
Hoppermann erklärt Debatte über Merz-Ablösung für beendet
Quellen (10)
- „Wir sind doch nicht im Kindergarten“: Hoppermann erklärt Debatte über Merz für beendettagesspiegel.de
- Landtagswahl 2026: Endgültiges amtliches Wahlergebnis steht fest - Landtag Mecklenburg-Vorpommernlandtag-mv.de
- Ergebnisse Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026 in Berlinwahlen-berlin.de
- Debatte um Kanzlerwechsel: CDU-Ministerpräsidenten stützen Friedrich Merzwiwo.de
- Aachener Bundestagsabgeordneter Armin Laschet warnt vor Kanzlerwechselaachen.t-online.de
- Ex-Kanzlerkandidat Laschet: Ein Kanzlerwechsel wäre extrem schädlich • onvistaonvista.de
- „Ich möchte Ministerpräsident bleiben“: Wüst fordert Ende der Debatte über mögliche Merz-Ablösungtagesspiegel.de
- Hendrik Wüst im WDR-Interview "Ich möchte Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen ... | Presseportalpresseportal.de
- Armin Laschet leitet den Auswärtigen Ausschuss - Deutscher Bundestagbundestag.de
- Abgeordnetenbiografie von Armin Laschet - Deutscher Bundestagbundestag.de
Der „Rheinischen Post“ sagte CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann an diesem Montag, dem 28. September 2026, die Debatte über eine mögliche Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz sei beendet. Zuvor war die CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September mit 4,9 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und hatte beim vorläufigen Ergebnis der Berliner Abgeordnetenhauswahl am selben Tag rund 9,5 Prozentpunkte beim Zweitstimmenanteil verloren. „Die Personaldiskussion ist beendet. Das ist auch gut so“, fügte Hoppermann hinzu.
16. September: Acht Ministerpräsidenten stellen sich hinter Merz
Vier Tage vor den Landtagswahlen gaben die acht CDU-Ministerpräsidenten Merz in einer gemeinsamen Erklärung Rückendeckung, wie die WirtschaftsWoche berichtete. Das Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt hatte Merz innerparteilich unter Druck gebracht; seit Tagen wurde spekuliert, ob er sich als Kanzler halten könne. Die Länderchefs, die sich bislang zurückgehalten hatten, stellten sich mit einer Absage an Personaldebatten zunächst hinter Merz. In der Erklärung hieß es, der Weg zu neuem Vertrauen der Menschen in die Christdemokratie führe über das Zuhören und politisches Handeln, nicht über Personaldiskussionen. Die Ministerpräsidenten lehnten zudem eine Minderheitsregierung ab und forderten eine stabile Bundesregierung mit eigener Mehrheit im Bundestag. Die Initiative soll laut WirtschaftsWoche vom rheinlandpfälzischen Regierungschef Gordon Schnieder ausgegangen sein, der sich im Sommer mit Merz überworfen hatte, weil dieser dessen Bruder, Verkehrsminister Patrick Schnieder, aus dem Kabinett entfernt hatte. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst trug die Erklärung mit, obwohl er selbst als möglicher Nachfolger von Merz gehandelt wurde.
19. September: Laschet warnt vor einem Kanzlerwechsel
Ein Kanzlertausch klinge „sehr simpel, als wäre es eine Fernsehshow“, sagte Laschet; das Grundgesetz gebe dem Kanzler eine stabile Stellung, es müsse „sehr viel zusammenkommen, bis ein Kanzler gestürzt wird“. Die anhaltende Debatte halte er für schädlich, weil sie Merz zusätzlich schwäche. Je nach Abschneiden der CDU könnte die Debatte über Merz' politische Zukunft danach erneut Fahrt aufnehmen, hieß es in der Berichterstattung.
20. September: Wahltag in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
Am Sonntag wählten die Bürger in Mecklenburg-Vorpommern den 9. Landtag; die Wahlbeteiligung lag laut endgültigem amtlichen Ergebnis bei 78,0 Prozent. Die AfD kam auf 38,2 Prozent, die SPD auf 35,5 Prozent. Die Linke erreichte 6,5 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen 5,7 Prozent. Die CDU scheiterte mit 4,9 Prozent, die FDP mit 1,0 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Der neue Landtag zählt 71 Sitze, davon entfallen 32 auf die AfD und 29 auf die SPD; Linke und Grüne erhalten je fünf. Landeswahlleiter Christian Boden gab das endgültige Ergebnis nach der Sitzung des Landeswahlausschusses am 30. September bekannt; gegenüber dem vorläufigen Ergebnis ergaben sich keine Änderungen bei den gewählten Bewerberinnen und Bewerbern. In Berlin verlor die CDU beim vorläufigen Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl 9,5 Prozentpunkte und kam auf 18,8 Prozent. Die Linke wurde mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der CDU mit 18,8 Prozent und der AfD mit 16,3 Prozent. Die Grünen erreichten 14,3 Prozent, die SPD 12,1 Prozent. BSW und FDP kamen auf 4,7 beziehungsweise 2,5 Prozent, die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent. Das Berliner Ergebnis trug zum zugrunde liegenden Quellenstand noch den Vermerk vorläufig.
27. September: Wüst fordert ein Ende der Debatte
Am 27. September mahnte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ ein Ende der Debatte über seine oder CSU-Chef Markus Söders mögliche Nachfolge von Merz an. „Ich möchte Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen bleiben. Das habe ich auch klar gesagt“, sagte Wüst. Neues Vertrauen in die Politik entstehe „genau nicht“ durch solche Debatten, sondern dadurch, dass Regierungen handelten, fügte er hinzu. Im WDR-Interview am selben Tag sagte Wüst, die CDU-Ministerpräsidenten hätten sich aus voller Überzeugung hinter Merz gestellt; es sei „genau falsch, jetzt über Personal zu reden“. Zugleich räumte er ein, seine Partei müsse die Warnsignale der jüngsten Wahlergebnisse sehr ernst nehmen; darüber habe man in den vergangenen 14 Tagen intensiv diskutiert. Söder und die CDU-Ministerpräsidenten arbeiteten nach seinen Worten an einem „Durchstarten“ der Bundesregierung bei Rente, Pflege und Steuern. Die Unionsministerpräsidenten und die Spitze der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hätten die Debatte über Merz' schlechte Umfragewerte bereits Tage zuvor für beendet erklärt, berichtete der Tagesspiegel.
Auf die Frage, ob sich kein Ministerpräsident getraut habe, Merz herauszufordern, antwortete Hoppermann: „Wir sind doch nicht im Kindergarten und stellen uns gegenseitig Mutproben. Es geht um gemeinsame Verantwortung für unser Land.“ Sie warb dafür, anstehende Reformen besser zu erklären und gerecht auszugestalten, etwa bei den Sicherungssystemen, im Steuersystem und im Verhältnis zwischen Staat, Unternehmen und Bürgern. Sie unterstützte die Aussage des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein, die Themen der Menschen seien nicht falsch, nur weil sie von den Falschen angesprochen würden und sagte: „Das nehmen wir ernst.“ Die Reformen seien unbedingt notwendig, um künftig Unterstützungsbedürftigen helfen zu können; ohne Handeln würde man „die Extremisten von morgen“ produzieren, weil immer mehr Menschen immer größere Lasten tragen müssten, warnte sie.
Was die Fakten offenlassen
Hoppermann hat die Personaldebatte für beendet erklärt, während das vorläufige Berliner Ergebnis zeigt, wie stark die Partei bei dieser Wahl verloren hat.
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