DAX
S&P 500
NASDAQ
Dow Jones
MSCI World
Gold
Silber
Brent
BTC
Apple
Microsoft
NVIDIA
Amazon
Alphabet
Meta
Berkshire
Broadcom
Tesla
TSMC
← Zurück zur Übersicht
Good News
Globaler Ozeanvertrag tritt in Kraft: Schutz für zwei Drittel der Meere

Globaler Ozeanvertrag tritt in Kraft: Schutz für zwei Drittel der Meere

Seit dem 16. Januar 2026 gilt erstmals ein verbindliches Abkommen für die internationale Hohe See. Das UN-Hochseeschutzabkommen schließt eine Lücke, die jahrzehntelang klaffte: Schutzregeln für zwei Drittel der Weltmeere.

15. April 2026, 6:19 Uhr 511 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Zwei Drittel der Weltmeere galten lange als Niemandsland. Kein Staat war zuständig, kein Abkommen verbindlich. Seit dem 16. Januar 2026 ist das anders: Das UN-Hochseeschutzabkommen ist in Kraft getreten und schafft erstmals einen rechtsverbindlichen Rahmen für die internationale Hohe See. Über 20 Jahre wurde dafür verhandelt.

Was das Abkommen regelt

Das Abkommen, offiziell bekannt als BBNJ-Agreement (Biodiversity Beyond National Jurisdiction), ermöglicht drei Dinge, die bislang fehlten. Erstens können erstmals Meeresschutzgebiete auf Hoher See ausgewiesen werden, also außerhalb der Zwölf-Meilen-Zone staatlicher Hoheitsgewässer. Zweitens müssen Eingriffe in internationale Gewässer, etwa Tiefseebergbau oder wissenschaftliche Großprojekte, künftig Umweltverträglichkeitsprüfungen durchlaufen. Drittens regelt das Abkommen die Nutzung genetischer Ressourcen aus internationalen Gewässern und die gerechte Verteilung daraus entstehender Gewinne.

Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens hatten 81 Staaten das Abkommen ratifiziert und 145 unterzeichnet. Die notwendige Ratifizierungsschwelle von 60 Staaten war im September 2025 erreicht worden.

Warum das so lange dauerte

Die Verhandlungen begannen im Jahr 2004 im Rahmen der UN-Generalversammlung. Der Knackpunkt war jahrelang die Frage, wie Gewinne aus der Nutzung genetischer Ressourcen der Tiefsee aufzuteilen sind. Pharma- und Biotechunternehmen sichern sich seit Jahren Patente auf Substanzen aus Tiefseelebewesen. Entwicklungsländer forderten eine Beteiligung an diesen Gewinnen, reiche Industriestaaten lehnten verbindliche Abgaben lange ab. Der Kompromiss, der im Juni 2023 in New York erzielt wurde, sieht einen Fonds vor, in den ein Anteil der Einnahmen fließt und der ärmeren Ländern zugutekommen soll.

Was Kritiker sagen

Umweltorganisationen wie Greenpeace und der WWF begrüßen das Abkommen, warnen aber vor zu früher Zufriedenheit. Das Abkommen schafft Instrumente, nutzt diese aber noch nicht. Ob tatsächlich großflächige Schutzgebiete auf Hoher See eingerichtet werden, hängt von den künftigen Beschlüssen der Vertragsstaatenkonferenz ab. Die erste Konferenz ist für 2026 geplant. Umweltrechtlerin Harriet Harden-Davies von der Universität Edinburgh betonte: Das Abkommen sei ein Werkzeugkasten. Jetzt komme es darauf an, die Werkzeuge auch zu benutzen.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Vereinigten Staaten haben das Abkommen bislang nicht ratifiziert. Da die USA zu den größten Nutzern internationaler Gewässer zählen, mahnen Experten, dass die Wirkung des Abkommens begrenzt bleibt, solange Washington fernbleibt.

Das nächste Datum

Die erste Vertragsstaatenkonferenz soll noch im Jahr 2026 stattfinden. Dort wird darüber entschieden, welche konkreten Meeresschutzgebiete auf Hoher See als erste ausgewiesen werden. Umweltorganisationen drängen auf Schutz für besonders artenreiche Tiefseelebensräume wie den Mittelatlantischen Rücken und die Hochseekuppen des Pazifiks.

Weitere Artikel

Politik Aktualisiert

GKV-Reform: Warken plant 20 Milliarden Einsparungen

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die GKV mit 66 Maßnahmen um 20 Milliarden Euro entlasten. Patienten zahlen künftig fast doppelt so hohe Zuzahlungen, Gutverdiener monatlich rund 300 Euro mehr und die beitragsfreie Familienversicherung läuft für 1,6 Millionen Ehepaare 2028 aus. Die CSU nennt die Pläne bereits nicht tragfähig.

10 Quellen 5 Min. Lesezeit
Politik

Tankrabatt erst ab Mai: Bundesrat am 24. April

Der 17-Cent-Tankrabatt tritt nicht sofort in Kraft. Bundestag berät heute den Gesetzentwurf, der Bundesrat stimmt am 24. April in einer Sondersitzung ab. Erst ab 1. Mai gelten günstigere Kraftstoffpreise. Ob die Konzerne mitspielen, ist offen.

8 Quellen 4 Min. Lesezeit
Gesellschaft

Runkel: Drei Tote durch Kohlenmonoxid in Gerberei

In einer Gerberei in Runkel (Hessen) sind am Donnerstag drei Menschen durch eine mutmaßliche Kohlenmonoxidvergiftung gestorben, zwei weitere schweben in Lebensgefahr. Der Unfall folgt einem in der Arbeitssicherheit bekannten Muster: Fünf Beschäftigte stiegen nacheinander in dieselbe Grube, ohne Schutzausrüstung zu tragen.

6 Quellen 4 Min. Lesezeit
International

Vance reist nach Pakistan: Höchstrangiges US-Iran-Treffen seit 1979 geplant

Nach dem Scheitern der Verhandlungen in Islamabad am 12. April warnt Pakistan beide Seiten vor der Waffenruhe-Verletzungen. Iran wirft Washington überzogene Forderungen vor.

5 Quellen 2 Min. Lesezeit
Wirtschaft

Lufthansa-Kabinenpersonal streikt am Freitag: UFO legt Flugbetrieb lahm

Die Gewerkschaft UFO ruft das Kabinenpersonal von Lufthansa und Cityline am Freitag zu einem ganztägigen Streik auf. Betroffen sind Abflüge von neun deutschen Flughäfen, darunter Berlin-Brandenburg.

7 Quellen 4 Min. Lesezeit
Unterstütze uns!