
WHO zählt 165 Länder mit HPV-Impfung
Quellen (11)
- Global Vaccine Introduction and Implementation Report SEPTEMBER 2026view-hub.org
- Title: WHO UNICEF HPV Estimates Notes WHO/UNICEF HPV vaccine coverage estimates 2025 revision (released 15 July 2026) 1. Introduction The WHO and UNICEF estimatcdn.who.int
- Subject:gavi.org
- Message by the Director of the Department of Immunization, Vaccines and Biologicals at WHO - October 2026who.int
- Annual progress report 2025gavi.org
- Human papillomavirusgavi.org
- Human Papillomavirus Vaccination Coverage Estimates Among the Primary Target Cohort (9–14-Year-Old Girls) in the World (2010–2024) - PMCpmc.ncbi.nlm.nih.gov
- Informing HPV Vaccine Program Decisions through Continuous Graphical Abstract Monitoring on VIEW-hubview-hub.org
- WER101-34who.int
- The Lancet: Substantial increases in cervical cancer inequalities worldwide without enhanced human papillomavirus vaccination and screening efforts: a global modelling studydoi.org
- Cervical cancerwho.int
Der VIEW-hub-Bericht für September 2026 des International Vaccine Access Center der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health unterscheidet dabei zwischen 162 nationalen und 5 subnationalen Einführungen. Dabei gilt bei VIEW-hub auch ein schrittweise ausgeweitetes oder auf besondere Risikogruppen begrenztes Programm bereits als national eingeführt. Eine subnationale Einführung bedeutet, dass der Impfstoff im Impfplan einzelner Regionen eines Landes steht, unabhängig davon, ob das Land für Unterstützung durch die Impfallianz Gavi förderfähig ist.
Im Vergleich: von vier Ländern zu weltweiter Verbreitung
Bis 2010 hatten laut WHO und UNICEF 32 Länder die HPV-Impfung eingeführt, bis 2015 bereits 62, überwiegend Länder mit hohem oder oberem mittlerem Einkommen. 2018 hatten mehr als 80 Länder die Impfung eingeführt, darunter erstmals Länder mit niedrigem und unterem mittlerem Einkommen; von da an begann die WHO mit jährlichen Impfquotenschätzungen.

15 neue Länder allein 2025
Allein im Jahr 2025 kamen laut WHO und UNICEF 15 neue Einführungen hinzu: Angola, Benin, Belarus, China, die Komoren, Kuba, Dschibuti, Ghana, Madagaskar, Namibia, Nepal, Oman, Pakistan, Tadschikistan und Tunesien. In Pakistan blieb die Einführung zunächst auf einzelne Regionen begrenzt, ebenso wie in Moldau und auf den Philippinen. 2026 kamen weitere Länder hinzu: Indien nahm den Impfstoff im Februar laut einem Gavi-Bericht in sein nationales Impfprogramm auf, die Ukraine startete im ersten Quartal. Papua-Neuguinea führte im September ein Programm ein, das ab November 2026 zunächst zwei Provinzen erreichen und schrittweise ausgeweitet werden soll.
Warum eine einzelne Dosis den Unterschied macht
Nach Prüfung der neuesten Evidenz kam das WHO-Beratungsgremium SAGE zu dem Schluss, dass ein Impfschema mit nur einer Dosis für Mädchen von 9 bis 14 Jahren der effizienteste Weg zum weltweiten Impfquotenziel von 90 Prozent sei. Die einzelne Dosis kann bei Menschen bis zum Alter von 30 Jahren eingesetzt werden und erlaubt es Ländern, ihre Impfstoffvorräte und Programmressourcen bestmöglich zu nutzen. Seit die WHO diese Option im Dezember 2022 in ihre Empfehlung aufnahm, haben laut VIEW-hub 97 Länder ein Einzeldosenschema eingeführt oder darauf umgestellt, weltweit nutzen inzwischen 58 Prozent der Länder mit HPV-Einführung dieses Schema.
Gavi übertrifft eigene Ziele
Die Impfallianz Gavi unterstützte bis Ende 2025 in 53 Ländern mit niedrigerem Einkommen den Aufbau nationaler HPV-Programme; laut Gavis Jahresbericht 2025 waren es vor der Pandemie erst 21. Nach Angaben der Organisation wurden damit mehr als 95 Millionen Mädchen erreicht, deutlich mehr als das Ziel von 86 Millionen; allein 2025 seien mehr als 35 Millionen Mädchen vollständig geimpft worden, die höchste Jahreszahl bisher. In den 57 von Gavi unterstützten Ländern mit niedrigerem Einkommen stieg die Impfquote laut Gavis HPV-Programmseite von 4 Prozent 2019 auf 25 Prozent 2024, treibende Kräfte waren demnach die Umstellung auf die Einzeldosis und zweite Einführungsphasen in bevölkerungsreichen Ländern wie Nigeria und Bangladesch.

Einführung ist nicht gleich Impfquote
Laut WHO lag die weltweite HPV-Impfquote 2025 bei 33 Prozent. Das WHO-Ziel für 2030 ist, 90 Prozent der Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren vollständig gegen HPV zu impfen. Eine VIEW-hub-Auswertung vom Oktober 2026 bezifferte: Nur eines von drei Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren hatte 2025 mindestens eine Dosis erhalten. Selbst in früh einführenden Ländern wie den USA, Argentinien und Australien lag die Erstimpfquote bei Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren 2025 bei 70 bis 79 Prozent. Auch regional ist die Lücke groß: Eine Studie zur Impfquote der 9- bis 14-jährigen Mädchen schätzte für 2024 in der WHO-Region Südostasien die höchste Quote mit 63,9 Prozent, in der Region östliches Mittelmeer die niedrigste mit 19,5 Prozent. Dadurch kann eine kleinräumige Impfung mit mehr als 90 Prozent lokaler Abdeckung landesweit auf unter 10 Prozent geschätzter Quote führen. Auch die Länderzahlen selbst passen nicht zusammen: Ein WHO-Sitzungsbericht nennt für Ende 2025 ebenfalls 165 Länder, die WHO/UNICEF-Revision für denselben Stichtag kommt auf 162 Länder; aus den vorliegenden Texten geht nicht hervor, worauf der Unterschied zurückgeht. Zudem fehlten bei der Revision Daten mehrerer Länder: Zehn Staaten reichten ihren Bericht ohne Impfquote für 2025 ein, vier weitere Länder mit HPV im Impfplan, darunter die USA, meldeten gar keinen Bericht.
Was auf dem Spiel steht, zeigt eine Modellstudie
Wie viel vom Rückstand abhängt, zeigt eine Lancet-Modellstudie: Bliebe alles beim Status quo, sänke die Gebärmutterhalskrebsinzidenz in Ländern mit niedrigem und unterem mittlerem Einkommen nur um 23 Prozent, während Länder mit hohem Einkommen die Elimination bereits bis 2048 erreichen würden. Die Studie bezieht sich auf 67 Länder mit niedrigem oder unterem mittlerem und 42 Länder mit hohem Einkommen. Erreichten Länder mit niedrigerem Einkommen dagegen eine Impfquote von 90 Prozent bei Mädchen, sänke die Ungleichheit deutlich. Außerhalb Afrikas südlich der Sahara wäre die Elimination laut dem Modell dann möglich.
2026: Anteil der erfassten Krankheitslast soll auf etwa 90 Prozent steigen
Bis Ende 2025 war die HPV-Impfung laut WHO in Ländern eingeführt, auf die rund 70 Prozent der weltweiten Krankheitslast durch Gebärmutterhalskrebs entfielen. Die für 2026 geplanten weiteren Einführungen sollen diesen Anteil auf etwa 90 Prozent erhöhen. Geimpfte Mädchen bleiben trotzdem auf Früherkennung angewiesen: Da Krebsvorstufen selten Symptome verursachen, empfiehlt die WHO laut ihrem Factsheet zu Gebärmutterhalskrebs regelmäßige Untersuchungen auch nach einer Impfung.
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