Zwei Frachtschiffe sinken binnen 24 Stunden bei Hormus
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Zwei Frachtschiffe sinken binnen 24 Stunden bei Hormus

Zwei Frachtschiffe sind laut CNN binnen 24 Stunden nahe der Straße von Hormus gesunken, nachdem unbekannte Geschosse sie trafen. Die singapurische GFS PRIDE geriet in Brand und sank, alle 21 Besatzungsmitglieder kamen laut der Hafenbehörde in Sicherheit. Die Angriffe haben laut CNN seit Ende September deutlich zugenommen und verringern den Öltransport aus dem Nahen Osten.

Quellen (8)
  1. Two Singapore-Registered Vessels Struck in Strait of Hormuz | Maritime and Port Authority of Singaporempa.gov.sg
  2. Two cargo ships sunk in Strait of Hormuz as Iran ramps up attacks in run-up to midterms | CNNedition.cnn.com
  3. Indian sailor killed in attack on vessel in Hormuz, India and Oman authorities say | South China Morning Postscmp.com
  4. Containership Sinks as Hormuz Attacks Spiral Out of Controlgcaptain.com
  5. Container ship sinks in Strait of Hormuz as Iran steps up attackscnbc.com
  6. Containerschiff in Straße von Hormus gesunken - 14.10.26 - News - ARIVA.DEariva.de
  7. Containerschiff in Straße von Hormus gesunken - Iran - derStandard.at › Internationalderstandard.at
  8. Survivors of Hormuz attack back in Manila | The Manila Timesmanilatimes.net
15. Oktober 2026, 5:19 Uhr632 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Die in Singapur registrierte GFS PRIDE wurde laut der Maritime and Port Authority of Singapore am 13. Oktober beim Durchfahren der Meerenge mutmaßlich von einem unbekannten Projektil getroffen. Das Schiff geriet daraufhin in Brand und sank. Alle 21 Besatzungsmitglieder wurden sicher evakuiert; Verletzte wurden nicht gemeldet.

Ein zweites, ebenfalls in Singapur registriertes Schiff, die GFS GISELLE, wurde laut MPA am Rumpf beschädigt und erreichte anschließend aus eigener Kraft einen sicheren Ankerplatz. Alle 22 Besatzungsmitglieder sind laut MPA in Sicherheit; Verletzte wurden nicht gemeldet. Nach Angaben der MPA befinden sich auf keinem der beiden Schiffe singapurische Staatsangehörige.

Die Cape Dao sinkt Wochen nach dem ersten Treffer

Laut CNN sank zudem nach IMO-Daten vom Mittwoch das unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende Handelsschiff Cape Dao. Es war bereits am 23. September erstmals von einem Geschoss getroffen worden, dabei kam ein indisches Besatzungsmitglied um. Das omanische Maritime Security Centre hatte den Angriff im September bestätigt: Die Cape Dao sei 2,5 Seemeilen vor der omanischen Küste getroffen worden. Laut Agenturbericht gab es einen Brand im Maschinenraum; die Evakuierung von 27 Besatzungsmitgliedern durch die omanische Marine war nötig. Die indischen Behörden verurteilten laut Agenturbericht die anhaltenden Angriffe auf dieser Schifffahrtsroute. CNN bezeichnet GFS PRIDE und Cape Dao nach IMO-Daten als zweites und drittes gesunkenes Schiff im Nahen Osten seit Kriegsbeginn im Februar; das Fachportal gCaptain spricht beim Untergang der GFS PRIDE vorsichtig von einem zweiten großen Hochseeschiff nach der Safeen Prestige.

Mine oder Drohne: Angaben und Einschätzungen zur Ursache

Das iranische Staatsmedium Press TV berichtete laut CNN, die GFS PRIDE habe auf einer nicht genehmigten Route eine Seemine getroffen; Experten bezweifelten das und hielten einen Drohnenangriff für wahrscheinlicher. Die Sicherheitsfirma Marisks erklärte, es gebe keine unabhängigen Belege dafür, dass eine Mine den Untergang der GFS PRIDE verursacht habe. Die iranischen Angaben passten laut Marisks zu einer laufenden psychologischen Kampagne, die Angst erzeugen und die Handelsschifffahrt in Hormus abschrecken solle. Charlie Brown, ehemaliger US-Marineoffizier und Berater der Organisation United Against Nuclear Iran, bezeichnete den Untergang laut CNN als gefährliche Eskalation nach wochenlangen, fast täglichen Angriffen und hielt einen Drohnenangriff für wahrscheinlicher als die iranische Minendarstellung.

Hormus als Dauerkonfliktzone seit Kriegsbeginn

Die an ihrer engsten Stelle 35 bis 40 Kilometer breite Straße von Hormus ist laut dpa-AFX im Iran-Krieg zum zentralen Konfliktpunkt zwischen Iran und den USA geworden. Iran blockiert nach dpa-AFX-Angaben seit Kriegsbeginn Ende Februar mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr weitestgehend. Auch das US-Militär hat wiederholt zivile iranische Schiffe attackiert. Die US-Marine begleitet seit mehreren Monaten zivile Handelsschiffe auf einer südlichen Route nahe der omanischen Küste, um den Handel mit Öl und Flüssiggas wieder zu ermöglichen. Iran betrachtet diese Route als „illegal“ und fordert die Passage entlang seiner eigenen Küste.

Angriffe nehmen zu, Ölfluss sinkt

Nach Daten der United Kingdom Maritime Trade Operations wurden seit Montag neun Angriffe in oder nahe der Straße von Hormus gemeldet, darunter ein Drohnenangriff auf einen Tanker. Am Montag passierten laut dem Datendienst Kpler 4,147 Millionen Barrel Öl die Meerenge, weniger als ein Viertel des Vorkriegsniveaus. Der Siebentagesdurchschnitt des Ölflusses durch Hormus ist seit Anfang Oktober stark gesunken. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation zählte seit Kriegsbeginn mehr als 100 bestätigte maritime Sicherheitsvorfälle und mindestens 24 getötete Seeleute, wie gCaptain berichtet. Die Bilanz kann sich durch nachträglich verifizierte Fälle noch ändern.

Die MPA bezeichnete die Angriffe auf die beiden singapurischen Schiffe als unprovoziert, nicht zu rechtfertigen und als Verstoß gegen das Völkerrecht. Sie forderte, dass alle Handlungen, die internationale Schifffahrt betreffen, vollständig dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen entsprechen müssten und die Sicherheit von Seeleuten und Schiffen nicht gefährden dürften. Nach CNN-Einordnung hatte Iran in den vergangenen Monaten seinen Einfluss auf die Meerenge verloren, während der Ölfluss anderer Golfstaaten wieder nahezu Normalniveau erreichte. Nun verstärkt Iran laut CNN Angriffe und Drohungen, um die frühere Kontrolle zurückzugewinnen, insbesondere im Vorfeld der US-Wahlen.

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