
BMW senkt Margenprognose für Autosparte auf -0,5 bis 0,5 Prozent
Quellen (9)
- Betreff: Ad-hoc-Meldung gemäß Art. 17 MAR in Verbindung mit § 4 Abs. 1 S. 1 Nr. 1a WpAV Schlagworte: Prognose / Gesamtjahr Eintritt der Insiderinformationen: 03bmwgroup.com
- Microsoft Word - 20261104_Pressemeldung_BMW_Group_beschleunigt_Neuausrichtung.docxbmwgroup.com
- Microsoft Word - Rede_Walter Mertl_Telefonkonferenz_Q3_2026.docxbmwgroup.com
- Abfindungen und frühes Aus für Gen5: BMWs Umbau frisst die Jahresmarge | heise autosheise.de
- BMW erwirtschaftet noch weniger Gewinn | tagesschau.detagesschau.de
- Stimmung in der Autoindustrie wieder deutlich verbessert | ifo Konjunkturumfrage | ifo Institutifo.de
- Subject:bmwgroup.com
- Stellenabbau in der Automobilindustrie: 42 300 weniger Beschäftigte zum Ende des 1. Halbjahres 2026 als ein Jahr zuvor - Statistisches Bundesamtdestatis.de
- FAQ zur Krise in der Automobilindustrieigmetall.de
Bis zur Prognosesenkung am 3. November 2026 hatte BMW für das Segment Automobile im Geschäftsjahr 2026 eine EBIT-Marge von 1 bis 3 Prozent angepeilt. Der Konzernüberschuss sank im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 14,7 Prozent auf 1.448 Millionen Euro nach 1.697 Millionen Euro.
Im Segment Automobile lag die berichtete EBIT-Marge im dritten Quartal bei 3,4 Prozent und in den ersten neun Monaten bei 3,5 Prozent. Vor Portfoliomaßnahmen und Strukturmaßnahmen erwartet BMW für das Gesamtjahr weiterhin eine Marge von über 2,0 Prozent.
Warum der Umbau jetzt beschleunigt wird
Auf Basis der Ergebnisse des dritten Quartals habe der Vorstand tags zuvor beschlossen, diese Maßnahmen im Geschäftsjahr 2026 auszuweiten und zu intensivieren, erklärte Finanzvorstand Walter Mertl in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Ursprünglich hatte BMW mit einer Belastung der Jahresmarge von rund 1,25 Prozentpunkten durch diese Maßnahmen gerechnet, nun rechnet der Konzern mit rund 2,5 Prozentpunkten. Diese zusätzliche Belastung soll laut BMW im vierten Quartal als nicht-operative Ergebnisbelastung im Segment Automobile anfallen. Mertl begründete das Tempo damit, dass Geschwindigkeit bei der geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor sei und BMW die Maßnahmen für mehr Effizienz und schlankere Strukturen noch in diesem Jahr intensiviere, um künftige Margen zu stärken. BMW weist zugleich darauf hin, dass der tatsächliche Geschäftsverlauf von diesen Erwartungen abweichen kann, etwa wegen veränderter politischer und makroökonomischer Rahmenbedingungen.
Die Portfoliomaßnahmen leiten sich laut BMW von der anhaltend hohen Nachfrage nach den Modellen der Neuen Klasse ab. Der dadurch beschleunigte Produktionshochlauf ermögliche ein früheres Auslaufen vorheriger Fahrzeuggenerationen und Technologiegenerationen, etwa einiger Modelle mit Gen5-Batterietechnologie. Laut dem Branchenportal heise autos schlüsselt BMW rund 1,25 Prozentpunkte der Belastung nicht auf. Welche Modelle konkret betroffen sind und wann, ist noch nicht bekannt. Zusätzlich soll die organisatorische Neuaufstellung beschleunigt werden, etwa durch eine Verschlankung der Managementfunktionen. Laut heise autos soll dabei die Zahl der Senior-Vice-President-Funktionen um 20 Prozent sinken, ebenso bis Mitte 2027 die Zahl der Bereiche samt Führungsposten.
China belastet das dritte Quartal
Im dritten Quartal lieferte BMW weltweit 551.075 Fahrzeuge aus, 6,3 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. In China ging der Absatz um 24,8 Prozent zurück, nahezu so stark wie der dortige Gesamtmarkt mit minus 24,6 Prozent. Der Saldo aus Volumen, Modellmix und Pricing belastete das EBIT im Segment Automobile gegenüber dem Vorjahresquartal laut BMW mit rund 600 Millionen Euro, vor allem wegen geringerer Volumina in China und anhaltendem Preisdruck in diversen Märkten. Wachstum in Europa und den USA konnte diese Rückgänge nur teilweise ausgleichen.
Quartalsgewinne und Lage der Automobilbranche
Beim Quartalsgewinn lag BMW laut tagesschau knapp hinter Mercedes mit 1,52 Milliarden Euro, aber deutlich vor Audi und VW. Für die gesamte Branche meldete das ifo Institut am 4. November 2026 für Oktober eine deutliche Verbesserung des Geschäftsklimas auf -4,1 Punkte nach -33,2 Punkten im September. ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl warnte jedoch, von Entwarnung könne keine Rede sein, weil die starken monatlichen Schwankungen des Index auf sehr hohe Unsicherheit in der Branche hindeuteten. Sie erwarte nur ein kurzes Aufatmen. Das Statistische Bundesamt zählte zum Ende des ersten Halbjahres 2026 in der deutschen Automobilindustrie bei Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten 42.300 weniger Beschäftigte als ein Jahr zuvor, ein Rückgang von 5,8 Prozent und damit stärker als in jeder anderen großen Industriebranche mit mehr als 200.000 Beschäftigten. Die IG Metall führt die Krise nicht auf die Beschäftigten zurück, sondern auf falsche Managemententscheidungen, verschleppte Investitionen und veränderte Weltmärkte und verweist darauf, dass BMW 2022 einen Gewinn von über 18 Milliarden Euro erzielt habe und dass ein großer Teil der Rekordgewinne mehrerer Automobil- und Zulieferunternehmen über Dividenden ausgeschüttet worden sei.
Das Margenziel für 2028
Für das Jahr 2028 strebt BMW laut Mertl eine EBIT-Marge im Segment Automobile von 3 bis 5 Prozent an und will zu Beginn des kommenden Jahrzehnts in den strategischen Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent zurückkehren. Den Free Cashflow im Segment Automobile erwartet der Konzern für das laufende Jahr unverändert bei mehr als 2,5 Milliarden Euro, nach 724 Millionen Euro in den ersten neun Monaten und minus 566 Millionen Euro im dritten Quartal.
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