco Rubio auf X: „The conditions allowing for the safe return of Ms. Machado to Venezuela is the direct result of the U.S. supported reconciliation talks which has already seen hundreds ofx.com
  13. "Ergebnis unserer Gespräche": Rubio reklamiert Verdienst für Machados Rückkehr für USA - n-tv.den-tv.de
  14. María Corina Machado regresó a Venezuela tras casi un año afuera del país: “Estoy aquí, con ustedes” - LA NACIONlanacion.com.ar
26. Oktober 2026, 0:46 Uhr917 Wörter · 5 Min. Lesezeit

Die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado schrieb auf X: „Ich bin hier. Bei euch“, wie die tagesschau berichtet. Ihr Verbündeter und früherer Präsidentschaftskandidat Edmundo González Urrutia bestätigte die Rückkehr der 60-Jährigen, nähere Angaben zu Aufenthaltsort und Umständen machten beide zunächst nicht. Er sagte: „Heute ist ein sehr wichtiger Tag für die Venezolaner. Mit ihr kehrt unsere souveräne Stimme zurück, um diesen Prozess anzuführen und in die richtigen Bahnen zu lenken“.

Öffentlicher Auftritt nach mindestens sieben gescheiterten Versuchen

Machado trat nach Angaben von NPR zunächst in einer Kirche im westlichen Bundesstaat Lara auf, wo sie von einer begeisterten Gemeinde umringt wurde, bevor sie weiter nach Caracas reiste, wo Hunderte jubelnde Unterstützer ihr Auto umringten. Ihr Kommunikationsteam hatte für den Tag zudem eine Route über den Bundesstaat Carabobo und die Mautstelle Palo Negro in Maracay bis zu einer Versammlung in Caracas angekündigt, wie Bloomberg Línea meldete. Nach Angaben des Handelsblatts hatte Machado zuvor mindestens sieben Mal vergeblich versucht, nach Venezuela zurückzukehren, mit Privatflugzeugen, Linienmaschinen, Schiffen und auf dem Landweg; Flüge seien kurzfristig gestrichen worden, Boote ausgefallen. Einen ersten Versuch unternahm sie laut CNN bereits Ende Juni, um nach zwei schweren Erdbeben beim Wiederaufbau zu helfen; die Regierung habe ihre Rückkehr durch die Schließung des Luftraums verhindert, erklärte sie. Ende September versuchte sie es erneut und wurde an einem einzigen Tag dreimal abgewiesen, während die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez zur UN-Generalversammlung in New York war.

Nach einem Bericht des Wall Street Journal, den das Portal Diario Versión Final wiedergibt, verließ Machado Panama am Donnerstag vor ihrer Rückkehr, durchquerte Kolumbien und erreichte venezolanisches Gebiet am Wochenende, begleitet von einem privaten US-amerikanischen Sicherheitsteam und mit Unterstützung kolumbianischer und panamaischer Behörden. Eine der vom WSJ zitierten Quellen erklärte zudem, die US-Regierung habe Rodríguez davor gewarnt, die Rückkehr zu behindern; wie weit sich die beteiligten Regierungen dabei abgestimmt hatten, blieb laut dem Bericht unklar.

Rubio schreibt den USA das Verdienst zu

US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Bedingungen für Machados sichere Rückkehr seien „das direkte Ergebnis der von den USA unterstützten Versöhnungsgespräche“. Im Zuge dieser Gespräche seien bereits Hunderte politische Gefangene freigekommen und Hunderte Oppositionelle aus dem Exil zurückgekehrt, erklärte er. Rubio rief alle politischen Kräfte Venezuelas zur Unterstützung der Verhandlungen auf und bezeichnete sie als die beste Chance seit 30 Jahren, auf friedlichem Wege freie und faire Wahlen sowie eine dauerhafte Demokratie zu erreichen. Machado selbst und Edmundo González Urrutia nehmen an diesem Dialog nicht teil, wie El Diario berichtet; dennoch erwarteten die USA laut CNN-Angaben vom 25. Oktober, dass alle politischen Akteure die Gespräche unterstützen.

Trump: „Ich weiß nichts darüber“

US-Präsident Donald Trump sagte laut tagesschau, er wisse nichts von Machados Rückkehr, halte sie aber für eine sehr nette Frau, die ihm ihren Nobelpreis geschenkt habe; er hoffe, dass sie in Sicherheit sei. Man mache sich in Venezuela sehr gut, fügte er laut NPR hinzu.

Wie Venezuela zu diesem Punkt kam

Die Vorgeschichte reicht bis zur umstrittenen Präsidentschaftswahl im Juli 2024 zurück, bei der Machado eine Kandidatur untersagt worden war; Nicolás Maduro erklärte sich zum Sieger, während die Opposition den Sieg für González Urrutia beanspruchte. Nach der Wahl gingen die Behörden massiv gegen Regierungsgegner vor, 28 Menschen wurden bei der Repressionswelle getötet, zahlreiche Oppositionelle flohen ins Ausland. Machado selbst tauchte laut NPR im Januar 2025 unter, nachdem sie nach einer Protestaktion kurzzeitig festgenommen worden war; später desselben Jahres verließ sie das Land heimlich und trat im Dezember in Norwegen wieder auf, wo ihr der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Bei einer gefährlichen Bootsfahrt während ihrer Flucht brach sie sich nach Angaben ihrer Sprecherin einen Wirbel und traf zu spät zur Preisverleihung ein, sodass ihre Tochter die Auszeichnung entgegennahm. Im Januar 2026 überreichte sie ihre Nobelpreis-Medaille in Washington Trump, der die Auszeichnung zuvor wiederholt für sich reklamiert hatte. Nach Maduros Sturz bezeichnete Trump sie zwar als sehr nette Frau, behauptete laut CNN aber, sie habe im Land nicht die Unterstützung oder den Respekt, um die Führung zu übernehmen. Anfang Januar 2026 nahmen US-Soldaten Maduro in Caracas gefangen und brachten ihn in die USA; seither führt die frühere Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Regierung, deren Zusammenarbeit Trump laut Deutschlandfunk wiederholt lobte. Die Rückkehr erfolgt zudem wenige Wochen nach einem umstrittenen Ölabkommen der USA in Venezuela, merkt der Deutschlandfunk an. Ende August begannen Vertreter von Rodríguez’ Regierung und der Opposition Gespräche über die politische Zukunft Venezuelas und die Abhaltung von Präsidentschaftswahlen; Machado war daran nicht beteiligt.

Vierte Gesprächsrunde im November

Die dritte Verhandlungsrunde endete am 21. Oktober mit Vereinbarungen zur Überprüfung von Gesetzen über politische Disqualifikationen, zur Ernennung von 32 neuen Richtern am Obersten Gerichtshof und zur Verwaltung venezolanischer Vermögenswerte bei der Bank of England. Figuera bezeichnete diese Runde als die bisher schwierigste, weil die Regierung Zugeständnisse verlange, die Opposition nicht leisten könne, etwa die Aufhebung internationaler Sanktionen. In einem im Oktober 2026 veröffentlichten Auszug aus einem Interview mit El Nacional, wiedergegeben von El Estímulo, äußerte sie die Erwartung, Präsidentschaftswahlen könnten frühestens Ende des folgenden Jahres oder Anfang 2028 stattfinden, abhängig von einem institutionellen Wandel, der mit einem neuen Obersten Gerichtshof und einer Reform des Nationalen Wahlrats beginnen solle. Den neuen Gerichtshof kündigte sie für November, spätestens Dezember an. Die Überprüfung der Gesetze zu politischen Ausschlüssen könnte nach Angaben eines Oppositionsvertreters auch für Machados eigene Disqualifikation relevant werden, ohne dass die Vereinbarung eine automatische Wiederherstellung politischer Rechte vorsieht. Die vierte Gesprächsrunde ist für den 11. bis 15. November angesetzt. CNN erklärte am 25. Oktober, die venezolanische Regierung um eine Stellungnahme gebeten zu haben und auf eine Antwort aus Caracas zu warten.

Kommentare