
Schufa bestätigt zusätzlichen Hypothekenscore
Quellen (20)
- Bericht: Schufa nutzt weitere Scores neben neuem Hauptscorefinanznachrichten.de
- Pressemitteilung der SCHUFA Holding AG SCHUFA setzt bei neuem Score auf völlige Transparenz Weltweit erster Score, den Verbraucherinnen und Verbraucher anhand vschufa.de
- Neuer Schufa-Score | datenschutz.hessen.dedatenschutz.hessen.de
- Berechnung zu Kreditwürdigkeit: Schufa verteidigt neuen Score gegen Kritik an Intransparenz - Wirtschaft - Rhein-Zeitungrhein-zeitung.de
- 26-06-03_Bericht_vzbv_Schufa-Scoring_finalvzbv.de
- Neuer SCHUFA-Score: Viele Fragen bleiben offenvzbv.de
- Schufa muss Auskunft über Scorewert erteilen | Hessen Verwaltungsgerichtsbarkeitverwaltungsgerichtsbarkeit.hessen.de
- Drucksache 21/5561dserver.bundestag.de
- Drucksache 21/6021dserver.bundestag.de
- Richtlinie über Verbraucherkreditverträge umgesetzt | Bundesregierungbundesregierung.de
- Der Bundesgerichtshof - Presse : Pressemitteilungen aus dem Jahr 2025 - Von Vertragspartnern einer Wirtschaftsauskunftei eingemeldete Daten über Zahlungsstörungen müssen nicht sofort nach dem Forderunbundesgerichtshof.de
- BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES 18. Dezember 2025bundesgerichtshof.de
- Der Bundesgerichtshof - Presse : Pressemitteilungen aus dem Jahr 2025 - Bundesgerichtshof entscheidet über Zulässigkeit der Übermittlung sogenannter Positivdaten an SCHUFAbundesgerichtshof.de
- Oberlandesgericht Köln, 15 U 249/24nrwe.justiz.nrw.de
- Drucksache 21/5731dserver.bundestag.de
- SCHUFA increases turnover again in 2024schufa.de
- Zwischenbilanz der OpenSCHUFA-Datenspende - AlgorithmWatchalgorithmwatch.org
- OpenSCHUFA: Mehr als 15.000 Auskunftsanfragen in einem Monat - netzpolitik.orgnetzpolitik.org
- EuGH zieht Grenzen für das Schufa-Scoringlto.de
- Berechnung zu Kreditwürdigkeit: Schufa verteidigt neuen Score gegen Kritik an Intransparenzhandelsblatt.com
Der neue Hauptscore, der laut Schufa der zentrale Score sein solle, geht laut Süddeutscher Zeitung und NDR etwa 300.000 Mal pro Woche heraus.
Im April 2025 kündigte die Schufa einen neuen Bonitätsscore an und bezeichnete sich als weltweit erste Auskunftei mit völliger Transparenz, deren Score Verbraucher anhand ihrer eigenen Daten ohne statistische Fachkenntnisse selbst nachrechnen könnten. Aus mehr als 250 möglichen Kriterien wählte das Unternehmen nach eigenen Angaben zwölf aus, während die sechs bisherigen Branchenscores zusammen rund 100 Kriterien verwendet hatten; jedes Kriterium erhält Punkte, deren Höhe die Gewichtung im Score widerspiegelt. „Die Vorgabe lautete: Die bestmögliche Prognosegüte unter der Nebenbedingung der Nachvollziehbarkeit für Verbraucherinnen und Verbraucher zu erzielen“, erklärte Schufa-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz zur Entwicklung. Das Projekt mit dem Namen Next Generation Scoring hatte die Schufa bereits im Herbst 2022 beschlossen und sich dabei auch an einem Gutachten des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen der Bundesregierung aus dem Jahr 2018 orientiert. Parallel kündigte sie den sogenannten Schufa-Account an, der kostenfreien digitalen Einblick in die gespeicherten bonitätsrelevanten Daten verschaffen und über ein Erklärtool zeigen sollte, wie einzelne Kriterien anhand der eigenen Daten auf den Score wirken.
Ursprünglich hatte die Schufa den Start voraussichtlich für das vierte Quartal 2025 angekündigt, sobald ausreichend Unternehmenskunden den Score einsetzten und die digitalen Anwendungen für Verbraucher bereitstünden; dann sollte er den seit 2006 genutzten Basisscore ersetzen. Im Juli 2026 erklärte der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit den neuen Score grundsätzlich für rechtmäßig, weil Betroffene anhand der öffentlich bekannten zwölf Kriterien und ihrer Gewichtung verständlich nachvollziehen könnten, wie sich ihr Score errechnet.
Weitere Scores neben dem zentralen Score
Die Schufa selbst erklärte auf Anfrage von NDR und Süddeutscher Zeitung, sie habe nie kommuniziert, dass es künftig nur einen Score gebe; ihr Ziel sei stets gewesen, dass von rund 50 Bonitätsscores nur wenige übrigbleiben. Der neue Score solle dabei der zentrale Score sein und nach Erwartung des Unternehmens bis Ende 2028 für gut 80 Prozent aller Schufa-Bonitätsscores stehen; daneben werde es voraussichtlich einen Hypothekenscore sowie Chancenscores, Inkassoscores und B2B-Scores geben, teilte eine Sprecherin mit. Nach Darstellung der Schufa können Verbraucher die der Aggregation zugrunde liegenden Daten jederzeit in ihrer Schufa-Datenkopie oder der App einsehen. Wie Banken oder Unternehmen diese Zusatzinformationen verwenden, könne die Schufa nach eigenen Angaben nicht sagen. Banken und andere Unternehmen entscheiden laut Schufa nach eigenen Richtlinien und Kriterien, ob und zu welchen Konditionen sie einen Kreditvertrag anbieten.
Verbraucher berichteten von März bis Mai 2026 von unerklärten Abwertungen
Der Verbraucherzentrale Bundesverband wertete für einen Bericht Einzelfallschilderungen aus der Beratungspraxis der Verbraucherzentralen von März bis Mai 2026 aus. Es handelt sich dabei laut dem Verband um ausführliche Beschreibungen besonders auffälliger Fälle, aus denen Rückschlüsse auf die Häufigkeit solcher Fälle in der Beratung oder in der Gesamtbevölkerung nicht möglich sind. Mehrere Verbraucherinnen und Verbraucher berichteten laut dem Verband, ihr Score habe sich im Zuge der Systemumstellung verschlechtert, obwohl sich weder ihre finanziellen Verhältnisse noch ihr Zahlungsverhalten verändert hätten; individuelle Nachfragen hätten teils keine inhaltliche Antwort oder lediglich allgemeine, nicht fallbezogene Rückmeldungen erbracht. „Verbraucherinnen und Verbraucher müssen nachvollziehen können, warum sich die Bewertung ihrer Bonität verändert und welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind“, sagte Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Wer wichtige Entscheidungen aus Unsicherheit oder Sorge um die eigene Bewertung aufschiebt, wird in seiner persönlichen Freiheit eingeschränkt“, fügte sie hinzu. Nach Bekanntwerden der Recherchen zum Hypothekenscore fragte sich laut dts auch Claudio Zeitz-Brandmeyer vom Verband, wo der Transparenzgewinn der Schufa-Offensive liege, wenn es neben dem neuen Score weitere, den Verbrauchern unbekannte Scores gebe; man hätte erwartet, dass die Schufa öffentlich darüber spreche und transparent informiere.
Rechtliche Vorgaben zur Erklärpflicht
Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 7. Dezember 2023 unterwarf die Erstellung von Scorewerten durch Auskunfteien dagegen weitgehend den Regeln der DSGVO zu automatisierten Entscheidungen, wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage erläuterte. Die Einordnung als automatisierte Entscheidung hängt laut Verbraucherzentrale Bundesverband davon ab, ob der Score bei der Kreditgewährung eine maßgebliche Rolle spielt. Ein weiteres EuGH-Urteil vom Februar 2025 verlangte laut Verwaltungsgericht Wiesbaden bei automatisierten Entscheidungen, bei denen der Score maßgeblich über ein Vertragsverhältnis entscheidet, zusätzlich, dass die zur Scoreberechnung eingesetzten Verfahren und Grundsätze in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form erklärt werden müssen. Die hessische Datenschutzaufsicht müsse deshalb gegenüber der Schufa einschreiten, entschied die Kammer; welches Mittel sie dafür wähle, liege in ihrem Ermessen. Sollten durch die Umstellung auf den neuen Score fehlerhafte Daten gespeichert worden sein, müssten Betroffene Berichtigungsanträge oder Löschungsanträge direkt an die Schufa richten, erklärte die hessische Aufsicht. Am 17. April 2026 beschloss der Bundestag laut Bundesregierung eine Neufassung der Scoring-Regelung im Bundesdatenschutzgesetz mit Vorgaben zu zulässigen Datenkategorien sowie zu Transparenzpflichten und Informationspflichten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert in seinem Bericht, gesetzlich zu klären, ob alle externen Bonitätsscores zuverlässig von solchen neuen Vorgaben erfasst werden.
Ab November 2026 treten die im Zuge der EU-Verbraucherkreditrichtlinie beschlossenen Regelungen zu Verbraucherkreditverträgen in Kraft. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten dann das Recht auf eine menschliche Überprüfung, wenn die Prüfung ihrer Kreditwürdigkeit auf einer automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beruht.
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