Wadephul trifft Lawrow: zwanzig Minuten, kein Ergebnis
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Wadephul trifft Lawrow: zwanzig Minuten, kein Ergebnis

Am 26. September trafen sich Außenminister Wadephul und sein russischer Kollege Lawrow in New York zum ersten bilateralen Gespräch seit Kriegsbeginn 2022. Wadephul sprach den vereitelten Drohnenanschlag von Leipzig an und bot Deeskalation an. Lawrow sagte, er habe nichts Neues gehört.

Quellen (15)
  1. ZDF heute: Wadephul trifft Lawrow in New York zu Gesprächenzdfheute.de
  2. news.de (dpa): Lawrow lästert nach Wadephul-Treffennews.de
  3. Berliner Zeitung: Lawrow kritisiert Wadephul nach erstem Treffen seit Kriegsbeginnberliner-zeitung.de
  4. Euronews: Kein einfacher Antrittsbesuch in Moskau (18.01.2022)de.euronews.com
  5. Tagesspiegel (dpa): Wadephul fordert von Lawrow, gefährlichen Weg der Eskalation zu verlassentagesspiegel.de
  6. t-online: Wadephul traf Lawrow in New York zu Gesprächent-online.de
  7. t-online: Lawrow spottet über Wadephult-online.de
  8. Euronews: Drone attack on Leipzig, clues point to Russian intelligence serviceeuronews.com
  9. WirtschaftsWoche: Wadephul wirft Moskau gefährliche Eskalation in Europa vorwiwo.de
  10. ZDF heute: Wadephul im Interview nach dem Treffen mit Lawrowzdfheute.de
  11. BMVG: Übergabezeremonie erster F-35-Kampfjetbmvg.de
  12. Bundeswehr Lexikon: Erste F-35A für die Bundeswehrbundeswehr-lexikon.de
  13. Euronews: Berlin and Kyiv seal sweeping pact on drones, data and missileseuronews.com
  14. BMVG: Vier Jahre Ukraine-Unterstützungbmvg.de
  15. NBC News: Pentagon weighs pulling nearly a third of U.S. forces from Europenbcnews.com
27. September 2026, 11:37 Uhr703 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Gut zwanzig Minuten in einem Besprechungsraum der russischen Delegation im UN-Gebäude, am Rande der Generaldebatte in New York: Außenminister Johann Wadephul und sein russischer Kollege Sergej Lawrow sind am 26. September zum ersten Gespräch auf dieser Ebene seit Kriegsbeginn zusammengekommen. Eine Annäherung brachte es nicht. Wadephul forderte Moskau auf, den „gefährlichen Weg der Eskalation“ gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen und sprach den vereitelten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle an. Lawrow sagte danach, er habe nichts Neues gehört.

Fast fünf Jahre kein Gespräch auf dieser Ebene

Das letzte bilaterale Treffen der beiden Außenminister fand im Januar 2022 in Moskau statt. Annalena Baerbock war damals zu ihrem Antrittsbesuch bei Lawrow gereist, rund fünf Wochen vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Seither hatte es keinen direkten Austausch der Außenminister beider Länder gegeben.

Wer das Gespräch angestoßen hat, stellen beide Seiten unterschiedlich dar. Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erklärte, die Initiative sei von der deutschen Seite ausgegangen; Lawrow sprach von einer Anfrage „in letzter Minute“ am Vortag. Aus deutschen Delegationskreisen hieß es dagegen, Lawrow habe der deutschen Seite über dritte Staaten Gesprächsbereitschaft signalisiert. Wadephul begründete das Treffen damit, dass er den Amerikanern nicht den kompletten Austausch mit Russland überlassen wolle.

Leipzig, Getreide und ein Angebot ohne Echo

Nach Angaben aus der deutschen Delegation sprach Wadephul Russlands hybride Angriffe an, allen voran den Anschlagsversuch von Leipzig. Am 4. August hatte sich am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff bestückte Drohne einem ukrainischen Transportflugzeug genähert; sie wurde entdeckt und unschädlich gemacht. Die Bundesregierung macht Russland dafür verantwortlich. Nach Recherchen des ARD-Hauptstadtstudios ist mindestens einer der beiden Verdächtigen offenbar mit einem russischen Geheimdienst verbunden. Moskau weist die Vorwürfe zurück. Solche Angriffe, so die Botschaft aus der Delegation, würden die deutsche Unterstützung für die Ukraine nicht erschüttern.

Außerdem ging es um die Getreideexporte über das Schwarze Meer. Schon vor dem Treffen hatte Wadephul im UN-Sicherheitsrat gesagt, wegen der Angriffe auf ukrainische Häfen könne die gute Ernte nicht in die Welt geliefert werden; Russland verschärfe damit weltweit Hunger und Not. Russlands hybride Angriffe hätten „eine neue Stufe erreicht“.

Lawrow zeigte sich unbeeindruckt. Wenn man Berlins tägliche öffentliche Äußerungen betrachte, habe er nichts anderes gehört, sagte er nach dem Gespräch. Wadephul hätte ihn auch einfach anrufen und ihm sagen können, er solle seine Erklärung lesen. Wadephul selbst sprach im ZDF von einem „intensiven Gespräch“. Er habe Lawrow angeboten, zu deeskalieren, insbesondere mit Blick auf die Ukraine: „Aber das hat noch keine offenen Ohren gefunden.“

Acht Tage zuvor: der erste F-35A für die Luftwaffe

Am 18. September hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius in Fort Worth, Texas, beim Hersteller Lockheed Martin den ersten F-35A-Kampfjet für die Bundeswehr offiziell übernommen. Insgesamt erhält die Luftwaffe 35 Maschinen, entschieden wurde das 2022. Pistorius nannte den Jet „Sensor und Schaltzentrale im Luftkrieg von morgen“.

Die ersten acht Maschinen bleiben zur Pilotenausbildung in den USA, auf der Ebbing Air National Guard Base in Arkansas. Stationiert werden soll die Flotte auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel, wo 2027 die Infrastruktur für den Flugbetrieb stehen soll; die volle Einsatzbereitschaft ist für 2029 geplant. Ab 2030 soll der F-35A den Tornado als Kernwaffenträger ablösen und damit Deutschlands nukleare Teilhabe in der NATO sichern.

Die Unterstützung der Ukraine läuft parallel weiter. Im April 2026 vereinbarten Berlin und Kyjiw ein Rüstungspaket über vier Milliarden Euro, das mehrere hundert Patriot-Raketen, 36 IRIS-T-Werfer und die gemeinsame Produktion von 5.000 KI-gestützten Angriffsdrohnen mittlerer Reichweite umfasst. Für 2026 sind laut Verteidigungsministerium 11,5 Milliarden Euro für die Ukraine eingeplant.

Reden ohne Annäherung

Nach Darstellung beider Seiten gab es in New York keine Annäherung. Eine Rückkehr zu konstruktiveren Beziehungen setze voraus, dass die russische Führung ernsthaft bereit sei, den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden, hieß es aus der deutschen Delegation. Über Kyjiws Kopf hinweg will Berlin dabei nichts vereinbaren. „Ich verhandele nicht über die Ukraine, das machen die Ukrainerinnen und Ukrainer selber“, sagte Wadephul im ZDF.

Zugleich könnte sich der Rahmen der europäischen Sicherheit verschieben. Das Pentagon erwägt nach einem Bericht von NBC News, 25.000 oder mehr US-Soldaten sowie Flugzeuge, Schiffe und Waffen aus Europa abzuziehen. Der Sender beruft sich auf sieben aktuelle und frühere Regierungsvertreter aus den USA und anderen westlichen Staaten. Entschieden ist nach dem Bericht noch nichts.

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