
Barbados erfüllt WHO-Ziele zur Mutter-Kind-HIV-Eliminierung
Quellen (9)
- Barbados eliminates mother-to-child transmission of HIVwho.int
- Barbados meets global HIV targets - Barbados Todaybarbadostoday.bb
- Elimination of mother-to-child transmission of HIV and syphilis in Belize, Jamaica and Saint Vincent and the Grenadineswho.int
- Barbados prepares for certification to end mother-to-child transmission of HIV, Syphilis, and Hepatitis B - PAHO/WHO | Pan American Health Organizationpaho.org
- Barbados celebrates elimination of mother-to-child HIV transmission - Caribbean Broadcasting Corporationcbc.bb
- Barbados makes history as WHO certifies elimination of mother-to-child HIV transmission - WIC Newswicnews.com
- UNAIDS congratulates Barbados on eliminating vertical transmission of HIV | UNAIDSunaids.org
- Barbados Posts Zero Child HIV Cases for Three Years: WHO Certifies Antiretroviral Delivery Workstechtimes.com
- From HIV diagnosis to a child born HIV-free: Sarah's story in Barbados - PAHO/WHO | Pan American Health Organizationpaho.org
Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnete dies als bedeutenden gesundheitspolitischen Meilenstein, der auf jahrelangen Anstrengungen beruhe, damit Babys HIV-frei zur Welt kommen. Grundlage war laut WHO eine unabhängige Bewertung, die bestätigte, dass das Land die globalen Zielvorgaben erfüllt. Laut Barbados Today gab es in Barbados zwischen 2022 und 2024 6 352 Lebendgeburten. Der Erfolg wurde bei einer Zeremonie im Sandals Royal Ballroom in Maxwell, Christ Church, offiziell anerkannt, ausgerichtet von PAHO/WHO und dem Gesundheitsministerium.
Was eine WHO-Zertifizierung voraussetzt
Eine solche Validierung erforderte laut WHO am Beispiel von Belize, Jamaika sowie St. Vincent und den Grenadinen nationale Rechenschaftspflicht und gründliche Datenanalyse, ergänzt durch intensive Programmbewertung, Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen und die Beteiligung der Gemeinschaft. Vor der formellen Zertifizierung führte ein Team der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation vom 30. September bis 3. Oktober 2025 eine Vorbewertung durch und besuchte dafür das Queen Elizabeth Hospital, Polikliniken, eine private Gesundheitseinrichtung und Labore. Das Präventionsprogramm in Barbados begann laut Dr. Dale Babb, der leitenden Gesundheitsbeamtin und Leiterin des HIV/STI-Programms, 1995, nachdem internationale Forschung gezeigt hatte, dass das Medikament Zidovudin, kurz AZT, die Übertragung von der Mutter auf das Kind deutlich senken kann. Nach Babbs Angaben drückte die AZT-Behandlung die Übertragungsrate von 27 Prozent auf 5,5 Prozent, nach Einführung eines zweiten Medikaments zur Prophylaxe sank sie weiter. Der Anteil der auf HIV getesteten Schwangeren stieg von 40 Prozent 1993 über 89 Prozent 2004 auf 98 Prozent im Jahr 2025. Heute bietet Barbados eine allgemeine Gesundheitsversorgung über öffentliche Kliniken und Krankenhäuser, wobei auf das Queen Elizabeth Hospital etwa 93 Prozent der Geburten entfallen; HIV-Tests und Behandlung sind für alle Schwangeren unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit kostenlos. Die Tests sind freiwillig und vertraulich. Die WHO-Bewertung fand keine Hinweise auf Zwangspraktiken in der reproduktiven Versorgung von Frauen mit HIV.

Premierministerin Mia Amor Mottley sagte bei der Zeremonie laut der Caribbean Broadcasting Corporation, die Errungenschaft zeige, was Regierung, Gesundheitsbeschäftigte und Gemeinschaften durch Zusammenarbeit erreichen könnten. Sie erinnerte dabei an eine frühere ministerielle Erklärung ihrer Kollegin Elizabeth Thompson, in der sich die Regierung zur Eliminierung der Mutter-zu-Kind-Übertragung verpflichtete. Zudem erinnerte sie daran, dass der damalige Premierminister und Finanzminister der Finanzierung der Behandlung schwangerer Frauen zustimmte. Gesundheitsministerin Lisa Cummins betonte, die Arbeit müsse über den Erhalt der Zertifizierung hinaus fortgesetzt werden. Die Regierung wolle die Gesundheitsversorgung von Frauen und Kindern weiter priorisieren und in politischen Vorgaben, Abläufen und Strukturen verankern, statt sie an die Übergabe einer Urkunde zu binden. PAHO-Direktor und WHO-Regionaldirektor für Amerika Jarbas Barbosa erklärte laut WIC News, Barbados habe gezeigt, dass die Eliminierung möglich sei, wenn Frauen und Kinder ohne Barrieren Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdiensten hätten. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus ergänzte, Barbados zeige mit einer Versorgung, die Rechte und Privatsphäre Schwangerer respektiere, wie universelle Gesundheitsversorgung praktisch aussehe. UNAIDS-Regionaldirektorin für Lateinamerika und die Karibik, Luisa Cabal, führte den Erfolg laut UNAIDS auf Arbeit und Führung von Gesundheitsbeschäftigten, Menschen mit HIV und der Zivilgesellschaft zurück und erklärte, deren Einsatz habe dazu beigetragen, dass alle Frauen die nötige Behandlung erhalten könnten. Die UNAIDS-Stellungnahme zur Zertifizierung von Barbados trägt widersprüchliche Datierungen: Die Seitenanzeige nennt den 30. Oktober 2026, die Datumszeile im Text den 30. Oktober 2025; UNAIDS gratuliert darin jedoch ausdrücklich zur bereits erhaltenen Zertifizierung. UNAIDS empfiehlt zugleich, die Regierung solle in die Gesundheit von Müttern und Kindern investieren, den Zugang zu Medikamenten und Tests sichern und Stigmatisierung sowie Diskriminierung entgegenwirken.

Barbados ist die 15. Zertifizierung in Lateinamerika und der Karibik seit Kuba 2015
Mit Barbados zählt die Region Lateinamerika und Karibik nun 15 der 23 weltweit zertifizierten Länder und Gebiete für die Eliminierung der Mutter-zu-Kind-Übertragung von HIV, acht liegen in anderen Regionen. Kuba war 2015 das erste Land, das eine solche Zertifizierung erhielt, danach folgten Anguilla, Bermuda, die Cayman Islands und Montserrat 2017, Dominica 2021 sowie Belize, Jamaika und St. Vincent und die Grenadinen im Mai 2024. 2026 kamen die Bahamas im April und die Turks- und Caicosinseln im Juni hinzu, im Dezember 2025 war bereits Brasilien zertifiziert worden. Weltweit registrierte UNAIDS für 2024 noch 120.000 neue HIV-Infektionen bei Kindern, einen Rückgang um 62 Prozent gegenüber den ungefähr 310.000 Fällen jährlich in den frühen 2000er-Jahren.
Was über den Erhalt des Status entscheidet
Laut WHO braucht Barbados zum Erhalt des Eliminationsstatus fortgesetzte Investitionen, aktualisierte Leitlinien, stärkere Gesundheitsinformationssysteme, ausgeweitete Tests auf HIV und Syphilis sowie eine bessere Nachsorge für Frauen und Kinder. PAHO/WHO ergänzt, die Aufrechterhaltung erfordere weiterhin Zugang zu Behandlung sowie Maßnahmen gegen Stigmatisierung, damit keine Frau zurückgelassen werde. Wie real dieses Risiko ist, zeigt der Fall einer Frau, die PAHO/WHO unter dem zum Schutz ihrer Identität geänderten Namen Sarah beschreibt: Sie brachte nach Behandlung und Nachsorge ein Kind ohne HIV zur Welt, musste daneben aber mit Angst und Stigmatisierung umgehen und erklärte, Angst vor Ablehnung könne Menschen davon abhalten, Unterstützung und Versorgung zu suchen. Ob Barbados die von der WHO genannten Bedingungen wie Investitionen, Leitlinien, Informationssysteme, Tests und Nachsorge dauerhaft erfüllt, entscheidet, ob aus der Zertifizierung ein bleibender Erfolg wird oder eine Momentaufnahme bleibt.
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