
UNESCO: Weltweit Einschreibungsparität von Vorschule bis Oberstufe
Quellen (10)
- Gender gaps in education narrow globally, yet early marriage remains aunesco.org
- Progress on girls’ access to education: What the new UNESCO dataunesco.org
- UNESCO-Weltbildungsbericht: Bildungsgerechtigkeit bleibt zentrale Herausforderung - BMBFSFJbmbfsfj.bund.de
- UN Women statement for the International Day of the Girl 2026 | UN Women – Headquartersunwomen.org
- Returning to learn, returning to dream | UNESCOunesco.org
- What is the status of girls’ access to education in Africa? | Global Education Monitoring Reportunesco.org
- UNESCO warnt vor wachsender Bildungsungerechtigkeit - Deutsche UNESCO-Kommissionunesco.de
- Only 59 girls for every 100 boys complete their Class 11,12 schooling in rural India—UNESCO reporttheprint.in
- What does the 2026 GEM Report say about access and equity in education? | Global Education Monitoring Reportunesco.org
- Award ceremony of the 2026 UNESCO Prize for Girls’ and Women’sunesco.org
Der GEM Gender Report 2026 der UNESCO wurde nach Angaben der Organisation anlässlich des Internationalen Mädchentags (11. Oktober) veröffentlicht; die Mitteilung dazu stammt vom 8. Oktober 2026.
Fortschritt seit 2015
Bereits 2023 hatte die UNESCO zum selben Gedenktag berichtet, dass seit 2015 weltweit 50 Millionen mehr Mädchen in Schulen eingeschrieben waren. Die Abschlussquoten stiegen in dieser Zählung gegenüber 2015 von 86 auf 89 Prozent in der Grundschule, von 74 auf 79 Prozent in der unteren Sekundarstufe und von 54 auf 61 Prozent in der oberen Sekundarstufe. Dennoch besuchten nach demselben Bericht weltweit weiterhin 122 Millionen Mädchen keine Schule. Die zentralen Zahlen zu Einschreibung und Abschluss stammen aus Veröffentlichungen der UNESCO selbst.

Der zuständige Staatssekretär Johann Saathoff erklärte, das besondere Augenmerk der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gelte den am häufigsten von Bildung ausgeschlossenen Kindern: Mädchen und jungen Frauen, Kindern mit Behinderungen sowie Kindern in Konfliktgebieten und Krisengebieten.
Parität verdeckt Unterschiede
In Angola besteht laut UNESCO unter den reichsten Haushalten Geschlechterparität beim Abschluss der oberen Sekundarstufe, unter den am wenigsten privilegierten Haushalten erreichen dagegen nur 30 Mädchen je 100 Jungen diesen Abschluss. In Indien ist in städtischen Gebieten Parität erreicht, in ländlichen Gebieten schließen hingegen nur 59 Mädchen je 100 Jungen die obere Sekundarstufe ab. Weltweit sank der Anteil der vor dem 18. Lebensjahr verheirateten Mädchen von 25 Prozent im Jahr 2000 auf 18 Prozent im Jahr 2025, in Zentralasien und Südasien liegt er weiterhin bei 25 Prozent, in Subsahara-Afrika bei 31 Prozent. In Subsahara-Afrika besuchten laut UNESCO 2024 schätzungsweise 6 Millionen schwangere Mädchen und junge Mütter im Alter von 10 bis 19 Jahren keine Schule, weniger als 5 Prozent der schwangeren Mädchen und Mädchen mit Kindern in der Region kehren in die Schule zurück. Der Bericht warnt, dass finanzielle Einschränkungen, Stigmatisierung und fehlende praktische Unterstützung trotz fortschrittlicher Maßnahmen weiterhin viele Mädchen am Abschluss ihrer Bildung hindern.

Im Vergleich: Wo Länder Fortschritte machten
Der Bericht nennt dafür mehrere Länderbeispiele. Nepal schloss zwischen 1990 und 2024 eine Lücke von 33 Prozentpunkten beim Abschluss der unteren Sekundarstufe zwischen Mädchen und Jungen. In Kambodscha lagen Mädchen beim Grundschulabschluss 1981 noch 22 Punkte hinter Jungen, 2024 lagen sie 11 Punkte vor ihnen. Saudi-Arabien verringerte seine Geschlechterlücke bei den Einschreibungen im Hochschulbereich zwischen 2006 und 2022 um drei Viertel. Der Bau mädchenfreundlicher Schulen in Burkina Faso erhöhte die Einschreibungen insgesamt um 19 Prozentpunkte, mit größeren Zuwächsen für Mädchen.
Was Kinderehen für Mädchen bedeuten
Nach Angaben von UN Women zum Mädchentag 2026 wird weltweit eines von fünf Mädchen vor dem 18. Lebensjahr verheiratet. Mehr als 12 Millionen Mädchen werden jedes Jahr im Kindesalter verheiratet, ungefähr eines alle drei Sekunden. Hinter jeder solchen Zahl stecke ein Mädchen, dessen Bildung, Gesundheit, Sicherheit, Wahlmöglichkeiten und Zukunft gefährdet seien. Investitionen in Mädchenbildung, Rechtsreformen und soziale Absicherung hätten in den vergangenen 25 Jahren dazu beigetragen, schätzungsweise 68 Millionen Kinderehen zu verhindern. Zum Mädchentag rief UN Women Regierungen, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft dazu auf, Schutzgesetze durchzusetzen, Mädchen in der Schule zu halten und besonders gefährdete Mädchen gezielt zu erreichen, darunter von Armut, Konflikten, Vertreibung, Behinderung und Krisen betroffene.
Wer nachzieht: Rückkehrregelungen in 15 weiteren Ländern
In Sambia führte das Bildungsministerium im März 2026 laut UNESCO mit Unterstützung des Programms Our Rights, Our Lives, Our Future überarbeitete Leitlinien zur schulischen Rückkehr von Mädchen nach einer Schwangerschaft ein. Von der bestehenden schulischen Rückkehrregelung profitierte laut UNESCO etwa Diana Phiri aus Sambias Ostprovinz, die mit 17 schwanger geworden war und die Schule verlassen hatte: Sie bestand die Abschlussprüfung der Klasse 12 mit ausgezeichneten Ergebnissen, erhielt ein Stipendium und studiert heute Betriebswirtschaft und Marketing, ihr Abschluss wird für 2029 erwartet. Auch Eswatini führte mit Unterstützung desselben Programms eine Regelung ein, nach der Beratungskräfte schwangere Lernende betreuen, unter 18-Jährige mit passenden Diensten verbinden und Eltern einbeziehen. Die Zentralafrikanische Republik, Tansania, Kamerun, São Tomé und Príncipe, Sierra Leone und Togo haben laut UNESCO Bildungsverbote für verheiratete oder schwangere Mädchen und Frauen beendet. Insgesamt haben nach Angaben der UNESCO inzwischen 15 weitere Länder in Subsahara-Afrika Regelungen zur schulischen Rückkehr junger Mütter eingeführt oder gestärkt.
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