Weltrekord: 510 Gigawatt neuer Solar in einem Jahr
510 Gigawatt neue Solarkapazität in zwölf Monaten: Das ist der globale Rekord für 2025, den die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien IRENA in ihrer Renewable Capacity Statistics 2026 dokumentiert hat. Zum Vergleich: Es dauerte bis 2018, bis die weltweit kumulierte Solarkapazität diesen Wert erstmals erreichte. Was damals das Ergebnis von vier Jahrzehnten Solarentwicklung war, leistete die Welt im vergangenen Jahr in einem einzigen Kalenderjahr.
Die Zahlen hinter dem Rekord
Insgesamt wurden 2025 weltweit 692 Gigawatt erneuerbare Energie neu installiert, ein Zuwachs von 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Solar dominiert diesen Ausbau mit einem Anteil von rund 75 Prozent: 510 der 692 Gigawatt entfallen auf Photovoltaik. Windenergie steuerte weitere 159 Gigawatt bei. Zusammen kommen Solar und Wind auf 96,8 Prozent aller weltweit neu installierten erneuerbaren Kapazitäten.
Die kumulative globale Solarkapazität liegt damit nun bei rund 2.400 Gigawatt. Die gesamte installierte Kapazität aller erneuerbaren Energien beträgt 5.149 Gigawatt, was 49 Prozent der weltweit installierten Kraftwerksleistung entspricht.
Wo der Ausbau stattfindet
Asien dominiert den globalen Zubau: 74,2 Prozent aller neu installierten erneuerbaren Kapazitäten entfallen auf den asiatischen Kontinent, getrieben vor allem durch China, Indien und die Golfstaaten. Aber auch Regionen, die bislang weniger im Fokus standen, holen auf. Afrika meldete 2025 seinen höchsten je registrierten Kapazitätszuwachs mit plus 15,9 Prozent, getrieben von Äthiopien, Südafrika und Ägypten. Der Nahe Osten verzeichnete ein Wachstum von 28,9 Prozent, angeführt von Saudi-Arabien.
IRENA-Generaldirektor Francesco La Camera erklärte, die Zahlen belegten die Resilienz der Energiewende auch angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten: Erneuerbare Energien seien heute die günstigste Option für neue Stromerzeugungskapazitäten weltweit.
Warum Solar alle anderen überholt
Solarmodule kosten heute mehr als 90 Prozent weniger als 2010, wie die Internationale Energieagentur IEA in mehreren Berichten dokumentiert hat. Neue Solarkapazität ist in den meisten Ländern der Welt billiger zu bauen als jede fossile Alternative. Hinzu kommt die Skalierbarkeit: Solaranlagen lassen sich in wenigen Monaten planen und installieren, von kleinen Dachanlagen bis zu Freiflächenprojekten mit hunderten Megawatt. Windparks, insbesondere Offshore, erfordern deutlich längere Planungszeiten und Bauzeiten.
Was 49 Prozent Kapazität bedeuten
Ein wichtiger Unterschied: Installierte Kapazität und tatsächliche Stromerzeugung sind nicht dasselbe. Ein Gigawatt Solarkapazität produziert je nach Region etwa 1.000 bis 2.000 Gigawattstunden Strom pro Jahr, entsprechend einem Kapazitätsfaktor von 10 bis 23 Prozent. Die 49 Prozent installierter Kapazität aus Erneuerbaren bedeuten also nicht, dass knapp die Hälfte des Stroms erneuerbar ist. Die Internationale Energieagentur schätzt den tatsächlichen Anteil erneuerbarer Energien an der globalen Stromerzeugung für 2025 auf etwa 35 Prozent.
Was 2026 zu erwarten ist
IRENA und andere Energieforschungsorganisationen erwarten, dass der globale Solarausbau auf hohem Niveau bleibt. Prognosen rechnen mit weiteren 400 Gigawatt oder mehr an neuer Solarkapazität allein durch Photovoltaik. Ob das Wachstumstempo von 15,5 Prozent gehalten werden kann, hängt von Lieferkettenstabilität, Netzausbau und politischen Rahmenbedingungen in den Wachstumsmärkten ab. Die EU-Kommission entscheidet noch 2026 über angepasste Ausbaupfade für erneuerbare Energien im Rahmen des European Green Deal.