Bildungsfonds ECW erreicht 90 Prozent seines Ziels
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Bildungsfonds ECW erreicht 90 Prozent seines Ziels

Der Bildungsfonds Education Cannot Wait hat nach einer Finanzierungskonferenz in Genf Zusagen von insgesamt 541,6 Millionen US-Dollar gemeldet und damit rund 90 Prozent seines Finanzierungsziels für die Jahre 2027 bis 2030 erreicht. Die Mittel sollen Kindern in Krisengebieten zugutekommen, während weltweite Hilfsbudgets schrumpfen.

Quellen (9)
  1. Global solidarity delivers major boost to Education Cannot Wait as “Hope Starts Here” campaign approaches its US$600 million goal | Education Cannot Waiteducationcannotwait.org
  2. Education Cannot Wait hits 90% of $600M funding goal | Devexdevex.com
  3. Donors pledge $400 million for education in crises despite aid cuts - Internazionaleinternazionale.it
  4. International Development Minister speech at Education Cannot Wait Replenishment Conference - GOV.UKgov.uk
  5. Over US$400mil pledged to UN fund for education in crises | FMTfreemalaysiatoday.com
  6. UN-backed Geneva fund raises $400m for education in emergencies - Geneva Solutionsgenevasolutions.news
  7. Annual Results Report 2025 | Education Cannot Waiteducationcannotwait.org
  8. ECW_CaseForInvestment2educationcannotwait.org
  9. 1 ECW Strategic Plan 2027–2030 ABOUT THIS PUBLICATION This Strategic Plan was developed through a consultative process with country partners, Unitededucationcannotwait.org
8. November 2026, 18:49 Uhr663 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Zu den Zusagen für die Kampagne „Hope Starts Here“ kommen nach Angaben von Education Cannot Wait bereits gesicherte Mittel von 135,8 Millionen US-Dollar aus früheren Geberzusagen hinzu. Bei der von der Schweiz ausgerichteten hochrangigen Finanzierungskonferenz am 5. November 2026 in Genf kündigten Regierungen und Partner laut ECW neue Zusagen über 405,8 Millionen US-Dollar an. Das Fachportal Devex und eine von Internazionale veröffentlichte Reuters-Meldung gaben Angaben von ECW wieder, wonach der Fonds damit rund 90 Prozent seines Ziels erreicht habe, während weltweite Hilfsbudgets schrumpfen.

Die Zusagen bilden laut ECW die Grundlage für den Strategieplan 2027 bis 2030, der zehn Millionen krisenbetroffene Kinder erreichen soll, zur Hälfte Mädchen und einschließlich einer Million Kinder mit Behinderungen. Bis zum Finanzierungsziel fehlen laut Devex noch 58,4 Millionen US-Dollar. Zu den Gebern zählten laut ECW Deutschland, das Vereinigte Königreich, Norwegen, Kanada, die Schweiz, Irland, die EU und Japan. Großbritanniens Entwicklungsministerin Kirsty McNeill kündigte in ihrer Rede auf der Konferenz an, ihr Land werde ECW für die Jahre 2027 bis 2030 mit 80 Millionen Pfund unterstützen. Irland sagte laut Devex neu 34 Millionen US-Dollar zu. Sigrid Kaag, Vorsitzende der hochrangigen ECW-Steuerungsgruppe, sagte bei der Konferenz laut FMT, Bildung sei kein Privileg und kein Akt der Freundlichkeit, sondern ein Grundrecht, das jedes Kind von Geburt an haben sollte.

education

Steigender Bedarf, sinkende Budgets

ECW ordnete die Zusagen in den Kontext wachsenden humanitären Bedarfs ein und bekräftigte die Solidarität mit Kindern, die von Konflikten, Vertreibung und klimabedingten Katastrophen betroffen sind. Einem Bericht des Geneva Global Hub for Education in Emergencies zufolge, den Geneva Solutions zitierte, sank die weltweite humanitäre Bildungsfinanzierung 2025 gegenüber ihrem Höchststand 2023 um 20 Prozent. Sie lag damit noch bei 1,29 Milliarden US-Dollar.

Was der Fonds bisher erreicht hat

Seit seiner Gründung 2016 haben ECW und seine Partner nach eigenen Angaben mehr als 16 Millionen Kinder in krisenbetroffenen Ländern erreicht. Davon wurden zwischen 2023 und 2025 10,4 Millionen Kinder und Jugendliche erreicht, 51 Prozent von ihnen Mädchen. Ein Investitionspapier von ECW aus dem August 2026 nennt dagegen 14 Millionen erreichte Kinder und Jugendliche. Laut dem Strategieplan 2027 2030 berichteten 96 Prozent der Programme, die unter dem bisherigen Plan 2023 bis 2026 aktiv waren und für die Daten vorlagen, über verbesserte Einschulung oder Anwesenheit der Kinder, eine Einschränkung, die den Geltungsbereich der Zahl begrenzt.

humanitäre hilfe

Kleineres Ziel als zuvor

Das aktuelle Ziel von 600 Millionen US-Dollar liegt laut Devex deutlich unter den 1,5 Milliarden US-Dollar, die ECW für seine vorherige Vierjahresstrategie angestrebt hatte. Von diesem früheren Ziel waren bis September rund 1 Milliarde US-Dollar eingesammelt. Unter den Gebern fehlten laut Geneva Solutions die Vereinigten Staaten, die vor 2025 jährlich 60 Millionen US-Dollar beigetragen hatten, sowie Dänemark und die Lego Foundation, die bisher größte private Geberin mit rund 65 Millionen US-Dollar. Laut Reuters hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ihre Hilfe gekürzt, um stattdessen lebensrettende humanitäre Hilfe zu priorisieren. Valentine Chepkoech, Vertreterin der Jugend- und Studierendenschaft im ECW-Exekutivausschuss, begrüßte die stärkere Ausrichtung auf lokale Organisationen, kritisierte gegenüber Geneva Solutions aber, der Finanzierungszugang bleibe meist nationalen Akteuren überlassen, während jugendgeführte Projekte beim Zugang zu Finanzierung auf administrative Hürden stießen. ECW strebt laut eigenen Angaben an, bis 2030 mindestens die Hälfte seiner Programmmittel über nationale und lokale Partner zu leiten. Jan Egeland, Generalsekretär des ECW-Umsetzungspartners Norwegian Refugee Council, erklärte, 2026 und 2027 würden Schulen aus Geldmangel geschlossen, weil reiche Länder ihre Finanzierung gekürzt und zugleich ihre Sicherheitsindustrien priorisiert hätten. Eine Stellungnahme der damit gemeinten Regierungen liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

58,4 Millionen Dollar bis zum Ziel

Die Strategie 2027 bis 2030 soll sich nach der von Internazionale verbreiteten Reuters-Meldung unter anderem auf Kinder in von Konflikten betroffenen Staaten wie Sudan und der Ukraine konzentrieren. Die UN-Kinderhilfsorganisation hatte laut Reuters kurz zuvor vor wachsenden Unterbrechungen des Schulbetriebs in der Ukraine gewarnt: Luftalarm beeinträchtige in Frontgebieten wie Charkiw etwa ein Viertel der Lernstunden von Kindern. ECW kündigte an, bestehende und potenzielle Partner weiter anzusprechen, um die verbleibende Finanzierungslücke zu schließen. Der Fonds will laut Geneva Solutions im kommenden Jahr außerdem eine weitere Finanzierungsrunde abhalten.

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