SERFOR: Indigene Familien in Parinari verdienen mehr mit Wäldern
Good News

SERFOR: Indigene Familien in Parinari verdienen mehr mit Wäldern

In Teilen des peruanischen Amazonasgebiets bewirtschaften indigene Familien ihre Wälder und verkaufen Produkte wie die Aguajefrucht. Das erhöht laut der Forstbehörde SERFOR ihre Einkommen. Landesweit verfügte Peru laut FSC im November 2025 über mehr als 1,02 Millionen Hektar zertifizierte Waldfläche.

Quellen (5)
  1. SERFOR impulsa economías locales y mejora la calidad de vida de familias a través de los bosques - Noticias - Servicio Nacional Forestal y de Fauna Silvestre - Plataforma del Estado Peruanogob.pe
  2. Más de 1 millón de hectáreas de bosque evitaron ser deforestadas gracias a certificación-hnews | Sociedad | La Repúblicalarepublica.pe
  3. D&C JUNIO 2026pe.fsc.org
  4. Agenda forestal indígena avanza con oportunidades para que las comunidades de Loreto y Amazonas accedan a mecanismos de compensación – AIDESEPaidesep.org.pe
  5. La Amazonia peruana empieza a experimentar cómo hacer negocios mientras mantiene sus bosques en pie | América Futura | EL PAÍS Américaelpais.com
8. November 2026, 19:06 Uhr579 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Nach Angaben der Forstbehörde SERFOR zählen zu den im vergangenen Jahr von ihr erreichten Gemeindemitgliedern 1.669 Personen aus den indigenen Organisationen ANECAP, AIDESEP, CONAP und CNA in den Regionen Amazonas, Loreto, San Martín und Ucayali. SERFOR veröffentlichte diese Angaben am 20. März 2026; die Angabe zum vergangenen Jahr bezieht sich auf diesen Zeitpunkt. Im Distrikt Parinari in Loreto setzen 511 indigene Bewohner aus Gemeinschaften wie San José de Parinari, Santa Rosa de Lagarto, San Roque 7 de Junio und Tangarana ihre Bewirtschaftungserklärungen um, wie SERFOR mitteilt. SERFOR hob diese Zahlen anlässlich des Internationalen Tags der Wälder 2026 hervor und bezeichnete Wälder als wichtige Quelle für Einkommen und Wohlfahrt für Tausende Familien, besonders in ländlichen und amazonischen Gemeinschaften.

Zertifizierte Wälder öffnen Märkte

SERFOR führt die Entwicklung in Parinari auf die Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium MINAM, der regionalen Forstbehörde und der japanischen Agentur für internationale Zusammenarbeit JICA zurück. Laut dem Bericht der Zeitung La República gab es in Peru im November 2025 zudem 12 gültige Zertifikate für Waldbewirtschaftung und 79 aktive Lieferkettenzertifikate. Familien, die im Amazonasgebiet Paranüsse ernten, erhielten laut demselben Bericht die erste Gruppenzertifizierung für ihre Konzessionen, während sich Yine-Gemeinschaften und Shipibo-Konibo-Gemeinschaften an weiteren Zertifizierungsprozessen beteiligen und dabei überliefertes Wissen einbringen. FSC Perú erklärt in seinem Bericht „Datos y Cifras“ mit Stand vom 30. Juni 2026, die Zertifizierung biete den Gemeinschaften größere Möglichkeiten, Produkte aus ihren Wäldern zu vermarkten.

peru

Die Geschäftsführerin von FSC Perú, Alba Solís Vilchez, erklärte laut La República, mit der Zertifizierung lasse sich gegenüber Abnehmern garantieren, dass ein Produkt aus verantwortungsvollen und nachhaltigen Quellen gemäß den FSC-Normen stamme. Bei bestimmten Produkten werde die Zertifizierung voraussichtlich entscheidend für den Zugang zum europäischen Markt, sagte Solís und verwies auf die EU-Verordnung EUDR gegen Importe aus Entwaldung oder Walddegradierung.

regenwald

H2 Quellenlage und Hürden für indigene Gemeinschaften

Die Angaben zur Einkommenssteigerung aus Parinari sind Eigenangaben von SERFOR. Auch die Behauptung, mehr als eine Million Hektar Wald seien durch Zertifizierung vor Entwaldung bewahrt worden, stützt sich auf den Bericht von La República. Der Verband AIDESEP kritisiert zudem, dass Verfahren zur Titulierung von Territorien, zu Nutzungsgenehmigungen und zu öffentlichen Investitionen die Schwierigkeiten indigener Gemeinschaften nicht vollständig berücksichtigten. Als Hürden nennt AIDESEP fehlenden Zugang zu Strom, Trinkwasser und Sanitärversorgung, geringe digitale Kenntnisse, schlechten Zugang zu Internet und Kommunikationsnetzen sowie Unkenntnis von Gesetzen und kollektiven Rechten, was mit mangelndem Zugang zu kulturell passenden Informationen zu Geldbußen führen könne. Ana María Pinedo, technische Leiterin des Projekts BLF Andes Amazónicos beim WWF Perú, erklärte laut AIDESEP, Geldbußen könnten den Gemeinschaften zwar nicht ihr Territorium kosten, weil dieses nicht pfändbar sei, versperrten ihnen aber den Zugang zu staatlichen Programmen für technische Beratung oder Finanzierung. Eine Stellungnahme der für diese Verfahren zuständigen Behörden liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Illegale Wirtschaft bedroht die Wälder

Laut La República sind die Wälder des peruanischen Amazonasgebiets durch illegale Wirtschaftstätigkeiten fortwährend von Entwaldung bedroht. Laut EL PAÍS hat illegaler Bergbau nach Angaben der Plattform Monitoring of the Andes Amazon Program in den vergangenen Jahren mehr als 130.000 Hektar Wald in der Region Madre de Dios zerstört. Als Reaktion auf die Schwierigkeiten indigener Gemeinschaften entwickelte die Aufsichtsbehörde OSINFOR laut AIDESEP seit 2016 einen Mechanismus, mit dem indigene Gemeinschaften Geldbußen aus Verstößen gegen das Forstrecht durch Maßnahmen zugunsten der Waldnachhaltigkeit begleichen können. Nach Angaben von AIDESEP unterstützen der Verband und WWF mit OSINFOR, der Umweltbehörde von Amazonas und der Forstverwaltung von Loreto die Organisationen CORPI SL, ORPIAN-P und die Awajún-Territorialregierung GTAA dabei, dass Gemeinschaften ihre Bußgelder begleichen und Zugang zu Unterstützung erhalten.

Kommentare