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Rekord: 814 GW Solar und Wind weltweit 2025

Rekord: 814 GW Solar und Wind weltweit 2025

Die Welt hat 2025 so viele Solar- und Windkraftanlagen gebaut wie nie zuvor: 814 Gigawatt, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Der allein in diesem Jahr installierte Strom könnte Gasimporte im Wert von 138 Milliarden Dollar jährlich ersetzen.

3. Mai 2026, 9:39 Uhr 612 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Die Welt hat 2025 so viele Solaranlagen und Windkraftwerke gebaut wie nie zuvor: 814 Gigawatt neue Kapazität, 17 Prozent mehr als die 696 Gigawatt des Jahres 2024. Das bilanziert der Energiethink-Tank Ember aus London. Damit überschritt die kumulierte Solar- und Windkraftkapazität weltweit erstmals die Schwelle von 4.000 Gigawatt. Zum Vergleich: Der gesamte deutsche Strombedarf liegt bei rund 550 Terawattstunden pro Jahr; der 2025 neu installierte Solar- und Windstrom könnte allein schon 1.046 Terawattstunden erzeugen.

Solarausbau dominiert, Wind holt auf

Photovoltaikanlagen machten mit 647 Gigawatt fast vier Fünftel des Zubaus aus, ein Plus von 11 Prozent gegenüber den 582 Gigawatt des Jahres 2024. Deutlich dynamischer entwickelte sich der Windausbau: Mit 167 Gigawatt stieg er um 47 Prozent gegenüber den 113 Gigawatt des Vorjahres. Wind wächst damit dreimal so schnell wie Solar, wenn auch von einer niedrigeren Basis.

Dominiert wird der Ausbau von China. Das Land installierte 2025 allein 378 Gigawatt Solarkapazität, was 58 Prozent des weltweiten Solarzubaus entspricht. Bei der Windenergie war die chinesische Dominanz noch deutlicher: 119 Gigawatt, also 72 Prozent der globalen Installationen. Im Vergleich dazu trug die Europäische Union 60 Terawattstunden zusätzliche Solarstromerzeugung bei. Im Juni 2025 war Photovoltaik in der EU erstmals die größte einzelne Stromquelle überhaupt, noch vor Gas, Kernkraft und Kohle.

138 Milliarden Dollar weniger für Gas

Ember beziffert die wirtschaftliche Tragweite des Rekordzubaus in einer Zahl, die überrascht: Die 814 Gigawatt, die 2025 allein installiert wurden, können zu aktuellen Gaspreisen eingesparte Gasimporte im Wert von rund 138 Milliarden Dollar pro Jahr erzeugen. Das ist mehr als das Anderthalbfache des gesamten jährlichen Flüssiggasexports Katars.

Hinter diesen Zahlen steckt eine strukturelle Verschiebung im globalen Stromsystem: Solar- und Windstrom deckten 2025 laut Ember bereits 33,8 Prozent der weltweiten Stromerzeugung und überholten damit erstmals Kohle mit 33,0 Prozent. Gleichzeitig absorbierten die neuen Erneuerbaren das gesamte Wachstum der globalen Stromnachfrage, ohne dass Gaskraftwerke mehr produzieren mussten. Der Anstieg fossiler Stromerzeugung kam dadurch zum Stillstand.

Auf Kurs zur Verdreifachung?

Auf der Klimakonferenz COP28 hatten sich 2023 rund 130 Staaten verpflichtet, die globale Kapazität erneuerbarer Energien bis 2030 zu verdreifachen, ausgehend vom Stand des Jahres 2022. Das Ziel entspräche einem jährlichen Zubau von rund 1.100 Gigawatt. Mit den 814 Gigawatt des Jahres 2025 fehlt noch ein Viertel dieses Wertes, aber die Wachstumskurve verläuft steil genug, dass das Ziel in Reichweite gerät.

Was dabei oft übersehen wird: Kapazitätszubau allein ist nicht genug. In vielen Ländern, besonders in Europa und den USA, wachsen Genehmigungsverfahren für Stromnetze weit langsamer als der Ausbau erneuerbarer Kraftwerke. Ohne ausreichend Leitungen kann neu installierter Strom nicht dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird. Das ist nach Einschätzung von Netzplanern der wichtigste strukturelle Engpass der Energiewende für die kommenden Jahre.

Was jetzt passiert

Ember veröffentlicht im Jahresrhythmus seinen Global Electricity Review; der nächste erscheint Anfang 2027 mit endgültigen Daten für das Jahr 2026. Erste Hinweise auf die Entwicklung liefern die Halbjahresberichte im Herbst. Für Deutschland bedeuten die globalen Zahlen zunächst wenig Direktwirkung, zeigen aber: Die Kosten für Solar- und Windmodule sinken weiter, weil die chinesische Massenproduktion anhält. Das macht jeden neuen Solarpark hierzulande günstiger als noch vor drei Jahren.