
Rund 10.000 Hektar Schadfläche wiederbewaldet
Quellen (9)
- 10.000 Hektar, 27 Millionen Bäume – Hessens Wälder wachsen wieder | Hessen Forsthessen-forst.de
- "Meilenstein" bei Aufforstung: Wälder in Hessen wachsen wieder | hessenschau.dehessenschau.de
- Dein Tag für den Wald! | Hessen Forsthessen-forst.de
- Werra-Meißner: Hessen-Forst arbeitet Waldschäden seit 2018 aufwerra-rundschau.de
- BUND weist Kritik von Hessen-Forst an mehr Naturschutz im Wald zurückbund-hessen.de
- Die Wälder im Hessischen Ried müssen gerettet werden – BUND kritisiert Waldumbau durch Hessen-Forstbund-hessen.de
- Auf Pflanzen folgt Pflegen: Wiederbewaldung in Hessen schreitet voran | Forstpraxisforstpraxis.de
- News-Detailansicht - Forstwirtschaft in Deutschlandforstwirtschaft-in-deutschland.de
- Vorsprung Wetterau – 10.000 Hektar, 27 Millionen Bäume: Hessens Wälder wachsen wiederwetterau.news
HessenForst meldete am 20.04.2026 den Abschluss der Pflanzsaison 2025/2026. Davon hat der Landesbetrieb nach eigenen Angaben rund 10.000 Hektar aktiv wiederbewaldet. Seit Beginn der Wiederbewaldung wurden insgesamt 27 Millionen junge Bäume gepflanzt. Allein in der zuletzt abgeschlossenen Saison kamen 2,7 Millionen Bäume hinzu. hessenschau.de berichtete, der Landesbetrieb bezeichne diesen Stand als „Meilenstein“.
Eiche und Douglasie gegen die Trockenheit
Besonders häufig pflanzte HessenForst in der vergangenen Saison nach eigenen Angaben Eiche und Douglasie; beide Arten haben laut HessenForst eine hohe Trockenheitstoleranz und liefern zugleich wertvolles Holz für Möbel und den Hausbau. „Jede einzelne gepflanzte Eiche, jede Douglasie, die in die Erde gebracht wird, ist ein gutes Zeichen für unseren Wald“, sagte HessenForst-Sprecher Moritz Frey laut hessenschau.de.

Naturverjüngung ergänzt die Pflanzungen
Auf großen Teilen der Schadflächen haben sich Bäume laut HessenForst durch natürliche Ansamung selbst etabliert; entsteht daraus ein artenreicher, standortgerechter und klimastabiler Mischwald, unterstützen die Forstleute diese Entwicklung gezielt. Fehlt es der natürlichen Verjüngung an Baumartenvielfalt, wird nachgepflanzt; verjüngen sich dagegen Arten, die mit dem künftigen Klima nicht gut zurechtkommen, passen die Forstleute die Bewirtschaftung an, um möglichst schnell einen Waldumbau zu besser geeigneten Baumarten zu ermöglichen.
Bei der landesweiten Pflanzaktion „Dein Tag für den Wald“ beteiligten sich 2026 knapp 2.900 freiwillige Helferinnen und Helfer, so viele wie in keinem Jahr zuvor. Gemeinsam pflanzten sie rund 21.600 Bäume und sammelten zusätzlich Müll im Wald. Die Aktion findet jährlich rund um den Internationalen Tag des Waldes am 21. März in den hessischen Forstämtern statt und steht allen Interessierten offen.
Die Aktion 2023 im Rückblick
Schon 2023 hatte HessenForst in allen 39 hessischen Forstämtern zum Mitmachen aufgerufen. Der Landesbetrieb erwartete damals rund 1.500 Freiwillige, die beim Pflanzen, Pflegen und Müllsammeln mithelfen sollten. Für jenes Jahr plante HessenForst die Wiederbewaldung geschädigter Flächen mit rund vier Millionen Bäumen auf einer Fläche von etwa 2.000 Fußballfeldern. HessenForst-Pressesprecherin Michelle Sundermann erklärte damals, der Landesbetrieb bevorzuge grundsätzlich die natürliche Verjüngung des Waldes und helfe durch Pflanzung nach, wenn das nicht von selbst passiere oder die ankommenden Baumarten künftig nicht mehr zum Standort passten. Bis 2026 stieg die Beteiligung auf knapp 2.900 Freiwillige.

Im Vergleich: Der Werra-Meißner-Kreis
Der Werra-Meißner-Kreis zeigt den regionalen Stand: Dort ist die Wiederbewaldung der Schadflächen in den staatlich betreuten Wäldern laut der Werra-Rundschau inzwischen weitgehend abgeschlossen. Ursache der Schäden waren dort unter anderem der Sturm Kyrill, mehrjährige Hitzeperioden, Dürre und die Ausbreitung des Borkenkäfers. Davon entfielen rund 1000 Hektar auf das Forstamt Wehretal und etwa 3400 Hektar auf das Forstamt Hessisch Lichtenau. Seit Beginn der Wiederbewaldung pflanzten die beiden Forstämter dennoch knapp 2,8 Millionen Bäume; bei den Laubbäumen überwiegend Eiche mit Hainbuche und Bergahorn, auf geeigneten Standorten auch Roteiche, Elsbeere, Wildobst oder Esskastanie. Davon wurden 1,375 Millionen Bäume in Hessisch Lichtenau und 1,4 Millionen in Wehretal gepflanzt. „Wo keine geeignete Naturverjüngung ankam, haben wir gepflanzt“, berichtete Hessisch Lichtenaus Forstamtsleiter Matthias Dumm. „Allein in diesem Frühjahr haben wir 100.000 Bäume gepflanzt“, ergänzte er. Als Ziel nennt Dumm, möglichst fünf verschiedene Baumarten auf jeder Fläche zu etablieren, um das Risiko für die Zukunft zu verringern.
Worauf Kritiker hinweisen
Winter begründete seine Kritik am Hessischen Ried auch damit, dass die Wälder dort seit rund 50 Jahren unter der Grundwasserentnahme für die Trinkwasserversorgung des Rhein-Main-Gebietes litten und nur mit erneutem Grundwasseranschluss eine Überlebenschance hätten.
Von der Pflanzung zur Pflege
Mit dem Fortschreiten der Wiederbewaldung verlagert sich laut HessenForst der Arbeitsschwerpunkt: Die Pflege der jungen, neu entstandenen Wälder gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ziel ist eine möglichst intensive Durchmischung verschiedener Baumarten, um stabile, strukturreiche Mischwälder zu entwickeln. Gleichzeitig bleibt der aktive Waldumbau in bestehenden Fichten- und Buchenwäldern ein zentrales Handlungsfeld.
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