Bombendrohungen stören erneut Flugverkehr in Europa
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Bombendrohungen stören erneut Flugverkehr in Europa

Am 5. November 2026 waren laut NBC News mindestens 14 Flüge in Europa von Bombendrohungen betroffen, zum zweiten Mal in dieser Woche. Sprengsätze wurden bislang nicht gefunden, Urheber und Motive bleiben unbekannt.

Quellen (7)
  1. Europe flight bomb threats: Multiple planes diverted and airports disruptednbcnews.com
  2. 'Too early' to say if Europe flight bomb threats linked, EU transport chief says | Euronewseuronews.com
  3. Finnair flights to Rome and Vienna hit by hoax bomb threats | Yle News | Yleyle.fi
  4. Bomb threats force planes into emergency landings at several European airports | CBC Newscbc.ca
  5. Flight bomb threats live: Multiple planes in Europe diverted for second time in a week | CNNedition.cnn.com
  6. Falso allarme bomba su quattro voli, due atterrati e due decollati da Malpensarainews.it
  7. Bomb threats disrupt flights across Europe, no explosive devices found | Crime News | Al Jazeeraaljazeera.com
5. November 2026, 13:46 Uhr682 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Bereits zuvor hatten Bombendrohungen in derselben Woche nach Angaben von NBC News zu Notlandungen und Sicherheitskontrollen auf Start- und Landebahnen geführt. Sprengsätze wurden bis zu diesem Zeitpunkt nicht gefunden. Wer hinter den Drohungen steckte, war unklar. Nach Angaben von Euronews handelte es sich bereits um den dritten Tag in dieser Woche, an dem falsche Bombenalarme Flüge in Europa trafen; italienische, französische und bulgarische Kampfjets stiegen auf.

Eskorten und ein Umweg zum Luftwaffenstützpunkt

Aer-Lingus-Flug EI402 von Dublin nach Rom änderte nahe Paris seinen Kurs und wurde zu einem französischen Luftwaffenstützpunkt umgeleitet, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Nach Angaben des Büros von Premierminister Sébastien Lecornu wurden am Stützpunkt Évreux westlich von Paris alle 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder evakuiert, während ein Bombenräumkommando das Flugzeug untersuchte. Auch ein Finnair-Flug von Helsinki nach Rom wurde von Kampfjets der italienischen Luftwaffe eskortiert; örtliche Behörden durchsuchten die Maschine anschließend, ohne etwas Ungewöhnliches zu finden, wie der finnische Sender Yle berichtete. Ein zweiter Finnair-Flug von Helsinki nach Wien war ebenfalls betroffen, auch hier wurden keine Sprengsätze gefunden. Bei einem LOT-Flug von Warschau nach Brüssel führte die Besatzung nach einer Warnung eine Kontrolle an Bord durch, bei der laut dem kanadischen Sender CBC keine verdächtigen Gegenstände gefunden wurden; die zusätzliche Untersuchung nach der Landung in Brüssel ergab laut NBC News ebenfalls keine verdächtigen Gegenstände.

In Bulgarien richteten sich Bombendrohungen gegen drei Ryanair-Flugzeuge: Nach Angaben des Innenministers landeten die Maschinen aus Kopenhagen und Madrid in Sofia, während ein drittes Flugzeug aus London laut örtlichen Medien in Plowdiw aufsetzte. Nach den Kontrollen bestätigte das Verkehrsministerium gegenüber Reuters, dass der Flugbetrieb in Sofia und Plowdiw wieder normal verlief. In Rumänien wurden laut CNN fast 200 Passagiere aus einem Wizz-Air-Flug aus Mailand evakuiert, der sicher in Bukarest gelandet war; nach Angaben des Flughafens wurde kein Sprengsatz entdeckt. Am Flughafen Mailand-Malpensa landeten ein Aegean-Flug aus Thessaloniki und ein Ryanair-Flug aus Porto, beide wurden nach einer anonymen E-Mail durchsucht; die Kontrolle endete laut dem italienischen Sender Rai News ohne Fund. In Prag bewertete die tschechische Polizei die Glaubwürdigkeit von Drohungen gegen vier Flugzeuge zunächst als gering, leitete aber alle vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen ein; nach Abschluss der Kontrollen erklärte sie, es gebe keine Bomben und alle seien in Sicherheit.

Mehr als 20 Alarme in einer Woche

Nach Angaben von Euronews wurden in dieser Woche insgesamt mehr als 20 falsche Bombenalarme gemeldet, Ryanair war von mindestens sieben betroffen. Bereits am Dienstag waren laut Al Jazeera mindestens sieben Flüge sowie ein Kreuzfahrtschiff betroffen; alle Flugzeuge landeten sicher, Sprengsätze wurden nicht entdeckt. Vor der griechischen Insel Syros wurde das unter panamaischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff Crown Iris mit rund 1500 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord evakuiert, das Schiff war auf dem Weg nach Haifa in Israel. Nach einer Kontrolle ohne Gefahrenbefund setzte die Crown Iris ihre Reise fort. Schon am Montag war ein Wizz-Air-Flug von London-Luton nach Sofia während des Flugs mit einer Bombendrohung konfrontiert und nach Budapest umgeleitet worden.

Wer hinter den Drohungen steckt, bleibt offen

Trotz der Häufung der Vorfälle gibt es bislang keine Antwort auf die zentrale Frage. Niemand bekannte sich zu den Drohungen. Laut NBC News benannten die Behörden am Donnerstag keine möglichen Verantwortlichen; bereits für die Vorfälle vom Dienstag hatte Al Jazeera berichtet, dass sich niemand bekannt und Behörden niemanden beschuldigt hätten. EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas erklärte, jede Drohung gegen Zivilisten sei inakzeptabel, es sei aber zu früh, Schlussfolgerungen darüber zu ziehen, ob die gemeldeten Vorfälle zusammenhingen. Rhys Jones, Manager für Analyseergebnisse bei der Luftfahrtberatung Osprey Flight Solutions, bezeichnete laut einem Bericht von Al Jazeera vom 4. November 2026 sieben bestätigte Bombendrohungen an einem einzigen Tag als außergewöhnlich und erklärte gegenüber Reuters, das Fehlen eines klaren Zielstaats, einer bestimmten Fluggesellschaft oder Route deute darauf hin, dass allgemeine Störungen des Luftverkehrsbetriebs beabsichtigt seien. Eliran Almog, Chef der auf Luftfahrt spezialisierten Cybersicherheitsfirma Cyviation, verwies darauf, dass die Drohungen im Luftverkehr zeitlich mit Cyberangriffen auf Kühlsysteme von Supermärkten in ganz Europa zusammenfielen. Er erklärte, Störungen wichtiger Dienste könnten wirtschaftliche Kosten verursachen und das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben. Eine Finnair-Sprecherin ordnete die Vorfälle als Teil einer Serie ein, die in der zurückliegenden Woche bereits mehrere Flughäfen und Fluggesellschaften in Europa getroffen habe.

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