
Bitkom: KI-Nutzung in Unternehmen steigt
Quellen (6)
- Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI | Presseinformation | Bitkom e. V.bitkom.org
- KI-Einsatz in deutschen Unternehmen verdoppelt – Bitkom-Studie 2026 - All About Security Das Online-Magazin zu Cybersecurity (Cybersicherheit). Ransomware, Phishing, IT-Sicherheit, Netzwerksicherheit,all-about-security.de
- Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen - Statistisches Bundesamtdestatis.de
- KI-Nutzung am Arbeitsplatz: langsam, informell und ungleich, PI Nr. 83/2026 | Presseportalpresseportal.de
- IG Metall-Betriebsrätebefragungbaden-wuerttemberg.igmetall.de
- Deutscher Bundestag drucksache 21/4350 --- Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands 2026dserver.bundestag.de
Laut der Erhebung des Digitalverbands Bitkom nutzten vor einem Jahr 36 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI, vor zwei Jahren 20 Prozent. Für die Erhebung befragte Bitkom Research im Auftrag des Verbands 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch, die Befragung lief von Kalenderwoche 28 bis 33 des Jahres 2026 und sei repräsentativ für die Gesamtwirtschaft. 3 Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen, sehen nach eigener Einschätzung eine eher starke Ausnutzung des KI-Potenzials, 28 Prozent nutzen die Möglichkeiten nach eigenen Angaben wenig, 59 Prozent überhaupt nicht.
Weitere 38 Prozent der Unternehmen planen den KI-Einsatz oder diskutieren ihn, nur noch 4 Prozent sagen, KI sei für sie kein Thema, nach 17 Prozent im Vorjahr und 41 Prozent vor zwei Jahren. Der Anteil, der das Potenzial nach eigener Einschätzung wenig oder gar nicht ausschöpft, ist laut Bitkom über alle Unternehmensgrößen hinweg fast identisch, vom Betrieb mit 20 Beschäftigten bis zum Konzern.
Weitere Erhebungen zur KI-Nutzung
Schon im März 2026 hatte eine im Auftrag von Bitkom durchgeführte Befragung laut dem Fachmedium All About Security einen Anstieg aktiver KI-Nutzung von 17 auf 41 Prozent gemeldet, bei einer repräsentativen Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten. Auch die amtliche Statistik zählt anders: Das Statistische Bundesamt beziffert den Anteil KI-nutzender Unternehmen für 2025 je nach Größenklasse auf 23 Prozent bei 10 bis 49 Beschäftigten, 36 Prozent bei 50 bis 249 Beschäftigten und 57 Prozent bei mehr als 250 Beschäftigten, insgesamt 26 Prozent aller Unternehmen, wobei die Tabelle ab diesem Berichtsjahr den EU-Unternehmensbegriff verwendet.
Einsatz am Arbeitsplatz bleibt ungleich verteilt
Aus Sicht der Beschäftigten wächst die Nutzung nur langsam: Laut der dritten Welle der Konstanzer KI-Studie, für die im Mai 2026 insgesamt 1.105 Erwerbstätige befragt wurden, stieg der Anteil der Beschäftigten, die KI bei der Arbeit nutzen, gegenüber dem Vorjahr nur leicht von 35 auf 38 Prozent. Die Nutzung ist stark nach Tätigkeit und Bildung verteilt: In Büro- und Wissensarbeit setzen 49 Prozent der Beschäftigten KI ein, in produktionsnahen und körperlichen Tätigkeiten 25 Prozent und unter Beschäftigten mit hohem Bildungsniveau sind es 56 Prozent gegenüber 21 Prozent bei niedrigem Bildungsniveau. Studienleiter Florian Kunze, Professor für Organizational Behavior an der Universität Konstanz, erklärte, die KI-Revolution finde in vielen Unternehmen bislang nicht als geplanter Transformationsprozess statt, sondern viele Beschäftigte experimentierten auf eigene Initiative, während ihre Arbeitgeber bei Regeln, Qualifizierung und sicheren Anwendungen noch nicht ausreichend nachgezogen hätten.
Was Betriebsräte und Forscher einwenden
Zu ähnlichen Befunden kommt die IG Metall Baden-Württemberg: In ihrer Befragung von 418 baden-württembergischen Betrieben gaben fast 50 Prozent der Betriebsräte an, dass KI bislang nicht oder kaum eingesetzt werde, wo sie zum Einsatz komme, beobachteten jedoch drei Viertel eine Erleichterung der Arbeit und 38 Prozent zugleich einen eher beschäftigungsabbauenden Effekt. Resch forderte, Transformation und KI dürften nicht zu Synonymen für Arbeitsplatzabbau werden, sondern brauchten Investitionen, Qualifizierung und echte Mitbestimmung. Die Expertenkommission Forschung und Innovation schrieb in ihrem Gutachten vom 27. Februar 2026 der künstlichen Intelligenz hohe Potenziale für Innovation und Wachstum zu, sah Deutschland bei der Umsetzung solcher Schlüsseltechnologien in Entwicklung und Anwendung aber relativ schwach positioniert, weniger in der Forschung als in der Fähigkeit, Neuerungen hervorzubringen. Viele der KI-nutzenden Unternehmen berichten schon von Vorteilen wie einer verbesserten Wettbewerbsposition.
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