Operation Eternal Darkness: Israel greift Libanon mit 160 Bomben an, 357 Tote
50 israelische Kampfjets haben am 8. April 2026 in zehn Minuten 160 Bomben auf 100 Ziele in ganz Libanon abgeworfen. Die "Operation Eternal Darkness" tötete laut libanesischen Behörden mindestens 357 Menschen und stellt eine der schwersten Angriffswellen im bisherigen Libanonkrieg dar. Dass Israel diesen Angriff wenige Stunden nach der Ankündigung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran startete, macht ihn politisch besonders brisant.
Was ist passiert
Am 8. April 2026 hatten die USA und der Iran eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart. Stunden später begann das israelische Militär den Angriff auf den Libanon. Die IDF bezeichneten ihn als Reaktion auf fortwährende Raketenabschüsse der Hisbollah. Innerhalb von zehn Minuten griffen Kampfjets Ziele in Südlibanon, Südbeirut und der östlichen Bekaa-Ebene an.
Das israelische Militär gibt an, dabei über 250 Hisbollah-Kämpfer und Kommandeure getötet zu haben, darunter Abu Muhammad Habib, den stellvertretenden Leiter der Hisbollah-Raketeneinheit. Die libanesische Regierung sprach von 357 Todesopfern und bezeichnete den 8. April als "Schwarzen Mittwoch". Der Gesamtkrieg hat seit seinem Beginn im Herbst 2023 nach UN-Angaben über 2.000 Menschen das Leben gekostet und mehr als eine Million Menschen im Libanon vertrieben.
Israels Begründung: Waffenruhe gilt nicht für den Libanon
Premierminister Benjamin Netanyahu machte unmittelbar deutlich, dass die USA-Iran-Waffenruhe nach israelischer Lesart keine Auswirkung auf die Operationen gegen die Hisbollah habe. Die Hisbollah sei eine eigenständige Bedrohung, die unabhängig vom Iran-Konflikt bekämpft werde.
Diese Haltung trifft auf internationalen Widerspruch. Libanons Präsident Joseph Aoun forderte einen sofortigen Waffenstillstand. Frankreich und die EU mahnten Israel zur Zurückhaltung. Die strategische Frage dahinter ist: Kann Israel eine Feuerpause mit dem Iran aushandeln und gleichzeitig den Libanon bombardieren, ohne die Waffenruhe de facto zu unterlaufen?
Erste direkte Gespräche
Drei Tage nach dem Angriff, am 10. April, begannen erstmals direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon über eine Beendigung des Konflikts. Die Verhandlungen laufen über US-amerikanische Vermittler. Das ist historisch ungewöhnlich: Israelische und libanesische Delegationen hatten seit Jahrzehnten keinen direkten Kontakt gehabt.
Die Hindernisse sind erheblich. Israel besteht laut TIME Magazine auf dem vollständigen Rückzug der Hisbollah hinter den Litani-Fluss und lehnt eine dauerhafte UNIFIL-Präsenz als Sicherheitsgarant ab. Die Hisbollah lehnt einen Abzug ohne Gegenleistungen kategorisch ab. Beide Positionen liegen weit auseinander.
Die strategische Dimension
Die Gleichzeitigkeit mit dem Iran-USA-Konflikt macht die Lage komplex. Die Hisbollah gilt als Irans wichtigstes Instrument der "Achse des Widerstands". Wie weit der Iran die Hisbollah trotz eigener Waffenruhe weiter unterstützt oder zurückpfeift, ist eine der entscheidenden offenen Fragen. Ein vollständiger Rückzug des Iran aus der Hisbollah-Unterstützung gilt als unrealistisch; eine Mäßigung ist möglich, würde aber die Hisbollah innenpolitisch schwächen.
Ausblick
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Israel und dem Libanon ist für die Woche ab dem 15. April geplant. Auf dem Tisch liegt die Frage eines dauerhaften Waffenstillstands und eines israelischen Truppenabzugs aus dem südlibanesischen Gebiet, das die IDF seit Oktober 2023 teilweise besetzt halten. Ein Durchbruch gilt als unwahrscheinlich, solange Israel die Hisbollah nicht als entwaffnet betrachtet und Teheran weiter die Kontrolle über Nachschubwege behält.