
Sardiniens Gänsegeier: laut Euronews 516 bis 566 Tiere
Quellen (8)
- LIFE Safe for Vultures, numeri da record per il censimento della popolazione e il monitoraggio riproduttivo | Mediterranewsmediterranews.org
- Return of Sardinia’s griffon vultures hailed as one of Italy’s greatest conservation success stories | Euronewseuronews.com
- Dresdner Gänsegeier-Nachzuchten auf Sardinien ausgewildert - Zoo Dresdenzoo-dresden.de
- LIFE 3.0 - LIFE14 NAT/IT/000484webgate.ec.europa.eu
- Rassegna Stampa: da Repubblica "I Pastori Sardi salvano i Grifoni". Bene, ma perché attaccare i cacciatori? - Arci Caccia Nazionalearcicaccianazionale.it
- Il re grifone torna sui monti della Sardegna, storia di un ripopolamento annunciato - La Nuova Sardegnalanuovasardegna.it
- LIFE 3.0 - LIFE19 NAT/IT/000732webgate.ec.europa.eu
- Vulture Revival - The Portugal Newstheportugalnews.com
Auf Sardinien lebten nach der Zählung vom November 2025 laut Mediterranews zwischen 516 und 566 Gänsegeier. Das waren laut Euronews 21 Prozent mehr als 2024. Projektpartner von LIFE Safe for Vultures organisierten laut Mediterranews die Zählung am 15. November 2025. Dabei beteiligten sich laut Mediterranews 161 Personen an 35 Beobachtungspunkten auf der Insel. 2014 lebte die Kolonie laut Euronews ausschließlich zwischen Bosa und Alghero an der Westküste.
Gift, Bleischrot und gezielte Tötungen
Bis in die späten 40er Jahre war Sardinien laut Zoo Dresden Heimat vieler Gänsegeier. Schätzungen gehen für diese Zeit von 800 bis 1.200 Tieren aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg brach der Bestand unter anderem wegen Giftködern ein, die erst 1977 verboten wurden. 2013 zählte man im Norden der Insel nur noch rund 130 Tiere. Beim Fressen von Kadavern wie von Jägern erlegten Wildschweinen nahmen die Vögel laut Euronews versehentlich Pestizide, Chemikalien und Bleischrot auf; sie wurden auch gezielt getötet, obwohl sie weder Menschen noch Nutztiere bedrohten.

Von 2015 bis 2020 lief das von der Europäischen Kommission mitfinanzierte Projekt Life Under Griffon Wings, das sich auf das Gebiet um Bosa konzentrierte. Das Team ließ 63 Geier aus. Dazu kamen 37 betriebliche und 2 zentrale Futterstellen. Von Januar 2017 bis August 2020 lieferten sie zusätzliches Futter an die Vögel. Insgesamt waren es 102.995 Kilogramm Tierkadaver.
Eine Hundestaffel gegen Gift führte 177 Kontrollen durch. Sie führten zu acht Straftatmeldungen und zwei förmlichen Beschuldigungen; ein Gerichtsverfahren war zu diesem Stand anhängig. Das förderfähige Budget betrug 1.733.385 Euro, davon kamen 1.039.985 Euro von der EU.
Bis 2020 war die geschätzte Zahl der territorialen Paare laut LIFE-Projektdatenbank auf 60 gestiegen. Nach den Schätzungen der LIFE-Projektdatenbank brüteten 51 Paare tatsächlich und 37 Jungvögel wurden flügge. Die Zählung der Gesamtpopulation ergab für dasselbe Jahr laut LIFE-Projektdatenbank 242 bis 272 Tiere. Die LIFE-Projektdatenbank führt die verbesserten Fortpflanzungskennwerte auf mehr Nahrung und weniger Störungen an Nistplätzen zurück; dies ist eine projektbezogene Bewertung.
Zu den Maßnahmen zählen Futterstellen, sogenannte carnai, die Sicherung von Stromleitungen gegen Stromschläge und eine Kampagne für bleifreie Munition bei der Jagd, um Vergiftungsfälle zu verringern. Zudem wurden laut Euronews junge Geier ausgewildert, von denen viele aus Rettungszentren in Spanien stammen; die letzten 15 Tiere kamen laut dem Euronews-Bericht vom 16. Februar 2026 unter Berufung auf die Zeitung La Repubblica im Januar aus Barcelona und akklimatisierten sich damals in einer Voliere vor der für später im Jahr geplanten Freilassung.

Durchgeführt wurde die Novemberzählung laut Mediterranews von Teams, die mit Unterstützung des Corpo Forestale und von Verbänden wie Lipu, Legambiente und dem WWF zusammengestellt wurden. Fiammetta Berlinguer, wissenschaftliche Leiterin von Safe for Vultures, bezifferte den Anstieg der territorialen Paare gegenüber 2024 auf 14,3 Prozent. Die Zahl flügger Jungvögel stieg demnach um 15,5 Prozent.
Im Vergleich: unterschiedliche Zählungen, eine Richtung
Die Erholung zeigt sich in mehreren, zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhobenen Bestandsangaben. Das war demnach der Stand im Jahr 2015. Beim Zensus 2020 waren es laut diesem Bericht 272 Tiere. La Nuova Sardegna bezifferte den Bestand beim Start der ersten LIFE-Maßnahmen auf schätzungsweise 100 Exemplare und sprach am 23. Januar 2026 von mehr als 500 Tieren. In den schwierigsten Jahren habe man laut Forestas etwa 30 Paare gezählt.
Der Zoo Dresden bezifferte den Bestand auf 230 bis 250 Tiere. Diese Schätzung stammt von Ende 2019.
Was die weitere Ausbreitung gefährden könnte
Rund 60 Prozent der Tiere lebten laut Euronews vom 16. Februar 2026 weiterhin in Bosa, während Kolonien im Zentrum und im Süden Sardiniens wuchsen. Die undatierte EU-Projektbeschreibung warnt, dass der erwartete Populationsanstieg unter den dort beschriebenen Bedingungen zu hoher Sterblichkeit unter abwandernden Vögeln führen könnte, weil die Hauptbedrohungen im Zentrum, Osten und Süden der Insel zum beschriebenen Stand nicht angegangen worden seien.
Kommentare